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Fußball

18.04.2015

Die Engel mit dem Eisspray

Maria Drößler ist beim TSV Zusmarshausen bereits das vierte Jahr als Engel mit dem Eisspray im Einsatz. Die 24-Jährige ist fest in die Mannschaft integriert und schätzt die Atmosphäre in der Zusammenarbeit mit den beiden Trainern.
Bild: Walter Brugger

Amateurklubs haben zwar keinen Vereinsarzt, wie den bei Bayern zurückgetretenen Dr. Müller-Wohlfahrt, aber meist langjährige Betreuer. Diese sind immer öfter weiblich

Beim FC Bayern München ist diese Woche Dr. Müller-Wohlfahrt zurückgetreten. Dieses Problem werden die unterklassigen Klubs im Landkreis Augsburg nicht haben. Denn dort gibt es keinen Vereinsarzt. Aber es gab kickende Ärzte. Dr. Peter Stiller, der Vereinsarzt beim Bundesligisten FC Augsburg, war als aktiver Spieler unter anderem beim SV Achsheim und beim TSV Welden am Ball. Der Wertinger Dr. Herbert Nuber spielte viele Jahre beim FC Gundelfingen und beim TSV Wertingen.

Wenn Kicker in den unter Klassen verletzt sind, dann gehen sie zu ihrem Hausarzt. Erste Blessuren werden auf dem Spielfeld von den Betreuern behandelt. Der kommt meist mit dem Köfferchen. Eisspray und Eiswürfel gelten als Wundermittel.

Manche Vereine haben auch das Glück, einen Physiotherapeuten in ihren Reihen zu haben. Wie zum Beispiel der TSV Meitingen in der Person von Markus Glosauer, der auch schon für den Regionalligisten TSV Rain gearbeitet hat. „Unsere medizinische Abteilung mit dem ‚Glosi‘ und Nadine Erdle sind wesentlich an unserem Erfolg beteiligt“, sagt Trainer Ali Dabestani.

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Doch meist sind es Urgesteine, die schon fast so lange wie Dr. Müller-Wohlfahrt. der 40 Jahre für den FC Bayern tätig war, die sich um die Erstversorgung kümmern. Franz-Xaver Wörle aus Kruichen zum Beispiel, den alle Welt nur als „Fere“ kennt. Er war beim SV Adelsried und beim SC Altenmünster nicht nur als Betreuer, sondern oft auch als Linienrichter an der Seitenlinie.

Unzählige Jahre hat Georg Kania auf den Fußballplätzen der Region verbracht. Erst als Torjäger, dann als Betreuer beim TSV Dinkelscherben. Auch ein Spiel des SV Nordendorf ohne Klaus Langer, des CSC Batzenhofen-Hirblingen ohne Helmut Reiter, des VfR Foret ohne Heidi Moritz oder der SpVgg Auerbach-Streitheim ohne Gerhard Mayer ist kaum denkbar. Sie sind immer zur Stelle, wenn es mal wieder wehgetan hat.

Heute sind oft junge Frauen als Betreuerinnen im Einsatz. So zum Beispiel Maria Drößler, die beim TSV Zusmarshausen bereits im vierten Jahr als Engel mit dem Eisspray aktiv ist. Die 24-Jährige studiert Realschullehramt, befasst sich aber schon lange privat mit dem Thema Gesundheit und Prävention. Zusammen mit Tina Tatzel betreut sie die erste und zweite Mannschaft der Zusmarshauser. Es wird behauptet, dass der TSV das hübscheste Betreuerinnen-Duo der Liga hat. Im Gegensatz zum FC Bayern, bei dem es zwischen Dr. Müller-Wohlfahrt und Pep Guardiola nicht immer harmoniert haben soll, passt das Verhältnis zu den Zusser Übungsleitern. „Gerade Thomas Weber und Reinhard Brachert kommen uns da sehr entgegen“, erzählt Drößler. Auch werden die beiden jungen Frauen als fester Bestandteil der Mannschaft gesehen. „Das ist bei so einem Ehrenamt auch immer wichtig“, schätzt Drößler die gute Atmosphäre.

Während Dr. Müller-Wohlfahrt mit 72 Jahren schon am Ende seiner beruflichen Laufbahn angekommen ist, steht beim SSV Margertshausen hingegen schon der Nachwuchs in den Startlöchern. Neben Toni Bauer sorgen die beiden Zwillinge Luis und Leon Grolig für das Wohl der Mannschaft. „Die beiden sind voll integriert und trotz ihrer zwölf Jahre schon extrem selbstständig und zuverlässig“, erzählt Spielertrainer Manuel Degendorfer. Seit Bruder Tobias bei den Aktiven kickt, sind die Zwillinge nicht mehr aus dem „Betreuerstab“ wegzudenken. Die zwei Buben sind sogar so fest in der Mannschaft verwurzelt, dass das gesamte Team vergangene Woche bei ihrem zwölften Geburtstag anwesend war. (mit luho)

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