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Gessertshausen

09.06.2018

Er holt die Vergangenheit zurück

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2 Bilder
Zum Fest „90 Jahre SVG“ will Franz Scherer als Sprecher des „Förderkreis im SVG“ an die früheren Augsburger Derbys erinnern.
Bild: Marcus Merk

Franz Scherer lässt in Gessertshausen die Erinnerungen an die großen Augsburger Derbys aufleben.

Franz Scherer und der Förderkreis Sport bringen den TSV Schwaben und die U 23 des FCA Augsburg zu einem Freundschaftsspiel nach Gessertshausen. Die Begegnung zum 90-jährigen Bestehen des Vereins hat eine besondere Bedeutung – sie geht zurück in die Augsburger Sportgeschichte, die Franz Scherer als junger 57-Kilo-Athlet selbst miterlebt hat.

Sie bringen den TSV Schwaben und die U23 des FC Augsburg nach Gessertshausen. Sie verbinden mit beiden Mannschaften persönliche Erinnerungen. Welche sind das?

Scherer: Als Jugendlicher ist man früher vor der Fusionierung zum BCA oder zu Schwaben Augsburg gegangen. Die beiden Clubs hatten die Stadt geteilt, natürlich gab es gewisse Rivalitäten.

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Ganz ehrlich: Zu welchem Verein sind Sie gegangen?

Scherer: Ganz ehrlich: Zum BCA. Mein Vater war ein guter Freund des BCA-Urgesteins Georg Wieland, also musste ich immer mit. Gespielt habe ich aber bei der TSG Augsburg. Sie war eine Zeit lang der sportlich die Nummer drei in Augsburg im Bunde. Ein Jahr lang spielte die TSG mit dem BCA in einer Klasse – damals immerhin die dritthöchste in Deutschland. Die Guten von uns wurden dann in der Regel vom BCA oder von den Schwaben abgeworben. Das war dann auch der Grund, zu den Derbys zu gehen, um seine alten Freunde wieder zu sehen.

Was hatte man damals eigentlich für Fußballschuhe getragen?

Scherer: Es gab schon Schraubstollen, die die kleinen Ledernoppen abgelöst haben.

Was gab es noch für Unterschiede zwischen damals und heute? Heute verdienen Fußballer vermutlich deutlich mehr Geld.

Scherer: In der Landesliga gab es damals 30 Mark, wenn wir gewonnen hatten. Ich erinnere mich auch noch, dass es wir in der viert höchsten Klasse damals in Deutschland nur eine Trikotgröße hatten. Ich mit meinen 1,80 Meter und 57 Kilo Gewicht hätte das Trikot dreimal um mich wickeln können. Mir wurde dann gesagt, ich solle in der Dusche mehr laufen, ich werde sonst nicht nass. Ein anderer auffälliger Unterschied zu heute war, dass gute Spieler von unterklassigen Vereinen raufgeholt wurden. So etwas gibt es heute ganz, ganz selten ist.

Heute werden die Spieler von morgen in Nachwuchszentren groß.

Scherer: Richtig. Damals hat man immer gewartet, wer jetzt ein Angebot bekommt. Mit dem hat sich dann jeder gefreut. Man hat es demjenigen gegönnt.

Bei Ihnen hat sich die Tür zum großen Fußballsport aber nicht geöffnet?

Scherer: Nein. Ich hatte zu viele Verletzungen. Ich war zwar sehr schnell, hätte eine höherklassige Karriere aber körperlich nicht durchgehalten. Auch mangels Körpermasse.

Sie waren ja ein Handtuch.

Scherer: Ja, ja. Mein Freund Erhard Tutschka gab mit den schmeichelhaften Spitznamen Spargeltarzan. Ich hatte aber immer einen Stammplatz. Aber der war nach sechs Wochen wieder weg, weil ich wieder verletzt war.

Wie ging Ihre sportliche Karriere weiter?

Scherer: Ich musste irgendwann aufhören. Drei Jahre lang habe ich danach aus Frust und Trauer kein Fußballspiel mehr angeschaut. In der Zeit habe ich das Abitur nachgeholt, in Heidelberg studiert und dann in Gessertshausen einen leistbaren Bauplatz gefunden. Dort habe ich dann bei der AH wieder gespielt und 2005 den Förderkreis gegründet, der seitdem etliche tausend Euro an Sach- und Geldleistungen gesammelt hat. Mir macht das alles einfach Spaß.

Und jetzt ist der Verein auch noch aufgestiegen.

Scherer: Zum 90-Jährigen, besser hätte es nicht sein können – mit einer sehr junge Mannschaft und eine Top-Trainerteam.

Wenn am kommenden Sonntag der TSV Schwaben und die FCA-U23 gegeneinander spielen: Für welche Mannschaft schlägt dann Ihr Herz?

Scherer: Da ich bin vollkommen neutral. Ich habe die U23-Verantwortlichen des FCA kennengelernt, ein sehr nettes und professionellen Team hinter den Kulissen. Und von Schwaben Augsburg kenne ich den Abteilungsleiter von Kindheitstagen an. Ich gehe es gelassen an und freue mich auf das große Fest.

Wird man den ein oder anderen Nachwuchsstar erleben können?

Scherer: Ich hoffe, dass auch Felix Schwarzholz beim FCA dabei ist – mit seinem Opa habe ich noch bei den Alten Herren in Gessertshausen gespielt. Das wäre doch ein schönes Wiedersehen.

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