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AL-Frühjahrscheck

21.03.2015

Allein auf weiter Flur

In 20 Spielen musste der TSV Meitingen in der Bezirksliga Nord noch keine Niederlage hinnehmen. Mit neun Punkten Vorsprung steht die Mannschaft von Trainer Ali Dabestani allein auf weiter Flur an der Tabellenspitze. Dennoch sieht der Coach seine Truppe noch längst nicht über dem Berg.
Bild: Oliver Reiser

Obwohl der ungeschlagene Spitzenreiter TSV Meitingen mit neun Punkten Vorsprung startet, sieht Trainer Ali Dabestani seine Truppe noch längst nicht über dem Berg

Auch nach 20 Spielen ist der TSV Meitingen noch ungeschlagen, steht mit neun Punkten Vorsprung an der Spitze. Sensationelle 50 Punkte hat die Mannschaft eingefahren, mit der eigentlich vor Beginn der Saison niemand gerechnet hat. Viele behaupten noch heute, dass der Abbruch wegen eines Unwetters im ersten Spiel gegen Aystetten beim Stand von 0:1 die Initialzündung zu dieser Serie war. „Ein Zeichen des Himmels“, lacht Trainer Ali Dabestani. Seitdem pflügen die Lechtaler mit einer Souveränität durch die Liga, die seinesgleichen sucht. Von den 50 eigenen Einschüssen (nur der TSV Neusäß hat mehr) gegen 15 auf das Konto von Denis Buja, elf auf das von Arthru Fichtner und acht auf Marvin Osman – allesamt keine klassischen Stürmer. Sie profitieren davon, dass mit Clemens Schneider und Fabian Wolf zwei gelernte Angreifer auf den Außenverteidigerpositionen für Alarm sorgen. Von den fast unglaublichen elf Gegentreffern waren zwei Eigentore.

Obwohl der Kader ziemlich klein ist, mit André Ebert ein Spieler wegen seiner Ausbildung in Eichstätt für den Rest der Runde ausfällt, und sich einige Kicker angeboten hatten, hat man nicht nachgerüstet. „Wir wollten damit auch der vorhandenen Mannschaft das Vertrauen aussprechen“, erklärt Dabestani. Hätten sie in Meitingen gewusst, wie sehr das Verletzungspech zuschlägt (siehe „Glück- & Sorgenkinder“), dann hätte man sicher reagiert.

Im dritten Jahr gibt der ehemalige Torjäger Ali Dabestani jetzt die Kommandos im Lechtal. Er versteht es vortrefflich, die Spieler dort einzusetzen, wo sie am stärksten für die Mannschaft sind. Im Training achtet der gebürtige Iraner auf jedes Detail: „Ich beobachte immer die Spieler, die nicht direkt am Geschehen beteiligt sind.“ Die Übungseinheiten leitet er allein. Einen Co-Trainer gibt es (noch) nicht. Unterstützung erhält er von den „Physios“ Markus Glosauer und Nadine Erdle sowie Betreuerin Stefanie Gebhard. Abteilungsleiter Torsten Vrazic sitzt meist auf der Bank.

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Sorgenkinder hat Dabestani vor dem Frühjahrsauftakt eine ganze Menge. Eine halbe Mannschaft droht auszufallen: Bei Marvin Osman wurden freie Gelenkkörper im Sprunggelenk festgestellt. Er muss operiert werden. Kapitän Arthur Fichtner hat sich im Training einen Muskelfaserriss zugezogen, Wolfgang Wippel eine Zerrung an der Leiste. Benni Hoff liegt mit einer Grippe flach. „Ich werde einige Leute aus der zweiten Mannschaft mitnehmen“, wirkt sogar der ansonsten immer gut gelaunte Ali Dabestani etwas angefressen. Kein Wunder, dass er deshalb alle noch vorhandenen Kicker aus dem kleinen Kader als Glückskinder bezeichnet. „Es sollte nichts mehr passieren.“

In der Vorbereitung setzte es auch nach langer Zeit wieder mal eine Niederlage – 0:3 gegen den Landesligisten SV Mering. In den anderen fünf Testspielen gab es drei Siege und zwei Unentschieden. Unnötigerweise auch eine Rote Karte für Kapitän Arthur Fichtner, der zentralen Figur im Mittelfeld.

„Der Aufstieg ist das Ziel“, redet Ali Dabestani nicht lange um den heißen Brei herum. „Wir stehen mit neun Punkten Vorsprung oben und wollen diesen Platz in den restlichen zehn Endspielen verteidigen. Aber wir sind noch lange nicht über dem Berg.“ Dabestani befürchtet, dass die Winterpause den Seinen nicht gutgetan haben könnte: „Ein Vierteljahr hat man ihnen jetzt auf die Schulter geklopft, gesagt, wie gut sie sind und dass man diesen Vorsprung eigentlich nicht mehr verspielen kann. Das muss man erst mal verarbeiten.“ Abzuwarten bleibt, wie die Mannschaft auf die erste Niederlage reagiert. Schon das erste Spiel beim SC Bubesheim ist eine heiße Herausforderung. „Das war vor Saisonbeginn mein Aufstiegsfavorit.“ Doch Dabestani wäre nicht Dabestani, wenn er nicht sagen würde. „Wir wollen nicht irgendetwas mitnehmen, sondern drei Punkte!“

AL-PrognoseNeun Punkte Vorsprung sind ein Pfund. Wenn der TSV Meitingen auch nach der ersten Saisonniederlage die Nerven behält, dürfte dem Aufstieg in die Landesliga eigentlich nichts im Wege stehen.

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