AL-Frühjahrscheck

07.03.2015

Die Jagd ist eröffnet

Marcus Biber ist der Hoffnungsträger beim Schlusslicht TSV Ustersbach. Der die gesamte Vorrunde fehlende Torjäger soll die nötigen Treffer zum Klassenerhalt beisteuern.
Bild: Andreas Lode

Zum Rückrundenstart der Kreisliga Augsburg ist nicht nur Spitzenreiter TSV Diedorf spielfrei. Auch die Mitkonkurrenten müssen unfreiwillig pausieren

In der Fußball-Kreisliga steht der Start in die Frühjahrsrunde bevor. Es dürfte ein schwieriger Auftakt werden. Denn die Fußballplätze sind teilweise noch in einem nicht gerade besonders guten Zustand. Die Schnee- und Regenfälle der vergangenen Tage sowie die Nachtfröste tragen dazu bei, dass der Boden teilweise noch gefroren und die Oberfläche sehr weich ist. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich die Vereine durch ein einziges Spiel ihre Plätze auf Wochen hinaus ruinieren. Spielgruppenleiter Georg Bucher weiß das. Doch er möchte den Vereinen die Entscheidung, ob ihr Rasen bespielbar ist oder nicht, selbst überlassen. Spitzenreiter TSV Diedorf wäre am Wochenende spielfrei gewesen, doch nach den ersten Absagen sind auch die von Trainer Jürgen Fuchs erwarteten Mitkonkurrenten VfL Kaufering, VfR Foret und TG Viktoria Augsburg zum Zuschauen verurteilt.

Egal: Die Sportredaktion der AZ Augsburger Land hat die Mannschaften aus ihrem Verbreitungsgebiet eine Frühjahrscheck unterzogen.

TSV Diedorf

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Mit 38 Punkte aus 16 Spielen steht der TSV an der Tabellenspitze, mit 48 Treffern stellt man den stärksten Angriff der Liga.

Drei Abgänge hat man zu verzeichnen. Dieter Deak (SSV Alsmoos-Petersdorf) und Marco Gratzke (TSV Göggingen) waren „Problemkinder“ und sind schon in der Vorrunde nicht zum Einsatz gekommen. Ebenso wie Dominik Schubert, der zu seinem Heimatverein TSV Fischach zurückgekehrt ist. Als Zugänge bezeichnet Fuchs Max Ebert, der einen Knöchelbruch auskuriert hat, und André Köllmer, der früher als erwartet aus Australien zurückgekehrt ist. Aus Studiengründen wird Michael Roth weiterhin fehlen.

Von drei Testspielen wurden drei verloren. „Obwohl die Ergebnisse nicht positiv waren, war es dennoch in Ordnung“, sagt Fuchs.

„Wir wollen weiter oben mitspielen, wenn’s klappt, werden wir auch die Meisterschaft mitnehmen“, erwartet Jürgen Fuchs, der bereits für die kommende Saison verlängert hat, eine harte und schwere Rückrunde. Die Favoritenrolle reicht er aber weiter: „Wir können, Foret muss!“

Der TSV Diedorf ist spielfrei, testet aber gegen den Ost-Kreisligisten SC Griesbeckerzell. Wo gespielt wird, wird kurzfristig festgelegt. Fuchs: „Ich will den letzten Test auf keinen Fall auf Kunstrasen absolvieren.“

AL-Prognose Der TSV Diedorf liefert sich bis zum Ende ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem VfR Foret.

VfR Foret

Mit 31 Punkte liegt der VfR auf Rang vier, hat aber erst 15 Spiele absolviert. „Das ist unser Joker“, sagt Trainer Jimmy Arslan. Die Stärke liegt in der Abwehr, die erst 15 Gegentreffer zulassen musste.

& weg Alexander Chetschik, Rudi Kine und Eugen Kunz kamen von der TSG Thannhausen. Marco Lettrari, der neben Ayhan Kara-Idris (11) mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze ist, befindet sich nach einer Knieoperation wieder im Training. „Er braucht noch, aber von ihm erwarte ich mir einiges“, sagt Arslan. Mensor Basholli (TSV Täfertingen), Celep Baran (DJK West) und Ibrahim Özcan (FC Langweid) haben den Klub verlassen.

Einer knappen Niederlage gegen den TSV Gersthofen (Arslan: „Da hätte ich gerne ein Ausrufezeichen gesetzt“) folgten drei Siege gegen DJK West, den FC Lauingen und Bäumenheim. Im Trainingslager in der Türkei haben die Foreter Kraft getankt und die Mannschaft weiter zusammengeschweißt. „Auch die Schichtarbeiter waren dabei“, freut sich Arslan. „Leider hat sich ein Testspiel gegen einen usbekischen Erstligisten zerschlagen.“

„Wir wollen aufsteigen. Ohne Relegation“, redet Trainer Jimmy Arslan nicht um den heißen Brei herum. Bis zum Duell mit dem TSV Diedorf soll der Rückstand von vier Punkten aufgeholt sein. „Dann gibt es ein echtes Endspiel.“

Die Partie bei der TG Viktoria Augsburg wurde bereits am Freitag abgesagt. In Arslans Brust schlagen zwei Herzen. „Zum einen hätte ich gerne gespielt, damit es endlich losgeht. Außerdem hätten wir gegen Viktoria mehr Druck gehabt, wie eine Woche später gegen Wehringen. Zum anderen ist eine Woche Training mehr auch nicht schlecht.“

AL-Prognose Mit den drei hochklassig erfahrenen Neuzugängen Chetschik, Kine und Kunz hat sich der VfR mit einem Schlag in die Favoritenrolle katapultiert.

FC Horgau

24 Punkte aus 16 Spielen bedeuten Rang sieben für den Aufsteiger. Damit kann man durchaus zufrieden sein.

Es gab kaum Veränderungen im Kader. Stefan Kraus ist nach Ustersbach zurückgekehrt, die Langzeitverletzten Franz Stroh und Robert Mairhörmann fehlen weiterhin.

Die Kleeblätter waren im Trainingslager in der Türkei. „Wir haben fleißig gearbeitet“, sagt Trainer Franz Stroh, „damit hat es seinen Zweck erfüllt.“ Auf einem überdachten Kunstrasenfeld hat man mit sieben gegen sieben gegen einen Landesligisten gespielt. Zurück in der Heimat gab’s ein 3:3 beim SV Hammerschmiede. Dabei hat sich Manuel Hemm schwer verletzt.

„Wir wollen so schnell wie möglich in Sicherheit sein und nicht in ein negatives Fahrwasser geraten“, sagt Franz Stroh. Die Frage, ob er schon über seine Zukunft mit den Verantwortlichen gesprochen hat, beantwortet er so: „Darüber sprechen wir erst dann miteinander, wenn wir nicht mehr miteinander wollen oder können. Ansonsten sprechen wir eigentlich jeden Tag miteinander. Wir wohnen schließlich alle im selben Dorf, pflegen eine freundschaftliche und familiäre Atmosphäre, in der jeder den anderen schätzt.

Stroh weiß nicht, wo seine Mannschaft steht. Er wird es auch am Wochenende nicht erfahren. Die Partie beim FSV Lamerdingen wurde abgesagt.

AL-Prognose Wenn die Kleeblätter weiterhin so solide spielen, dürfte der Klassenerhalt bald in trockenen Tüchern sein.

SSV Margertshausen

21 Punkte aus 16 Spielen. Das bedeutet Platz acht für den Aufsteiger. Doch man kann sich nicht in Sicherheit wiegen. Der Abstand auf den ersten Abstiegsplatz beträgt zehn Punkte.

& weg Tobias Grolig, einer der besten „Sechser“ der Liga, wird die gesamte Rückrunde aus beruflichen Gründen fehlen. Neuzugänge gab es keine.

„Das war richtig schlecht“, stöhnt der Sportliche Leiter Klaus Mayr. Neben vielen Verletzten wurde man auch von der Grippewelle erwischt. Gegen Ecknach gab es eine 3:10-Packung, gegen Reisensburg (1:2), Altenmünster (2:3) und den SV Hammerschmiede (3:4) verlor man jeweils mit einem Treffer Differenz.

„Wir müssen aufpassen und frühzeitig die Punkte holen, damit wir nicht in Abstiegsgefahr geraten“, baut Mayr auf die Heimspiele am Hungerberg.

Wenn man je einen Spielausfall herbeigesehnt hat, dann am Samstag. Zum Auftakt beim SV Stadtwerke fehlen vier Korsettstangen. Spielertrainer Manuel Degendorfer ist beruflich verhindert, Paul Niklas plagen muskuläre Probleme. Mit Roland Horvath (Leistenprobleme) und Michael Braxmeier (Entzündung im Fuß) fehlt die gesamte Offensivabteilung. „Wir haben junge Leute aus der zweiten Mannschaft im Kader“, sagt Mayr, „die können zeigen, was sie drauf haben.“

AL-Prognose Margertshausen muss sich zur Decke strecken, hält aber am Ende die Liga.

TSV Ustersbach

Mit 8 Punkten aus 17 Spielen trägt der TSV die rote Laterne. Erst ein Spiel konnte gewonnen werden. Lediglich 15 Treffer zeigen auf, wo der Schuh drückt.

Bereits die letzten fünf Spiele im Herbst hat der bisherige Co-Trainer Michael Walleitner für Xhelal Miroci das Zepter übernommen. Arthur Hartwich hat sich zum SV Ottmarshausen verabschiedet, dafür ist Stefan Kraus vom FC Horgau zurückgekommen. Sascha Obaijtin wurde reaktiviert. Als Hoffnungsträger gilt Marcus Biber. Der Angreifer, der aufgrund eines Bänderrisses die gesamte Vorrunde gefehlt hat, ist wieder dabei.

Endlich wieder Erfolgserlebnisse. Gegen die SpVgg Ederheim (2:0), den TSV Fischach (4:1) und die SpVgg Auerbach (3:2) konnte gewonnen werden. Ein Trainingslager am Gardasee hat den Teamspirit gefestigt. „Super Bedingungen“, schwärmt Walleitner, „das hat der ganzen Mannschaft gutgetan.“

„Natürlich der Klassenerhalt“, sagt Michael Walleitner. Er weiß jedoch genau, was die Stunde geschlagen hat: „Eine mehr als schwierige Situation. Aber es ist nicht die erste, vor der ich stehe.“ Der Coach ist sich jedoch sicher, „dass alle kapiert haben, um was es geht, alles geben und alles investieren“.

Das Heimspiel gegen den SV Schwabegg, der mit Herbert Wiest in der Winterpause einen renommierten Trainer installiert hat, soll stattfinden. Walleitner will unbedingt spielen: „Wir müssen jetzt irgendwie einen Lauf bekommen.“

AL-Prognose Es wird schwer. Zumal das Unterfangen Klassenerhalt aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist.

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