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Sportskanone

28.11.2019

Aus Hainhofen nach Tokio?

Ohne Training geht es für Georg Zimmermann auch in der Regenerationsphase nicht. Vom heimischen Hainhofen aus startet der künftige Profi zu seinen Ausfahrten in die Westlichen Wälder. Sein Ziel sind die Olympischen Spiele in Tokio.
Foto: Marcus Merk

Radrennfahrer Georg Zimmermann fährt ab 1. Januar für ein polnisches Profi-Team. Die Olympiastrecke für 2020 hat er schon getestet

Für den 22-jährigen Neusässer Georg Zimmermann beginnt offiziell am 1. Januar ein neuer Abschnitt in seiner sportlichen Laufbahn. Das deutsche Radsport-Talent aus Hainhofen fährt künftig als Profi für das polnische Team CCC. „Mit denen gehe ich aber schon vorher in ein Trainingslager in Spanien, bei Valencia. Mit meinem neuen Trainer stimme ich aber schon jetzt mein Vorbereitungsprogramm ab,“ verrät der Radrennfahrer.

Die Liebe zu seinem Sport wurde ihm sozusagen in die Wiege gelegt. „Als Kleinkind nahm mich mein Vater im Korb auf dem Rad mit. Später haben wir viele gemeinsame Radtouren gemacht. Wir haben dann ein Radrennen in Aichach besucht und da konnte man auch ohne Verein teilnehmen. Das war eigentlich der Beginn meiner Laufbahn als Radrennfahrer. Ich bin dann zu Gerhard Ertl und den E-racern Augsburg gegangen. Da habe ich einige kleine Rennen im Jahr 2009 gefahren, ehe es zu meinem ersten größeren Event, dem Kids Tour nach Berlin ging“, berichtet der BWL-Student International Sportmanagement an der Fernuniversität Ansbach, die dies Leistungssportlern ermöglicht.

Georg Zimmermann machte sein Abitur 2016 am Justus-von-Liebig Gymnasium in Neusäß und weiß was er will. Der Radsport bestimmt aber derzeit sein Leben. „Ich bin 2019 rund 200 Tage unterwegs gewesen“, sagt er. Bleibt da noch Zeit für Freundin und Freunde? „Den Spagat bekomme ich gut hin. Mein letztes Rennen bin ich im Oktober gefahren und habe dann einen Monat Regenerationspause gemacht. Die habe ich zum Urlaub genutzt. Da habe ich meine Freundin besucht, die gerade ein Semester in Washington studiert. Sie kommt nicht aus dem Sport und so können wir uns über andere Dinge unterhalten. Das ist mir wichtig“, sagt der 22-Jährige, der seinen Lebensmittelpunkt in Neusäß hat.

Er gibt aber zu: „Mit 15 Jahren sieht man seine Freunde feiern und ausgehen. Da stellt sich dann als Sportler die Frage, was will ich. Mein Weg war richtig.“

Seine bisherige Laufbahn mit insgesamt 26 Siegen beschreibt Georg Zimmermann so: „Ich habe nie ganz große Leistungssprünge gemacht, mich aber stetig weiterentwickelt und war immer konstant.“ Das Jahr 2019 hat den Neusässer aber mehr in den Blickpunkt gerückt. Bei der Weltmeisterschaft in Großbritannien belegte er Rang zwölf im Straßenrennen der U23. „Bis drei Kilometer vor dem Ziel war ich in der Spitzengruppe und im Kampf um die Medaillen dabei. Ich fühlte mich gut. Am letzten Berg aber haben plötzlich die Beine nicht mitgemacht. Für mich unerklärlich, denn ich bin eigentlich ein guter Bergfahrer.“

Das stellte er bei der Österreich-Rundfahrt in diesem Jahr unter Beweis, wo er das Bergtrikot gewann. „Das war für mein Team Tirol KTM Cycling ganz wichtig. Da bekamen sie entsprechendes Aufsehen in den Medien und ich konnte ihnen einiges zurückgeben“, erklärt Zimmermann. Zu seinen bisherigen sportlichen Highlights gehört dieser Erfolg ebenso wie der Sieg bei der Trofeo Piva in Italien. „Da hatte ich 2018 durch einen eigenen Fehler den Sieg verschenkt. Diesmal habe ich es besser gemacht“, gibt Georg Zimmermann zu, der auch sagt: „Ich ärgere mich nicht, wenn es nicht so gut gelaufen ist. Ich mache es dann besser.“ Gewonnen hat er 2019 in Italien auch das Trofeo Fratelli Anelli und bei der deutschen Meisterschaft der Männer-Elite belegte Zimmermann Rang fünf, direkt vor seinem künftigen Teamkollegen Simon Geschke.

Viel unterwegs war Georg Zimmermann 2019, so in Italien (U23 Giro d’Italia), Österreich, Frankreich (Tour de l’Avenir), Kroatien (Kroatien Race, Istrien Rundfahrt), Belgien oder der Türkei (Tour of Antalya) und Deutschland (Erzgebirge Rundfahrt) im Bundesligateam von Tirol KTM Cycling. Auf die Frage wie man sich vorbereitet verrät der Neusässer: „Natürlich Training auf dem Rad und zwei bis dreimal Krafttraining in der Woche. Im Winter dann auch mit Skilanglauf und Skitouren.“

Um ein Thema kommt man nicht umhin zu reden, dem Doping. „So etwas lehne ich konsequent ab. Bisher bin ich schon 20 bis 30 mal kontrolliert worden. Ich bin für sauberen Sport“, sagt Georg Zimmermann kategorisch. Der ehemalige deutsche U19-Vizemeister auf der Straße des Jahres 2015 klärt das Rennprogramm mit seinem neuen Team CCC für 2020 noch ab. „Da weiß ich noch nichts konkretes.“ Aber Georg Zimmermann hat noch große Ziele: „Ein Etappensieg bei der Tour de France und die deutsche Meisterschaft stehen ganz oben an.“ Georg Zimmermann, ein intelligenter Sportler, ist auf dem Weg zur Radsport-Weltspitze.

2020 stehen die Olympischen Sommerspiel ein Tokio auf dem Programm. Zimmermann war in diesem Jahr schon da und hat beim Testrennen auf der Olympiastrecke Platz 13 belegt. Da ist noch Luft nach oben.

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