Fußball-Nachlese

23.04.2014

Die Woche der Wahrheit

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Simon Geldhauser

SC Altenmünster trifft innerhalb von acht Tagen auf drei direkte Mitabstiegskonkurrenten. Ein Hauch von Stimmung in der Gersthofer Sportarena

Jubeln, Mund abwischen, Euphoriebremse treten! Ivan Konjevic, der Trainer des TSV Gersthofen, ist keiner, der nach Niederlagen lange trauert. „Weiter, weiter!“, lautet sein Motto. Er ist allerdings auch keiner, der Erfolge lange feiert. Nachdem er seine Spieler abgeklatscht hatte, deutete die erste Handbewegung nach dem 7:1-Sieg gegen den TSV Ottobeuren schon wieder Richtung Boden. Nur nicht abheben! Weiter, weiter!

Die letzten Wochen waren hart für den Bayernliga-Absteiger, dem Stück für Stück die Säulen des Mannschaftsgebildes wegbrachen. Ronny Roth hat aufgrund einer beidseitigen Schambeinentzündung nach der Winterpause noch kein Spiel bestritten. Max Reinthaler hat sich in seinem Bestreben, Profi zu werden, auf den letzten Drücker nach Schweden verabschiedet. Dazu kamen dreckige Niederlagen wie gegen Schlusslicht TSV Friedberg (2:3) oder beim FC Memmingen II (1:2), als man jeweils in der Nachspielzeit das entscheidende Gegentor kassierte. Konjevic hat seine Truppe immer wieder aufgepuscht.

Gegen Ottobeuren hat es endlich gefruchtet. Nachdem man in den ersten 45 Minuten noch die gewohnte Harmlosigkeit im Angriffsspiel zur Schau stellte, reagierte Ivan Konjevic in Durchgang zwei mit der Einwechslung von zwei weiteren Offensivspielern. Und nach dem 2:1 – erzielt vom zum Stürmer umfunktionierten Kapitän Markus Nix, der zusammen mit dem unermüdlichen Antreiber Daniel Zweckbronner in die FuPa-Elf der Woche der Landesliga Südwest berufen wurde – brachen alle Dämme. Sechs Tore in 45 Minuten – wann hat es das schon einmal gegeben? Das kam sogar wieder einmal so etwas Ähnliches wie Stimmung in der immer spärlicher besetzten Sportarena auf.

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Zum Klassenerhalt werden 40 Punkte benötigt

13 Punkte aus den bisherigen sieben Spielen nach der Winterpause hat der TSV Dinkelscherben ergattert. „Wir spielen eine gute Rückrunde“, konstatierte sich Trainer Michael Finkel nach dem jüngsten 4:2-Sieg beim FC Donauwörth. „Das war so nicht vorhersehbar“, sagt der Coach, „doch wir hatten oft das nötige Quäntchen Glück und sind so fit, dass wir auch verloren geglaubte Spiele noch drehen können.“ Zuletzt lagen die Lila-Weißen nach 17 Minuten 0:2 zurück. „Das ist unglücklich losgegangen“, kann Finkel im Nachhinein über das Eigentor und den vermeidbaren Elfmeter lachen, die zu den beiden Gegentreffern geführt hatten. Zwei Doppelpacks von Youngster Thomas Kubina und Altmeister Alexander Guggemos sorgten für eine Happy End. Mit einer Berufung in die FuPa-Elf der Woche wurden Simon Geldhauser und Lukas Hörtensteiner belohnt.

„Das war ganz wichtig, weil alle anderen gepunktet haben und wir nun spielfrei sind“, sagt Michael Finkel, der mit seinem Heimatverein auch über die 15. Saison hinaus weiter in der Bezirksliga spielen will. Nachdem die letzten drei wohl abgestiegen sind, kämpfen sieben Mannschaften um den vierten Abstiegsplatz und den Relegationsrang. „Da werden 40 Punkte zum direkten Klassenerhalt notwendig sein“, sieht sich Finkel noch nicht ganz am Ziel.

Ein weiter Weg steht auch dem SC Altenmünster bevor. Der Renommierklub aus dem Zusamtal steht seit dem Osterwochenende auf einem Abstiegsplatz. Zum einen, weil die einzige Partie beim FC Gundelfingen II mit 1:2 verloren wurde, zum anderen, weil die Konkurrenz aus Waldstetten und Wasserburg wie verrückt punktet. „Das war eigentlich ein Unentschieden-Spiel“, blickt Alexander Kuchenbaur zurück. Auch kurz vor Schluss sei kein Tor in der Luft gelegen. Doch als Torhüter Dennis Schnürch kurz zögerte und dann unglücklich einen Elfmeter verursachte, war’s um den SCA geschehen. „Wir können einfach die Ergebnisse nicht holen. Deshalb ist der Vorsprung geschmolzen“, sagt Kuchenbaur.

Dieser Gefahr war er sich immer bewusst. Erst recht, als sich mit Patrick Pecher (verletzt), Stefan Fischer (berufliche Gründe) und Sebastian Mayer (zum TSV Neusäß) kurz vor knapp drei Spieler verabschiedeten, mit denen Kuchenbaur fest gerecht hatte. „Das können wir nicht kompensieren“, singt der ehemalige Bayernligaspieler das alte Lied: „Kleiner Kader, schwache Trainingsbeteiligung.“ Er selbst wollte mit seinen 40 Jahren eigentlich gar nicht mehr spielen, steht jedoch regelmäßig auf dem Feld. Zuletzt musste sogar Roland Herdin reaktiviert werden.

Drei Spiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten

„Wir sind zwar insgesamt nicht mehr als 14 Spieler, doch ich hoffe, dass wir jetzt wenigsten endlich einmal komplett sind“, sagt Alex Kuchenbaur fast flehentlich vor der „Woche der Wahrheit“, in der es innerhalb von acht Tagen gegen die direkten Mitabstiegskonkurrenten SV Waldstetten, Türk Gücü Lauingen und TSV Wasserburg geht.

In der Kreisliga Augsburg steht mit dem Türk SV Bobingen der erste Absteiger fest. Auch der TSG Stadtbergen dürfte nach der 0:4-Heimniederlage gegen den SV Cosmos Aystetten nur noch ein Wunder helfen – auch wenn die Truppe um Trainer Bernhard Molle noch zwei Nachholspiele gegen die unmittelbaren Konkurrenten SV Ottmaring und DJK Lechhausen in der Hinterhand hat. Mit Lucas Nießeler verletzte sich jedoch ein weiterer Spieler.

Der Kreisliga-Relegant muss vier Spiele gewinnen

Trotz an Ostern ergatterter vier Punkte (3:3 beim VfR Foret, 3:1 gegen Türk SV Bobingen) steckt auch der TSV Leitershofen noch immer über beide Ohren im Abstiegsstrudel. Selbst der Relegationsplatz ist nicht wirklich ein erstrebenswertes Ziel. Der Zwölfte der Kreisliga Augsburg muss in eine brutale Knochenmühle. Zunächst wartet der 13. der Kreisliga Ost. Der Verlierer dieser Partie steht als weiterer Absteiger fest, der Sieger geht in die eigentliche Relegation und trifft hier zunächst auf den Vizemeister der Kreisklasse Nordwest. Der Gewinner spielt dann gegen den Zweiten der Kreisklasse Neuburg. Unfassbar! Wer hier gewinnt, ist noch immer nicht am Ziel. Er muss sich dann im alles entscheidenden Spiel mit dem Sieger der Partie des Zweiten der Kreisklasse Mitte mit dem Gewinner des Vergleichs der Vizemeister aus den Kreisklassen Aichach und Süd messen. Um in der Kreisliga zu bleiben, sind also sage und schreibe vier Siege notwendig.

Nur drei Siege würde der Vizemeister der Kreisklasse Nordwest benötigen, um in die Kreisliga aufzusteigen. Doch selbst das ist dem SSV Margertshausen zu viel. Dreimal in Folge sind die Grün-Weißen zuletzt in der Relegation gescheitert. Seit dem Ostermontag stehen sie wieder auf diesem undankbaren zweiten Platz, nachdem der FC Horgau an ihnen vorbeigezogen ist. Noch hat es der SSV mit einem Spiel weniger allerdings selbst in der Hand, diesem Horrorszenario zu entgehen.

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