Dinkelscherben

03.11.2019

Auf dem Vormarsch

Mit fünf Siegen in Folge haben sich Lukas Hörtensteiner (links) und der TSV Dinkelscherben wieder in den Kreis der Aufstiegskandidaten katapultiert. Marc-André Wimmer (rechts) fehlt mit dem TSV Zusmarshausen noch immer die Konstanz.
Bild: Andreas Lode

Der TSV Dinkelscherben hat sich Aufstiegsrennen zurückgemeldet. Jetzt winkt Platz zwei. Tabellenführer FC Horgau gibt sich bodenständig

Von einem Abstiegs- auf einen möglichen Aufstiegsplatz in nur einem Monat? Das könnte dem TSV Dinkelscherben am Wochenende im direkten Duell mit Aufsteiger SpVgg Langerringen gelingen. Doch auch der SSV Anhausen möchte noch ein Wörtchen mitreden und die Hinrunde mit einem Platz unter den Top drei der Fußball-Kreisliga Augsburg beenden. Dazu muss er aber beim TSV Zusmarshausen bestehen.

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TSV Zusmarshausen – SSV Anhausen. Dem TSV Zusmarshausen fehlt die Konstanz. Besonders in der Fremde kann die Mannschaft von Thomas Weber ihr Potenzial nicht auf den Platz bringen. „Bei uns muss jedes Zahnrad ins andere laufen, ansonsten funktionieren wir nicht“, ärgert sich der 39-Jährige über die jüngste 2:4-Niederlage gegen die SpVgg Langerringen. Denn letztlich entschieden zwei individuelle Fehler die Partie zu Gunsten des Aufsteigers. Zudem musste der TSV einige Ausfälle kompensieren. „Dennoch sehe ich Prozesse der Entwicklung, die durchaus positiv sind“, nimmt Weber seine Mannschaft in Schutz. Im Derby gegen den SSV Anhausen wartet nach dem Aufsteiger aus Langerringen der nächste Überflieger dieser Spielzeit. „Sie besitzen eine gute Mischung aus einer starken Defensive und ebenso guten Offensive sowie einem alten Hasen wie Martin Wenni als Ideengeber im Mittelfeld“, warnt Weber.

Doch auch sein Gegenüber Benedikt Schmid weiß um die Schwere der bevorstehenden Aufgabe. „Auswärts in Zusmarshausen – schwieriger geht es wohl nicht. Sie sind das heimstärkste Team und zuhause noch ungeschlagen“, erklärt der 28-Jährige. Dennoch wolle der SSV im letzten Spiel der Hinrunde die Früchte für die zurückliegende Leistung ernten. „Wir wollen unseren Lauf fortsetzen, die Liga weiterhin überraschen und die Vorrunde mit einem Platz unter den Top Drei vergolden“, so Schmid. Knüpfen die Jungs aus dem Anhauser Tal an die vergangene Darbietung gegen Westheim (2:1) an, dürfte auch der heimstarke TSV Zusmarshausen zu überwinden sein. „Denn vor der Leistung gegen Westheim musste ich wirklich meinen Hut ziehen“, lobt der 28-Jährige.

Auf dem Vormarsch

FC Horgau – TSV Täfertingen. 27 Zähler aus 12 Spielen, Tabellenführer und erst einmal geschlagen - und dennoch gibt sich Spielertrainer Franz Stroh bescheiden, insbesondere im Bezug auf den 4:1-Erfolg gegen Abstiegskandidat FC Königsbrunn. „Auf dem Papier war der Sieg verdient und souverän, auf dem Platz bis zum 2:1 jedoch überhaupt nicht - es hätte auch zu ihren Gunsten kippen können“, erklärt der 37-Jährige. „Die Partie hat gezeigt, dass man gegen jeden in dieser Liga verlieren kann, auch gegen Königsbrunn.“ An Bodenständigkeit fehlt es den Rotthalern also nicht. Dementsprechend spricht Stroh auch vor dem Derby gegen Aufsteiger TSV Täfertingen eine Warnung aus. „Zwar haben sie im Vergleich zu den letzten Jahren Leistungsträger verloren und derzeit viele Verletzte, doch selbst gegen Bezirksliga-Absteiger Kissing war es lange Zeit eine enge Nummer.“

Während der FC Horgau seine zahlreichen Ausfälle noch zu kompensieren weiß, ist es für Aufsteiger Täfertingen schier unmöglich, den halben Kader zu ersetzen. Selbst Trainer Antonio Cuevas nimmt inzwischen wieder auf der Trainerbank Platz. „Knappe Spielerdecke, viele Verletzte, zu wenig Punkte und Woche für Woche wird es schwieriger“, beklagt Abteilungsleiter Günter Stempfle. Beim Blick auf die nächsten Wochen läuft dem 65-Jährigen ein Schauer über den Rücken. Neben dem FC Horgau warten noch vor der Winterpause Westheim, Zusmarshausen und Dinkelscherben. „Wir hoffen trotzdem irgendwie den ein oder anderen Punkt zu ergattern. Wir kämpfen bis zum Schluss und werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Noch sind wir nicht abgeschlagen“, klammert sich Stempfle an seinen Optimismus und hofft, von der Konkurrenz ein wenig unterschätzt zu werden. Das Problem des Aufsteiger liegt keineswegs in der Untauglichkeit des Kaders. Kreisliga hat dieser im Kreuz. „Doch uns gehen die Stürmer aus“, bedauert der 65-Jährige vor allem die schwere Verletzung von Tandu Moses (Schein- und Wadenbeinbruch). Auch Giuliano Manno und Nicolas van der Werft fehlen seit Wochen.

TSV Dinkelscherben – SpVgg Langerringen. Die Mannschaft der Stunde ist und bleibt vorerst der TSV Dinkelscherben. Fünf Siege in Folge und 21 Tore in fünf Spielen katapultierten die Kaiserberg-Kicker binnen weniger Wochen zurück ins Aufstiegsrennen. „Wir haben endlich zu unserer Form gefunden, die wir uns gewünscht haben. Die Truppe hat sich gefestigt“, erklärt der sportliche Leiter Reinhold Reiter. Doch auch er weist wie schon Trainer Michael Finkel vor einer Woche den Status „Aufstiegsaspirant“ von sich. „Wir sind noch ein gutes Stück davon entfernt, Aufstiegsanwärter zu sein. Zuerst wollen wir uns jetzt bis zum Winter festigen“, erklärt der 39-Jährige. Reiter rechnet indes mit Toren am Fließband gegen den Tabellenzweiten aus Langerringen: „Das wird ein interessantes Spiel. Bei uns auf dem Kaiserberg fallen bekanntlich viele Tore und beide Mannschaften haben eine starke Offensive.“ Gewinnen will Reiter das Spitzenspiel aber mit aller Macht.

SpVgg Westheim – FC Königsbrunn. Dass jede Serie einmal reißt musste die SpVgg Westheim am vergangenen Wochenende verspüren. Der SSV Anhausen war bei der 1:2-Niederlage vor allem in der zweiten Halbzeit eine Nummer zu groß für Trainer Oliver Haberkorn und Co. „Uns war klar, dass wir nicht jedes Spiel gewinnen werden. Nur die Art und Weise war sehr ärgerlich“, betont der 35-Jährige, der in Durchgang zwei der Wille und der Kampfgeist misste. Im Abstiegsduell gegen den FC Königsbrunn müsse sich die Spielvereinigung aber unbedingt wieder auf genau diese Grundtugenden besinnen. „Sie liegen nur zwei Punkte hinter uns. Uns steht gegen eine körperlich gute Mannschaft mit starker Offensive eine schwierige Aufgabe bevor“, warnt Haberkorn.

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