Meitingen

13.01.2019

Die Premiere endet im Finale

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Meitingens Torhüter Daniel Wagner stand beim ersten Auftritt des TSV bei der schwäbischen Endrunde oft im Brennpunkt. Hier klärt der zum besten Torhüter gewählte Schlussmann im Spiel gegen den TSV Dasing. Fabian Wolf und Matthias Schuster (Nummer 7) brauchen nicht einzugreifen. 
Bild: Oliver Reiser

Der TSV Meitingen macht bei seinem ersten Auftritt bei der schwäbischen Endrunde eine gute Figur. Daniel Wagner wird zum besten Torhüter gewählt

Bei der 40. schwäbischen Meisterschaft im Hallenfußball hatte es der TSV Meitingen erstmals in die Endrunde geschafft. Vor 650 zahlenden Zuschauern in der Günzburger Rebayhalle marschierte der Bezirksligist am vergangenen Samstag bei seiner Premiere bis ins Finale. Dort ging den Schwarz-Weißen dann der Sprit aus. Am Ende stand eine 1:6-Niederlage gegen den Landesligisten FC Gundelfingen zu Buche. „Wir waren einfach platt“, so Trainer Paolo Mavros, der dennoch restlos zufrieden war: „Wir haben ein Superturnier gespielt. Ich bin sehr glücklich, dass wir in dieser schweren Gruppe das Halbfinale erreicht haben. Es war ein Riesenerlebnis“, bilanzierte der Grieche beim gemeinsamen Abendessen beim Griechen in Meitingen.

Nachdem sich Alexander Heider im Qualifikationsturnier verletzt hatte und der als Ersatz geplante Johannes Nießner aufgrund des schneebedingten Katastrophenalarms kurzfristig zum Polizeidienst herangezogen wurde, konnte der TSV nur mit sieben Feldspielern antreten. Der letzte von ihnen, Matthias Schuster, traf erst unmittelbar vor Spielbeginn ein. Sein Vater Karlheinz hatte ihn in Augsburg abgeholt. „Es wäre schade, bei so einem Turnier nicht dabei zu sein. So ein Ereignis erlebt man ja nicht alle Tage“, konnte der ehemaliger Torhüter des TSV Meitingen mit seinem Sohn mitfühlen.

Rechenspiele in den Gruppenspielen

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Matthias Schuster war an der Führung im ersten Gruppenspiel gegen den TSV Dasing maßgeblich beteiligt. Einen Eckball von ihm lenkte Florian Riedl ins eigene Tor. Kurz vor Schluss traf Fabian Wolf ins leere Tor, weil Dasing längst den Torwart durch einen weiteren Feldspieler ersetzt hatte, doch der Ball war vorher im Aus. So kam es, wie es kommen musste: 23 Sekunden vor Schluss erzielte ausgerechnet der mitspielende Torwart den Ausgleich. „Jetzt mussten wir gegen Stätzling alles geben“, so Mavros. Dies gelang, weil Daniel Deppner und „Matze“ Schuster, der zum 1:0 die Vorarbeit geleistet hatte, einen 2:0-Vorsprung herausschossen. Das 2:1 des Titelverteidigers sechs Sekunden vor dem Ende kam zu spät. Im letzten Gruppenspiel gegen den FC Gundelfingen war alles drin. „Erster, Zweiter oder raus“, so Mavros. Brenzlig wurde es, als Gundelfingen mit 2:1 führte. Ein weiterer Treffer hätte das Meitinger Aus bedeutet. Doch Daniel Deppner zerstreute mit dem 2:2 alle Bedenken.

Zum zweiten Mal in Folge gab es bei der schwäbischen Endrunde erst einmal eine langatmige und teilweise langweilige Gruppenphase. Am Ende waren dann Rechenspiele angesagt. Der TSV Bobingen gewann zwar seine Vierergruppe, doch der Bezirksligist stand trotzdem haarscharf vor dem Aus. Hätte nämlich der TV Erkheim gegen den bis dato punktlosen Kreisklassisten SV Steinheim gewonnen, wäre Bobingen in der Sondertabelle unter drei punktgleichen Teams Letzter gewesen. Doch die Steinheimer, angefeuert von den Bobingern, leisteten Schützenhilfe und rangen den Lokalrivalen aus Erkheim mit 2:1 nieder.

Im Halbfinale gegen den TSV Bobingen ging es hoch her. Vor allem nach dem vermeintlichen 3:2-Führungstreffer des Süd-Bezirksligisten. „Der Torwart war im Tor drin, der Ball nicht“, schildert Paolo Mavros, der auf der Auswechselbank direkt neben dem Tor positioniert war, die Szene. Die Wogen schlugen hoch. Wie von der Tarantel gestochen rannte die gesamte Meitinger Bank zum Schiedsrichter, um zu protestieren. Philipp Ettenreich befragte daraufhin eine auf Ballhöhe sitzende Kollegin und den Torschützen Nicolas Prestel, der wohl bestätigte, dass der Ball noch nicht vollständig hinter der Torlinie war. Ausgleichende Gerechtigkeit, fand Mavros. Kurz vorher war Deppner von Bobingens Keeper Adrian Schlotterer umgegrätscht worden. Im Spiel darauf gab es für dieselbe Szene eine Rote Karte gegen einen Holzkirchener Spieler und einen Sechsmeter.

Da kein weiteres Tor fiel, erreichte der TSV Meitingen gegen die bis dato ungeschlagenen Bobinger das Sechsmeterschießen. Daniel Wagner, der am Ende des Tages nach unzähligen Glanzparaden zum besten Torhüter gewählt wurde, parierte gegen Cemal Mutlu, für Meitingen trafen Kapitän Arthur Fichtner, Daniel Deppner und Matthias Schuster. Der Endrundendebütant stand im Finale. Nicht nur im Halbfinale zwischen Meitingen und Bobingen ging es oft rustikal zur Sache. Wenn Schiedsrichter jedoch Bodychecks in Ermangelung der beim Futsal nicht vorgesehenen Zwei-Minuten-Strafe mit einer Gelben Karte ahnden, erscheint das wie eine Belohnung für den Übeltäter.

Nachdem beide Finalisten kaum Anhänger in Günzburg dabei hatten, schlugen sich die Fan-Blöcke aus Erkheim, Dasing und der Königsbrunner Frauen auf Meitinger Seite. „Ich habe gar nicht mehr gewusst, was los ist“, wunderte sich Mavros. Geholfen hat es indes nichts. Mit zunehmender Spieldauer ließ die körperliche Präsenz der Meitinger nach. „Gundelfingen hat verdient gewonnen. Wir waren platt. Wir haben unser Pulver im Halbfinale verschossen. Das hat richtig Kraft gekostet“, blickte Paolo Mavros auf ein langes Turnier zurück.

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