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Jugendfussball

06.09.2012

Eine neue Form von Straßenfußball

Für Zuschauer heißt es, Abstand halten. In der Fair-Play-Liga der F-Junioren dürfen die Akteure selbst entscheiden. Es gibt auch keinen Schiedsrichter.
Bild: Peter Appel

Jugendfußball In der Fair-Play-Gruppe der F-Junioren dürfen die Spieler selbst entscheiden. Einen Schiedsrichter gibt es nicht

Landkreis Augsburg Ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter: eigentlich unvorstellbar. Oder doch nicht? Im Fußball-Bereich Augsburg Nordwest startet in der neuen Saison eine neue Spielform für eine F-Jugend-Gruppe: Die Fair-Play-Liga. Dies ist eine Spielform ohne Schiedsrichter, bei der die Kinder auf beiden Seiten selbst entscheiden. Die beteiligten Trainer nehmen am Spielfeldrand Platz, stoppen die Zeit, greifen aber nur im Ausnahmefall aus der Coachingzone ein.

Für die Eltern gibt es eine Fanzone, die außerhalb des Platzes und idealerweise zehn Meter von dem Spielfeld entfernt liegen sollte. Dies soll das ständige Eingreifen der Eltern von der Seitenlinie aus verhindern, die Kinder nicht durch störende Einflüsse in ihrem Handeln beeinträchtigen. Bisher sah es oft so aus, dass „1000 Trainer versuchten, von außen lautstark Einfluss zu nehmen“, so ein Funktionär. „Die Kinder hatten keinen eigenen Willen mehr, die waren ferngesteuert.“ Im schlechtesten Fall gerieten sie sich dann auch noch gegenseitig in die Haare.

Die Idee ist keineswegs neu: In Aachen erwärmten sich Funktionäre bereits 2007 für diese Neuerung, dort ist man nach anfänglichen Bedenken schon im fünften Spieljahr angelangt. Schleswig-Holstein folgt diesem Beispiel ebenfalls. Im Norden der Republik wurde bei einer Tagung kürzlich die Einführung einer Fair-Play-Liga zu Beginn der Saison 2012/13 beschlossen.

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Zu diesem Thema gibt es eine Reihe von Abhandlungen, etwa im DFB-Lehrbuch „Fußball von morgen – Kinderfußball“. Darin wird ausgesprochen kritisch angemerkt, dass die jungen Sportler sich zu sehr am Ergebnis orientierten, das sei die Ursache vieler Fehlentwicklungen. Eine Grundüberlegung lautet daher: „Im früheren Straßenfußball spielten Kinder selbst organisiert so, wie sie es wollten. Das freie Fußballspiel müssen wir den Kindern im Vereinsfußball wieder anbieten. So vermitteln wir ihnen die Faszination des Spiels.“

Diese Spielform wurde letzte Saison bereits im Osten ausprobiert und wird jetzt auch im Bereich Nordwest eingeführt. Die dazugehörige Liga ist die U9(F1)-Gruppe Augsburg 44 mit dem TSV Welden, SV Cosmos Aystetten, SV Ottmarshausen, SpVgg Westheim und dem SV Gablingen/SV Stettenhofen. Ein Infoabend für die beteiligten Vereine findet dazu am heutigen Donnerstag, 6. September, um 19.30 Uhr beim SV Stettenhofen statt.

Die Meinungen der Beteiligten werden auseinandergehen

„Ich denke, dass ist eine interessante neue Spielform, bei der die Meinungen sicherlich auch etwas auseinandergehen werden“, sagt Jugend-Spielgruppenleiter Andreas Schierz und ist schon sehr gespannt über die Meinungen und Erfahrungen nach der Herbstrunde. Im Frühjahr wird es dann eine neue Liga mit anderen Mannschaften geben. Das Eröffnungsspiel dieser Fair-Play-Liga findet am Freitag, 14. September, statt. Um 17 Uhr stehen sich der TSV Welden und der SV Ottmarshausen gegenüber.

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