Dinkelscherben

02.10.2019

Der Realität ins Auge sehen

Wohin führt der Weg des TSV Dinkelscherben? Nach drei Niederlagen in Folge steckt der Aufstiegskandidat im Abstiegskampf. Doch Trainer Michael Finkel (rechts) und sein Assistent Harald Fürst stellen sich der Herausforderung.
Bild: Andreas Lode

Der einstige Aufstiegsfavorit TSV Dinkelscherben steckt mitten im Abstiegskampf. Trainer Finkel stellt sich der Aufgabe

Abstiegssorgen hier, Aufstiegskampf dort: In der Fußball-Kreisliga Augsburg geht es bereits nach sieben Spieltagen heiß her. Unter anderem auch, weil Aufstiegsaspiranten plötzlich zu Kellerkindern werden. So erging es dem TSV Dinkelscherben, der nun mit der SpVgg Westheim und Aufsteiger TSV Täfertingen um den einen Platz über dem Strich kämpft. Indessen sonnt sich der FC Horgau an der Tabellenspitze, dicht gefolgt vom TSV Zusmarshausen.

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TSV Dinkelscherben – TSV Schwabmünchen II. „Man hinterfragt natürlich vieles, in erster Linie sich selbst. Lag es an der Aufstellung? Oder an der Taktik?“ Trainer Michael Finkel hat mit der Situation sichtlich zu kämpfen. Nach der 0:2-Derbyniederlage gegen den TSV Zusmarshausen gab es für den einstige Aufstiegsaspirant das böse Erwachen – Abstiegsplatz. „Wir müssen jetzt endlich den Ernst der Lage erkennen und den Abstiegskampf annehmen“, appelliert der 41-Jährige an seine Jungs. Doch auch wenn die Ergebnisse derzeit nicht stimmen, ist längst nicht Hopfen und Malz verloren. „Es sind momentan eben die Kleinigkeiten, die uns um Erfolgserlebnisse bringen. Genug Möglichkeiten hatten wir auch gegen Zusmarshausen“, so Finkel. Aus dieser Abwärtsspirale gibt es nur einen Ausweg: Siege, Siege und nochmals Siege. „Uns fehlt derzeit das Selbstvertrauen. Wir brauchen ein positives Erlebnis, um das Ding wieder in die andere Richtung zu lenken“, weiß der 41-Jährige. Gegen Schwabmünchen II und Aufsteiger Lagerlechfeld will er keinen Schönwetterfußball mehr sehen. Finkel: „Das ist jetzt Abstiegskampf. Da müssen dreckige Punkte eingesammelt werden. Nicht schön Fußball spielen, sondern mal robuster an das Ganze rangehen.“

TSV Kriegshaber – SpVgg Westheim. Wie ausgewechselt: Die SpVgg Westheim ist auf einem guten Weg, die teils bodenlosen Vorstellungen zum Saisonbeginn vergessen zu machen. Auch beim 2:2-Remis gegen den starken Aufsteiger aus Lagerlechfeld boten die Kicker vom Kobel Paroli, lieferten ein gutes Kreisligaspiel ab und machten Trainer Oliver Haberkorn wieder stolz. „Das war über 90 Minuten eine sehr gute Leistung und am Ende ein gerechtes Ergebnis“, resümierte der 35-Jährige. Darauf ausruhen darf sich die Spielvereinigung aber keineswegs. Im Kellerduell gegen Tabellenschlusslicht TSV Kriegshaber ist ein Dreier Pflicht, auch wenn Haberkorn etwas zurückrudert. „Wir dürfen sie nicht unterschätzen, auch wenn sie wieder mit 0:3 verloren haben. Sie werden bis zum Ende und gegen jeden kämpfen, um da unten wieder rauszukommen“, erklärt der 35-Jährige. Am Sonntag erwartet Westheim dann den TSV Göggingen. „Ebenfalls ein unangenehmer Gegner und eine schwierige Aufgabe“, warnt der Coach. „Für einen Dreier brauchen wir einen sehr guten Tag“, sagt Haberkorn.

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TSV Göggingen – FC Horgau. Horgaus Spielertrainer Franz Stroh ist das Paradebeispiel für einen bodenständigen Realisten. Nach dem ungefährdeten 3:0-Sieg bei Tabellenschlusslicht TSV Kriegshaber und der Eroberung der Tabellenspitze ließ sich der 36-Jährige nur wenig euphorische Worte entlocken. „Es fühlt sich natürlich gut an“, schmunzelt Stroh, versucht im selben Atemzug aber gleich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzukehren. „Das ist nur eine Momentaufnahme. Davon können wir uns nichts kaufen. Alle wissen, wie verrückt die Liga ist.“ Ob am Donnerstag gegen den TSV Göggingen oder am Sonntag gegen den FC Haunstetten - auf den FC Horgau warten zwei spielstarke Mannschaften. „Das wird uns alles abverlangen“, ahnt Stroh. Leider muss der Tabellenführer weiterhin auf sein Sturmduo Maximilian und Michael Vogele verzichten. Markus Hefele hat hingegen seine Rotsperre abgesessen. „Wir werden sehen, wie wir uns in der Offensive aufstellen. Letztlich gewinnt aber die Defensive die Meisterschaft“, floskelt Stroh.

SpVgg Lagerlechfeld – TSV Zusmarshausen. Es ist ein Wechselbad der Gefühle, mit dem der TSV Zusmarshausen in der noch jungen Saison zu kämpfen hat. Nach einer Schwächephase und nur einem Punkt aus drei Spielen haben sich die Zusser am vergangenen Wochenende dank eines überzeugenden 2:0-Derbysieges gegen den TSV Dinkelscherben eigens aus dem Tief gehievt und auf Rang drei katapultiert. „Wir betrachten es nüchtern und sachlich: Es war wichtig, dass wir unsere Leistung vom Saisonbeginn bestätigt haben“, will Thomas Weber aber nicht in Euphorie ausbrechen. Denn mit der SpVgg Lagerlechfeld wartet zum einen ein starker Aufsteiger, wenige Tage später kommt Tabellenschlusslicht Kriegshaber nach Zusmarshausen. „Schwieriger wird die Aufgabe gegen Kriegshaber. Die Jungs müssen dringend ihre Leichtigkeit bewahren und versuchen, die Leistungen konstant zu halten“, appelliert Weber.

SSV Anhausen – FC Königsbrunn. „Es ist immer wieder faszinierend, was das nötige Selbstvertrauen ausmachen kann“, erklärt Spielertrainer Benedikt Schmid. Nach dem 2:2-Remis gegen den einstigen Tabellenführer SpVgg Langerringen kam die Euphorie zurück auf die Anhauser Alm. Dementsprechend präsentierte sich der SSV beim 5:0-Kantersieg gegen die Bayernliga-Reserve aus Schwabmünchen in Torlaune. „Mein Appell an die Mannschaft scheint gefruchtet zu haben. Auf einmal sind wir wieder mindestens 14 Mann im Training. Die Stimmung ist wieder eine ganz andere und die Intensität im Training höher“, ist dem 28-Jährigen die Erleichterung anzusehen. Im Hinblick auf den Klassenerhalt hätte Schmid aus den kommenden beiden Spielen gerne vier Zähler. „Dann hätten wir eine komfortable Ausgangslage für die nächsten Wochen“, erklärt der Innenverteidiger, der seine Pappenheimer aber kennt. „Meine Mannschaft neigt dazu, die kommenden Spiele auf die leichte Schulter zu nehmen. Am Donnerstag wird sich der wahre Charakter der Mannschaft zeigen“. Schmid warnt insbesondere vor der Partie am Sonntag gegen Täfertingen. „Das wird ein sehr schweres Spiel. Sie sind unglaublich heimstark und sind gefährlich bei Standards. Diese gilt es von Beginn an zu unterbinden“, analysiert Schmid.

SpVgg Langerringen – TSV Täfertingen. „Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen“, stellt Trainer Antonio Cuevas nach der 0:2-Pleite gegen den FC Haun-stetten klar. Der Aufsteiger hatte unter anderem mit fragwürdigen Schiedsrichterentscheidung und einigen Aluminiumtreffern zu hadern. „Es zeigt sich, dass wir die Klasse eigentlich haben, um die Klasse zu halten“, resümiert der 39-Jährige. Doch oftmals sind es Kleinigkeiten oder eine dicke Packung Pech, die den Aufsteiger aus Täfertingen um verdiente Punkte bringen. „Ich hoffe, dass wir am Donnerstag und am Sonntag endlich wieder punkten“, leidet der Coach. Doch die Aufgaben werden keineswegs einfach. Erst wartet der Tabellenzweite und starke Aufsteiger SpVgg Langerringen, dann der SSV Anhausen, der ebenfalls auf Punkte angewiesen ist. „Das wird natürlich alles andere als leicht“, weiß Cuevas.

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