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So schick sind die neuen Sozialwohnungen in der Hauptstraße in Neusäß

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So schick sind die neuen Sozialwohnungen in der Hauptstraße in Neusäß

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    Günstig, aber modern und hochwertig bauen, das wollte Architekt Michael Buck mit den Sozialwohnungen in der Hauptstraße realisieren. Der Vinylboden in Parkettoptik sieht sehr schick aus und ist strapazierfähig.
    Günstig, aber modern und hochwertig bauen, das wollte Architekt Michael Buck mit den Sozialwohnungen in der Hauptstraße realisieren. Der Vinylboden in Parkettoptik sieht sehr schick aus und ist strapazierfähig. Foto: Marcus Merk

    Das schönste Badezimmer in einer Sozialwohnung dürfte derzeit in Neusäß zu finden sein. Architekt Michael Buck aus Gablingen hat an der Hauptstraße ein staatlich gefördertes Wohnprojekt realisiert. In diesen Tagen ziehen die Mieter, die alle einen Wohnberechtigungsschein haben, in die 23 Wohnungen ein. Sie alle sind trotz begrenztem Budget auf einem hohen Standard und sehen sehr schick und modern aus. Trotzdem ist die Miete günstig.

    „Das hat mich daran gereizt“, sagt Architekt Buck, „mit geringen Kosten trotzdem etwas Schönes, Modernes zu schaffen.“ So sind die Vinylböden kaum von echtem Parkett zu unterscheiden, die Wohnungen sind alle ausgestattet mit Fußbodenheizung, Balkon oder Terrasse, Glasfaseranschluss und hochwertiger Badausstattung. Moderne Akzente setzen etwa dunkle Lichtschalter und edle graue Fliesen. Aufgrund der Lage an der viel befahrenen Hauptstraße wurden Schallschutzfenster in unterschiedlicher Qualität verbaut. Bei geschlossenen Fenstern ist es in der Wohnung sehr ruhig. Die Einfahrt zur Tiefgarage geht zur Hauptstraße raus.

    Zwischen Stadthaus und dem Wohngebäude soll eine Grünfläche mit Bäumen entstehen

    Demnächst wird die Anpflanzung und Gestaltung der Außenanlagen hinter dem Haus beginnen. „Eigentlich wollte ich einen Gemeinschaftsgarten für die Mieter schaffen“, erzählt Buck, aber dies sei leider nicht möglich, da ein zweiter Zufahrtsweg für die Feuerwehr freibleiben müsse. Gepflastert ist nun bis zur Grundstücksgrenze, wo früher das Hotel „Neusässer Hof“ stand. Gerne würde Michael Buck auch dieses Grundstück noch erwerben und dort noch mehr Sozialwohnungen bauen. Doch der Eigentümer sei bedauerlicherweise nicht interessiert. Im vorderen Bereich an der Hauptstraße zwischen dem neuen Wohngebäude und dem Stadthaus, der jetzt noch brach liegt, sieht der Bebauungsplan eine Grünfläche mit Bäumen vor.

    Obwohl es keinerlei Werbung für die günstigen Wohnungen gab, ist die Hausverwaltung mit Bewerbungen überflutet worden. Für Linda Hammerschmidt war der Auswahlprozess sehr aufreibend, denn hinter jeder Bewerbung stand eine Dringlichkeit und oftmals sei es nicht einfach gewesen, Absagen zu erteilen. Die meisten der Bewerberinnen und Bewerber waren Familien mit Kindern, Rentner oder Angehörige von Pflegeberufen aus der Uniklinik. „Wir haben versucht, eine gute Mischung zu finden“, so Hammerschmidt. Zuletzt waren noch bis zu 30 Interessenten auf der Warteliste, die nicht mehr berücksichtigt werden konnten.

    Auch die Badezimmer in den neuen Sozialwohnungen haben einen hohen Standard.
    Auch die Badezimmer in den neuen Sozialwohnungen haben einen hohen Standard. Foto: Marcus Merk

    Dass der Bedarf an günstigem Wohnraum in Neusäß groß ist, ist ein lang bekanntes Problem. In der Vergangenheit sind lediglich 2019 auf dem ehemaligen Sailer-Areal 40 Sozialwohnungen im Auftrag der Hans und Hermine Sailer-Stiftung gebaut worden. Die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises (WBL) plant den Bau von 24 neuen Wohnungen in der Von-Rehlingen-Straße in Westheim.

    Bau von Sozialwohnungen war eigentlich im Bebauungsplan vereinbart

    Dass auf dem ehemaligen Schuster-Areal auch 20 Prozent Sozialwohnungen entstehen sollen, hat der Stadtrat vor vielen Jahren eigentlich dem Eigentümer und Investor, dem ehemaligen Gastwirt Johann Schuster, im Bebauungsplan zur Auflage gemacht. Das Stadthaus, die Wohngebäude zur Fliederstraße hin sowie die geförderten Wohnungen wurden zusammen als Paket vereinbart. Doch nachdem die Mehrfamilienhäuser und das Stadthaus gebaut waren, tat sich in Sachen Sozialwohnungen an der Stelle der abgerissenen Tankstelle jahrelang nichts, obwohl eine Baugenehmigung seit 2022 vorlag. Einzelne Stadtratsmitglieder äußerten ihre Frustration darüber, dass der letzte Teil des Großprojekts, das bezahlbaren Wohnraum für Geringverdiener in der Stadt schaffen sollte, immer noch fehlte.

    Auf vier Stockwerken sind an der Hauptstraße in Neusäß 23 Sozialwohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein entstanden. In der Lücke links zum Stadthaus hin sieht der Bebauungsplan eine Grünfläche mit Bäumen vor.
    Auf vier Stockwerken sind an der Hauptstraße in Neusäß 23 Sozialwohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein entstanden. In der Lücke links zum Stadthaus hin sieht der Bebauungsplan eine Grünfläche mit Bäumen vor. Foto: Marcus Merk

    Mitte 2024 trat dann überraschend Architekt Michael Buck auf den Plan, der das Sozialprojekt umsetzen wollte. Nach der Realisierung vieler, wie er zugibt, auch gewinnbringender Bauprojekte in der Region in den vergangenen 20 Jahren „hatte ich Lust, auch einmal günstigen Wohnraum zu schaffen und so der Gesellschaft etwas zurückzugeben“, sagte Buck damals unserer Redaktion. Und er hat Lust auf mehr Projekte dieser Art. Derzeit steht er in den Startlöchern für den Bau von weiteren staatlich geförderten Wohnungen in Königsbrunn in der Bürgermeister-Wohlfahrt-Straße. Man warte nur noch auf die Genehmigung von der Regierung von Schwaben.

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