Leichtathletik

06.12.2019

Abwarten mit dem Teetrinken

Rund 2000 Athleten und Zuschauer werden beim Gersthofer Silvesterlauf mit warmen Tee versorgt. Nach derzeitiger Sachlage muss das dafür benötigte Trinkwasser abgekocht werden. Eine logistische Herausforderung für die Organisatoren. Die Wahl-Neusässerin Kerstin Hirscher war im vergangenen Jahr Zweite in Gersthofen.

Die Organisation für den 53. Gersthofer Silvesterlauf läuft auf Hochtouren. Nur zwei Fragen sind noch offen. Eine hat mit der Abkochverordnung des Trinkwassers zu tun

Noch 18 Tage, dann ist das Jahr 2019 Geschichte. Zu den Geschichten eines jeden Sportjahres gehört der Silvesterlauf in Gersthofen, der heuer zum 53. Mal ausgetragen wird. Zum dritten Mal unter der Regie von Hinrich Habenicht, dem Präsidenten des TSV Gersthofen, der diese größte Sportveranstaltung in der Lechstadt zur Chefsache gemacht hat, als das langjährige Organisationsteam nicht mehr weitermachen wollte. „Es wird auch die nächsten zwei Jahre weitergehen“, sagt Habenicht, der seit Wochen tief in den Vorbereitungen steckt.

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„Alles läuft nach Plan“, sagt der TSV-Vorsitzende. Auch die Anmeldungen seien zum jetzigen Zeitpunkt „mehr, als sonst zu dieser Zeit“. Knapp 300 Läuferinnen und Läufer haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Darunter wird wohl auch Kerstin Hirscher aus Neusäß sein, die im vergangenen Jahr hinter der Kenianerin Brendah Kebeya (LG Bamberg) Platz zwei belegte. „Ich habe fest vor in Gersthofen zu starten,“ so die deutsche Spitzenläuferin, die am morgigen Samstag beim Sprintcup ihres Vereins LAC Quelle Fürth 600 und 1000 Meter laufen wird. Die Augsburger Winterlaufserie hat die Ausbilderin bei der Bereitschaftspolizei in Königsbrunn zu Trainingszwecken genutzt. Auch hier ist sie ganz vorne mit dabei. Nach dem Silvesterlauf will sie sich ganz auf die Halle konzentrieren. „Ich werde die komplette Hallensaison absolvieren. Bei den nordbayerischen und bayerischen Hallenmeisterschaften in Fürth laufe ich die 800 und 1500 Meter, dies auch bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften. Absoluter Winter-Höhepunkt ist für mich die deutsche Hallenmeisterschaft in Leipzig. Da starte ich nur über 1500 Meter,“ verrät Kerstin Hirscher, die auf neue persönliche Bestzeiten hofft.

Bei den Männern ist Seriensieger Tobias Gröbl (LG Zusam) Titelverteidiger. Er gewann 2018 vor dem Äthiopier Getachew Endisu (LAC Quelle Fürth) und dem aus Eritrea stammenden Lokalmatador Yossief Tekle (LG Reischenau-Zusamtal).

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Zwei Fragen sind noch offen. So war einmal geplant, dass zum Abschluss des 50-jährigen Jubiläums der Stadt und des 110-jährigen Geburtstags des TSV Gersthofen eine Mannschaft des Gersthofer Stadtrates mitlaufen soll. Bisher hat diese noch nicht gemeldet.

Kopfzerbrechen macht den Organisatoren auch das nach wie vor geltende Abkochverordnung bezüglich des Trinkwassers, das seit Mitte August besteht. „Wir müssen knapp 2000 Menschen mit rund 350 Liter Tee versorgen“, berichtet Hinrich Habenicht. Bisher wurde das wärmende Getränk mit 70 Grad warmen Heizwasser angerichtet und dann ausgeschenkt. „Sollte die Abkochverordnung weiter bestehen, müsste das gechlorte Wasser zunächst abgekocht werden und dann von 100 auf 70 Grad herunter gekühlt werden, damit es verteilt werden kann“, erklärt Habenicht. Mit zwei Gasbrennöfen soll dies geschehen. „Wir werden das logistisch hinkriegen“, verspricht der Präsident, „notfalls müssen wir halt um 5 Uhr morgens anfangen, Wasser abzukochen.“

Bei der Stadt Gersthofen arbeitet man gerade an einer Lösung, bei der Wasser zur Verfügung gestellt wird, das nicht abgekocht werden muss. So Pressesprecherin Ann-Christin Joder, die auch nicht locker lassen will, eine Mannschaft aus dem Rathaus auf die Strecke zu schicken. Am liebsten wäre es allen Beteiligten natürlich, wenn am letzten Tag des Jahres 2019 die Abkochverordnung gar nicht mehr in Kraft wäre. Also heißt es: Abwarten mit dem Teetrinken.

unter ww.silvesterlauf-gersthofen.de

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