„Das ist genau meins“, sagt Josef Koller, als Sozialpädagogin Stefanie Noack bei der symbolischen Scheckübergabe erläutert, welchen Jugendlichen seine Spende zugutekommen wird. Es sind Schüler im Abschlussjahr der Mittelschule, deren Stärken in der praktischen Arbeit liegen und die in dieser besonderen Klasse trotz schulischer Schwächen und manchmal schwieriger Lebensgeschichte noch eine Chance auf den Schulabschluss bekommen.
Eines der Projekte für die Klasse ist die Begrünung der Dachterrasse für die Begegnungsstätte „du & hier“ sowie für die Mieter der 26 Wohnungen, deren Eigentümer Koller ist. Als Anschubfinanzierung stellt er nun 1000 Euro zur Verfügung. So können Material und Pflanzen gekauft werden, zunächst für Hochbeete, später eventuell für eine Bank und Beschattung. Die Jugendlichen werden alles unter Anleitung bauen. Nutzen soll das dann auch Besuchern und Anwohnern. Dass das gut angenommen wird, davon geht Koller aus. Schon jetzt herrsche ein gutes Miteinander in der Kirchstraße 12, betont er.
Gute Erfahrungen gemacht
Landwirt Koller hat auf seinem Hof im Rahmen eines Praktikums selbst schon sehr gute Erfahrungen mit einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling gemacht. Robert Keiß, Regionalleiter der St. Gregor Jugendhilfe, bestätigt: „Diese jungen Leute haben aufgrund ihrer nicht gradlinigen Entwicklung oft eine besondere Sozialkompetenz entwickelt. In Schulnoten jedoch kommen ihre besonderen Fähigkeiten nicht immer zum Ausdruck.“
In der Praxisklasse werden 13 Jugendliche von Lehrerin Lucia Schmidt sowie von Stefanie Noack, Sozialpädagogin bei der St. Gregor-Jugendhilfe, gemeinsam betreut. In einem Schuljahr sollen sie sich stabilisieren, auf den Mittelschulabschluss vorbereiten und ihre Neigungen und Eignungen herausfinden. Viele gehen anschließend in klassische Handwerksberufe oder in den sozialen Bereich wie die Alten- und Kinderpflege. Dafür braucht es neues Selbstvertrauen, das unter anderem in einem sechswöchigen Praktikum und in Projekten aufgebaut werden soll.
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