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Bezirksliga Nord

11.11.2017

Feuerwehrmann als „Brandstifter“

Der Fußball-Flüsterer. Meitingens neuer Trainer Paolo Mavros pflegt einen sehr engen Kontakt mit seinen Spielern. Beim TSV Meitingen soll er nicht als Feuerwehrmann, sondern als „Brandstifter“ agieren.
Bild: Fred Schöllhorn

Was Paolo Mavros, der neue Trainer des TSV Meitingen, vor seiner Premiere beim TSV Hollenbach verändert hat

Üblicherweise erfolgen im Herbst Trennungen von Trainern, wenn im Tabellenkeller das Höllenfeuer des Abstiegs immer heißer wird, wenn in den Klubs sozusagen schon vor Weihnachten der Baum brennt. Ein Trainer, der dann die Mannschaft übernimmt, wird dann landläufig als Feuerwehrmann bezeichnet, weil er kurzfristig retten soll, was noch zu retten ist. Beim Nord-Bezirksligisten TSV Meitingen liegt der Fall anders. Hier soll der neue Trainer Paolo Mavros, der vergangene Woche Florian Prießnitz abgelöst hat, als „Brandstifter“ fungieren, bisher fehlenden Feuer entfachen, um den derzeitigen Tabellendritten ganz nach oben zu führen. Die erste Station auf dem Weg in Richtung Landesliga ist am Sonntag (14 Uhr) beim TSV Hollenbach.

„Für mich war es angenehm, für die Spieler hart.“ So beschreibt Paolo Mavros seine erste Woche beim TSV Meitingen. Zwei Trainingseinheiten seien jedoch zu wenig gewesen, um einen tiefen Einblick zu bekommen. Mavros: „Was war, das war. Die können alle Fußball spielen. Ich habe nur etwas an der Mentalität gekitzelt.“ Der 45-Jährige gilt als Motivator, soll der Mannschaft das Feuer vermitteln, das ihr angeblich zuletzt gefehlt hat.

Eigentlich wollte Paolo Mavros nach seinem Ausstieg beim Landesligisten Türkspor Augsburg erst wieder in der Saison 2017/18 auf einer Trainerbank sitzen. Rein zufällig habe er sich am vergangenen Sonntag das Spiel des TSV Meitingen gegen den VfL Ecknach (2:3) angeschaut. Am nächsten Morgen war TSV-Abteilungsleiter Torsten Vrazic am Telefon. Zunächst sei geplant gewesen, dass er Florian Prießnitz an der Außenlinie zur Seite stehen sollte. Das hat der bisherige Spielertrainer abgelehnt.

Für Mavros ist das Engagement in Meitingen nicht nur auf die nächsten drei Spiele, die noch in diesem Jahr ausgetragen werden, beschränkt. „Ich mache keine halben Sachen. Meitingen will nach oben, und ich will immer aufsteigen“, kann er sich durchaus eine längere Laufzeit dieses Freundschaftsdienstes in den Lechauen vorstellen.

„Jeder hat seine Philosophie“, antwortet Paolo Mavros auf die Frage, welche Veränderungen er denn nun vornehmen werde. Statt mit einem will er mit zwei Stürmern antreten, aber dennoch nicht ins offene Messer laufen. „Wir werden nicht alles verändern, aber wir werden anders auftreten“, kündigt er für das Spiel in Hollenbach an, „dafür haben wir diese Woche akribisch trainiert.“ Fehlen werden ihm dabei Florian Prießnitz, der auch als Spieler nicht mehr zur Verfügung steht, sowie der verletzte Roman Kadutschenko. Ein Fragezeichen steht noch hinter René Heugel.

Aus Hollenbacher Sicht sind die Meitinger Probleme purer Luxus. Der TSV kämpft seit Wochen vergeblich gegen die rasante Talfahrt an, nähert sich immer mehr den Abstiegsplätzen. Zwei Punkte aus den vergangenen sechs Partien sprechen Bände. Es scheint sich die alte Fußballerweisheit zu bewahrheiten, wonach die zweite Saison nach einem Aufstieg zur wesentlich kniffligeren Angelegenheit wird.

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