Stadtbergen

01.10.2019

Cheerleaders – ja bitte!

Mit Akrobatik und waghalsigen Sprüngen unterhielten die Cheerleaders der "Flying Cheetas" die Zuschauer bei den Heimspielen der BG Leitershofen/Stadtbergen. Jetzt haben sie sich ganz dem Wettkampfsport verschrieben.
Bild: Andreas Lode

Bei den Basketballern der BG Leitershofen/Stadtbergen und bei den Cheerleadern des TSV Diedorf versteht man die Entscheidung des Bundesligisten Alba Berlin nicht

Die Heimspiele der BG Leitershofen/Stadtbergen gehören im Augsburger Land zu den Events mit den meisten Zuschauern. Wenn sich die Basketballer in der 1. Regionalliga um Punkte streiten, wurden sie in der Vergangenheit meist von den Cheerleadern des TSV Diedorf begleitet. Die Mädchen standen vor dem Spiel Spalier, wenn die Spieler das Parkett betraten und sorgten in den Unterbrechungen und Viertelpause mit spektakulären Auftritten für Unterhaltung bei den Zuschauern auf der gut besetzten Tribüne.

Dass die Auftritte der „Cheetahs“ in letzter Zeit rar geworden sind, liegt aber nicht daran, dass man sich ein Beispiel an Alba Berlin genommen hat. Der Bundesligist sorgte in den vergangenen Tagen für Schlagzeilen weit über den Sport hinaus, weil er seine Cheerleader abgeschafft hat. Die Präsentation von jungen Frauen in knapper Kleidung sei nicht mehr zeitgemäß.

„Schwachsinn“, sagt Kangaroos-Geschäftsführer Tom Oertel und schüttelt den Kopf: „Gerade in Berlin, wo doch alle sonst so superlocker und aufgeschlossen sind.“ Auch nach dem Rückzug der Diedorfer Cheerleader treten bei den Spielen der Kangaroos immer Tanzgruppen in der Halbzeit auf. „Das kommt toll an. Diskussionen in die falsche Richtung habe ich da noch nie gehört“, sagt Oertel: „Im Gegenteil. Da sieht man, dass da richtig Training dahinter steckt. Und Auftritte sind ja der Sinn hinter jedem Training.“

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Auch Sarah Hammer, beim TSV Diedorf Abteilungsleiterin der Cheerleaders, kann die Entscheidung des Berliner Bundesligisten nicht verstehen. „Das ist schade. Dann wären ja alle in sexy Kleidung tanzenden Mädchen betroffen. Die haben das bestimmt gern gemacht.“ Die Aktion der Berliner werfe auch ein schlechtes Licht auf den Sport. Denn die Trainerin stellt ganz klar fest: „Wir betreiben Leistungssport!“ Deshalb seien die „Flying Cheetas“ auch nicht mehr bei den Basketballern in Stadtbergen aufgetreten. „Wir haben uns auf die Teilnahme an Meisterschaften spezialisiert und die Vorbereitung hierzu fällt genau in die Basketball-Saison.“ Bei diesen Titelkämpfen werde nicht das Cheerdancing, wie die Tanzschritte mit den bunten Pompoms genannt werden, sondern das Cheerleading mit Akrobatik und Hebefiguren gefordert. „Das wird oft alles in eine Schublade gesteckt.“

Zweites Heimspiel innerhalb von sechs Tagen

Cheerleader oder nicht – die BG Leitershofen/Stadtbergen bestreitet am Donnerstag (Tag der Deutschen Einheit) bereits das zweite Heimspiel binnen weniger Tage. Um 16.30 Uhr empfangen die Kangaroos das Team von Culture City Weimar in der Stadtberger Sporthalle. Das Vorspiel bestreitet um 14 Uhr die U16-Bayernliga Mannschaft gegen den FC Bayern München.

Betrachtet man den Namen des Gegners, ist dieser nur auf den ersten Blick ein unbekanntes Team. Denn hinter den Thüringern verbirgt sich nichts anderes als die zweite Mannschaft von Science City Jena. Und diese ist seit vielen Jahren ein alter Bekannter in der Regionalliga. Der Bundesliga-Absteiger aus Jena – mit über 500 Aktiven einer der größten Basketballstützpunkte in Deutschland – spannt sein Netz inzwischen über ganz Thüringen aus und platzierte seine zweite Mannschaft in der rund 35 Kilometer entfernten Kulturmetropole. Weimar ist nur die deutlich schönere Stadt als Jena, dort werden sicherlich auch viel mehr Zuschauer bei Heimspielen angelockt als bei Spielen eines Reserve-Teams.

In Jena und Weimar hat man hohe Ziele, das neue Projekt soll sich schnellstmöglich aus der 1. Regionalliga in die PRO B verabschieden, um optimal Spieler für deren erste Mannschaft auszubilden, deren sofortige Rückkehr in die BBL nach dem letztjährigen Betriebsunfall Abstieg ebenfalls geplant ist. Demzufolge scheut man keine Mühen. Der litauische Coach Linartas kann auf jede Menge Talente und mit Vincent Garrett (24 Punkte bisher im Schnitt) auch auf einen starken US-Amerikaner zurückgreifen.

BG-Trainer Nenad Bekic weiß daher um die Schwere der Aufgabe: „Weimar stellt bei allem Respekt ein sicherlich wesentlich stärkeres Team als Bad Aibling am Samstag, das wird eine hohe Hürde. Wir müssen auf die Leistung im vierten Viertel anknüpfen, gerade was Wille, Intensität und Biss angeht, dann haben wir sicherlich eine Chance, im zweiten Spiel den zweiten Sieg einzufahren“, so Bekic. (mit asan)

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