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Fischach

14.01.2020

Bälle für den guten Zweck zuspielen

Wenn der Hallenfußball rollt, rollt auch der Rubel, sprich der Euro, für den guten Zweck. Von links Peter Spanrunft (Schwarzbräu), Rainer Hörath (Kreissparkasse), Sportbeauftragte Barbara Wengenmeir, Kreisspielleiter Reinhold Mießl, Sportredakteur Oliver Reiser (Kartei der Not), Landrat Martin Sailer, Jürgen Idzko (Bürgerstiftung Augsburger Land), Peter Ziegelmayer (Stille Hilfe Fischach), Mathilde Wehrle (Bürgerstiftung Augsburger Land) und Richard Fank (Kreissparkasse).
Bild: Marcus Merk

Bei den Augsburger Hallenfußball-Landkreismeisterschaften wird für karitative Einrichtungen gespendet. Eine Grätsche erregt die Gemüter

Die Augsburger Landkreismeisterschaft im Hallenfußball war in den vergangenen 38 Jahren immer ein Highlight in den Wintermonaten. Im 39. Jahr ist sie nicht nur terminlich vom Januar in den Dezember gerückt, sondern hat durch die Einführung einer zusätzlichen Kreismeisterschaft anstelle der bisherigen schwäbischen Vorrunden auch etwas an sportlichem Stellenwert verloren. Ein Jahr vor dem 40. Jubiläum sieht Landrat Martin Sailer den Fußball in der Halle, jetzt in der Spielart Futsal ausgetragen, am Scheideweg. Dafür hatte zuletzt auch die für alle Beteiligten völlig überraschende Abschaffung des Grätschverbotes gesorgt.

„Die Vereine waren froh, dass das Grätschen abgeschafft wurde und hatten sich auch daran gewöhnt“, war auch Kreisspielleiter Reinhold Mießl völlig perplex, dass diese Regel ohne Info an die Basis plötzlich wieder gestrichen wurde. Auch BFV-Geschäftsstellenleiter Manfred Ringer hatte keine Erklärung parat: „Ich weiß nicht, wer das veranlasst hat.“ Mießl will auf der Verbandssitzung im März hinterfragen, wie das zustande gekommen sei. Ihm ist aber klar: „Das wieder rückgängig zu machen wird schwierig.“

In die Schlagzeilen geraten war vor allem eine als „Rückkehr der Blutgrätsche“ titulierte Aktion im Landkreisfinale, das den SSV Anhausen zum Rückzug jeglicher Futsal-Aktivitäten veranlasst hat. „Alles wurde nur auf dieses eine Foul reduziert“, beklagte Spielleiter Markus Heider. „Mit Bande wird es auch nicht schöner.“

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Seltsam, dass allenthalben bei großen Turnier in Deutschland nach alt hergebrachter Art mit Bande und großen Toren gespielt wird. Auch Peter Ziegelmayer hat diese Erfahrungen: „Beim Topstar-Cup in die Staudenlandhalle wollen die Nachwuchsmannschaften der Bundesligisten nur mit Bande spielen. Sonst kommen sie gar nicht“, ließ der Fischacher Bürgermeister wissen.

Am Scheideweg sieht Landrat Martin Sailer den Hallenfußball. Ganz egal, ob grätschen oder nicht. „Wenn jeder zweite Angriff mit einem weiten Abwurf des Torwarts eingeleitet wird, ist das nicht so prickelnd. Auch die Stimmung in Fischach war nicht mehr so wie früher einmal“, blickt er zurück. „Angesichts dieser Entwicklung lohnt es sich, jetzt einmal innezuhalten und die Köpfe zusammen zu stecken, wie es weiter gehen soll.“ Dabei könnte er sich sogar ein Landkreis-Masters vorstellen. „Wir haben alle Interesse, dass es mit spannenden und reizvollen Turnieren weitergeht. Es wäre schade, wenn der Hallenfußball kaputt geht. Da sollten wir uns die Bälle zuspielen. Nicht nur aufgrund des karitativen Aspekts.“

In der Tat: Wenn im Augsburger Land der Hallenfußball rollt, rollt immer auch der Rubel. Auch wenn die Zahl der Zuschauer im Vergleich des Vorjahres von 1580 auf 1407 leicht zurückging, konnte Barbara Wengenmeir , die Sportbeauftragte des Landratsamtes, doch noch 2461,93 Euro aus den Einnahmen übergeben. Die Nettoeinnahmen der sechs Vorrunden in Höhe von 1444,68 Euro gingen je zur Hälfte an die Bürgerstiftung Augsburger Land und die Stille Hilfe Fischach. „Wir sind froh und glücklich über jeden Euro“, so die Stiftungsratsvorsitzende Mathilde Wehrle : „Vor allem in Zeiten ohne Zinsen.“ Auch in Fischach könne man jeden Euro gebrauchen. „Die Stauden sind eine benachteiligte Region“, so Bürgermeister Peter Ziegelmayer. Die Einnahmen der Endrunde in Höhe von 1317,25 Euro gingen an die Kartei der Not. Das Leserhilfswerk unserer Zeitung konnte sich auch über eine vo der Kreissparkasse ausgesetzte Prämie in Höhe von zehn Euro pro Tor freuen. Rein rechnerisch kamen bei 42 Treffern 420 Euro zusammen, die jedoch auf 500 Euro aufgerundet wurden. „Wir sind auch interessiert, dass es in der Breite weitergeht“, hätte Vorstandsvorsitzender Richard Fank gerne noch mehr Treffer belohnt. Mit seinem Vorschlag, dass man halt die Tore größer machen müsste, hatte er die Befürworter des althergebrachten Hallenfußballs auf seiner Seite.

Die Endrunde der kommenden Meisterschaft wird auf jeden Fall am 27. Dezember 2020 ausgespielt. Der Ort steht noch nicht fest. Vorrunden sollen am 13. und 20. Dezember stattfinden. Wie viele es werden, hängt von der Zahl der teilnehmenden Mannschaften ab.

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