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Fußball

17.07.2020

Erst der Ligapokal und dann die Meisterschaft

Seit sieben Monaten steht die Abenstein-Arena in Gersthofen leer. Sehnsüchtig blicken nicht nur die Spieler des TSV Gersthofen nach vorne, dass jetzt endlich wieder gekickt werden darf. Ein Re-Start ist für Anfang September vorgesehen.
Bild: Oliver Reiser

Bezirk und Kreise bereiten den Re-Start mit vorläufigen Rahmenspielplänen vor. Was die Grundvoraussetzungen für einen Anstoß im September sind und worauf sich die Vereine einstellen müssen

Durch weitere Lockerungen der Bayerischen Staatsregierung könnte der herbeigesehnte Re-Start in den Fußball-Amateurligen im September Wirklichkeit werden. Schwabens Bezirksspielleiter Rainer Zeiser ( Bubesheim) hat sich bereits Gedanken gemacht, wie es im Falle eines Falles weitergehen kann. Am Beispiel der Bezirksligen zeigt Zeiser auf, wie der Wettbewerb laufen soll: Die 16 Vereine werden in vier Vierergruppen eingeteilt und würden am Wochenende 5./6. September mit dem ersten Spieltag starten.

Bei Hin- und Rückspiel hat jede Mannschaft sechs Begegnungen zu bestreiten, sodass die erste Pokalrunde am 11. Oktober beendet wäre. Danach geht es mit dem ersten kompletten Spieltag nach der Corona-Pause in der normalen Punktrunde bis zum 15. November mit fünf Begegnungen pro Verein weiter.

Bevor dann im April die restlichen fünf Durchgänge der unterbrochenen Saison 2019/2020 ausgetragen werden sollen, wird der Ligapokal mit der Zwischenrunde ab Mitte März 2021 fortgesetzt. Hier erfolgen dann in Hin- und Rückspielen Überkreuzbegegnungen zwischen einem Tabellenersten und einem Tabellenletzten der Vierergruppen. Der Tabellenzweite spielt gegen einen Tabellendritten.

Für die Verlierer aus beiden Zwischenrundenspielen ist der Ligapokal beendet, die Sieger spielen dann in weiteren K.-o.-Runden so lange weiter, bis der schwäbische Pokalsieger aus beiden Bezirksligen (Nord- und Südgruppe) gekürt ist. Dieser kann dann in die Landesliga aufsteigen. Setzt sich ein Team durch, das in der normalen Punktrunde zu den Absteigern zählt, bekommt dieses als Belohnung den Klassenerhalt sozusagen geschenkt.

Wird ein Team, das über die normale Punktrunde Meister wird, Pokalsieger, geht der Tabellenzweite in die Landesliga hoch. „Ich hoffe, dass alle Vereine beim Ligapokalwettbewerb dabei sind, wenngleich die Teilnahme auf Freiwilligkeit basiert“, so Zeiser. Die Bezirksligisten sind alle am Start.

Auch im Fußballkreis Augsburg steht der grobe Plan für die Saisonfortführung fest. In einer Mitteilung hat Kreisspielleiter Reinhold Mießl die Vereine über den Rahmenplan informiert, der allerdings von der Entwicklung im Zuge der Corona-Krise abhängig ist. „Zunächst muss die Bayerische Staatsregierung ab August wieder Wettkampfbetrieb erlauben“, so der Spielleiter.

Die Restsaison wird dabei in zwei Blöcke gegliedert – gespielt wird von September bis Ende November und von Ende März bis Ende Mai. Anschließend finden die Relegationsspiele statt. „Das ist erst einmal vorläufig und hängt von der Entwicklung ab. Priorität hat die Meisterschaft“, erklärt Reinhold Mießl auf Nachfrage unserer Zeitung. Los geht es am Samstag, 5. September, mit den Halbfinalpartien des Toto-Pokals. Dabei stehen sich der TSV Pöttmes und der TSV Bobingen sowie der Kissinger SC und der TSV Neusäß gegenüber.

Auch danach geht es zunächst nicht um Ligapunkte. Denn zunächst steht für alle Mannschaften der neu eingeführte Ligapokal an. Die erste Runde der Gruppenphase startet am 6. September. Erst ab Sonntag, 27. September, kämpfen die Fußballer wieder um Punkte in ihren jeweiligen Ligen. Dann steht bis Ende des Jahres wieder der Ligapokal auf dem Programm. Auch das Jahr 2021 startet mit dem Ligapokal, zumindest für diejenigen Teams, die nach der Gruppenphase noch mit dabei sind. An Ostern könnten nächstes Jahr viele Kicker freihaben, denn am Ostermontag gehen die Halbfinalpartien des Ligapokals über die Bühne. Das Finale findet rund eine Woche später, am Sonntag, 11. April, statt. Die Teilnahme ist laut Mießl freiwillig. Für den Ligapokalsieger wartet auch im Kreis als „Zuckerl“ der Aufstieg in die nächsthöhere Klasse.

„Der Ligapokal hat was“, gefällt Florian Fischer, dem Trainer des Bezirksligisten TSV Gersthofen, die lokale Komponente, die vielen Derbys und die kurzen Wege des sportlich reizvollen Wettbewerbs. „Ich freue mich auch auf die Hammergruppe, die wohl stärkste in Schwaben. Da geht es gleich ans Eingemachte“, will er die Sache absolut ernst nehmen.

In den Kreisklassen hat sogar der Verlierer des Finales noch die Chance auf den Aufstieg. Er darf nämlich an der Relegation zur Kreisliga teilnehmen, bei der bisher angesichts sieben Kreisklassen immer ein kompliziertes System mit Freilosen nötig war. Aus den A- und B-Klassen können sogar jeweils beide Finalisten aufsteigen.

Das gefällt auch Kevin Albrecht: „Hört sich auf jeden Fall interessant an“, bezeichnet der Spieler des A-Klassisten FC Langweid den Ligapokal als so eine Art Champions League für die Kleinen. „Da die Leistungsunterschiede auch nicht groß wären, würde das mit Sicherheit Spaß machen. Auch die Option, dass die Liga auf jeden Fall Vorrang hat, scheint nach seinem Dafürhalten gut „ausgedacht“ zu sein. Ebenfalls positiv findet er die Entscheidung, „dass im November keiner seine Meisterschaft feiern muss beziehungsweise Relegationsspiele stattfinden.“

Nach Ostern beginnt dann der Ligaendspurt mit fünf Partien in Folge. Als Erstes fertig sind die Kreisligisten, die ihren abschließenden Spieltag am Samstag, 15. Mai, haben. Kreisklasse, A-Klasse und B-Klasse beschließen die Saison am Pfingstsamstag. Die Relegationsspiele auf Kreisebene finden vom 26. Mai bis 6. Juni statt. Die Tabellenzweiten der Kreisligen sind schon früher gefordert, denn die Relegation auf Bezirksebene beginnt am Dienstag, 18. Mai.

Die vier Vierergruppen aus den Gruppen Nord und Süd will Bezirksspielleiter Rainer Zeiser nach regionaler Zugehörigkeit einteilen. In den Kreisligen, die im Gegensatz zur Bezirksliga (16) nur mit 14 Mannschaften bestückt sind, werden aus den insgesamt 28 Vereinen vier Vierer- und vier Dreiergruppen gebildet. Eine Einteilung will Mießl erst vornehmen, wenn alle gemeldet haben: „Die Vorrundengruppen werden nach regionalen Gesichtspunkten erfolgen und viele Derbys garantieren. Überschneidungen innerhalb der Ligenebene kann es dabei durchaus geben.“ Mit der Einteilung der B-Klassen will sich Mießl noch Zeit lassen: „Ich habe gehört, dass einige Vereine Probleme haben, ihre Leute wieder zusammenzutrommeln.“ (mit her)

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