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Fischach

28.11.2018

Für die einen zählt der Spaß, für die anderen nur die Leistung

Dass der TSV Fischach (rote Trikots) gegen den FC Bayern München spielt, kommt nicht alle Tage vor. Deshalb war es für die Jungs aus der Region eine besondere Gelegenheit, dass viele bekannte Vereine zum Topstar-Cup nach Fischach anreisten. Auf der Tribüne beobachtet der Nachwuchs des TSV 1860 München das Geschehen.
Bild: Marcus Merk

Der TSV Fischach veranstaltet den Topstar-Cup. Dazu reisen umliegende Mannschaften und bekannte Vereine an. Für manche geht es um die Freude, für die anderen ums Gewinnen.

Johlend und klatschend sitzen die Mütter und Väter auf der Tribüne und feuern ihre Söhne und Töchter auf dem Spielfeld an: „Marius, auf geht’s! Felix, aufpassen! Linus, kämpfen!“ Plötzlich kommt der Torwart herausgelaufen und knallt gegen einen Gegenspieler. „Also das geht ja gar nicht, dass der da einfach rausgrätscht“, ärgert sich eine Mutter. Für zehn Minuten herrscht in der Staudenlandhalle in Fischach geballte Spannung, dann ertönt die Sirene und das Ergebnis steht fest: Der TSV Dinkelscherben gewinnt gegen den Hertha BSC Berlin 4:2.

Der größte Unterschied zwischen den Vereinen: Nicht allen geht es nur um den Spaß

Seit vielen Jahren organisiert der TSV Fischach den Topstar-Cup für E-Junioren in der Staudenlandhalle, zu dem sowohl einige Mannschaften aus dem Augsburger Land antreten als auch große Vereine aus Deutschland und Österreich. Es spielte zum Beispiel der TSV Leitershofen gegen Rapid Wien, der SSV Anhausen gegen Red Bull Salzburg und der TSV Fischach gegen FC Bayern München.

Für die Kinder zwischen acht und zehn Jahren sei das natürlich eine einmalige Gelegenheit, gegen solche bekannten Klubs zu spielen, sagt Jochen Kaisinger, zweiter Jugendleiter des TSV Fischach, der den Cup mitorganisiert. „Aber es ist Nervosität da, sie haben Respekt vor den großen Namen.“

Über 100 Freiwillige vom TSV Fischach helfen an der Kasse, in der Küche, als Ordner oder bei den Fahrdiensten mit, dass der Topstar-Cup jedes Jahr für zwei Tage stattfinden kann. Der Verein organisiert außerdem Gastfamilien, bei denen die Kinder aus Berlin, Wien und Salzburg schlafen können. Auch die Jungs von Hertha BSC Berlin übernachten bei Familien in der Umgebung, erzählt Carsten Hund, der Trainer der U9-Mannschaft. Die Berliner sind mit dem Zug angereist, die vierstündige Fahrt war genau durchgetaktet. „Weil die Jungs früher aus der Schule mussten, haben wir zwei Stunden Schularbeiten gemacht. Anschließend durften sie eine Stunde lang zusammen spielen, zum Schluss gab es eine Stunde, um sich mit Elektronik zu beschäftigen.“

Der Respekt gegen die Großen ist da

Das sei einer der größten Unterschiede zwischen den heimischen Mannschaften und den Teams der großen Vereine, berichtet Wolfgang Hutterer, Hauptjugendleiter beim TSV Fischach. „Für unsere Jungs ist das ein Spaßturnier. Für die bekannten Teams geht es um Leistung.“ So würden die Gastfamilien vor dem Besuch von den Vereinen gebrieft, es gebe Essenspläne und feste Schlafzeiten. „Die Kinder vergleichen sich untereinander, sie wollen bei dem Turnier auch was gewinnen.“

Und auch die Trainer beobachten genau die Leistung ihrer Schützlinge. „Manche versuchen auch mal zu scouten und die besten Spieler abzuwerben.“ Einige Trainer möchten deshalb auch nicht, dass die Namen der Kinder in der Zeitung erscheinen. Denn so könnten andere Vereine auf die Spieler aufmerksam werden und versuchen, die Jungs abzuwerben, sagte ein Trainer des FC Bayern München während des Turniers.

So auch bei dem achtjährigen Nico vom Hertha BSC Berlin. „Das Turnier macht mir insgesamt Spaß, wir waren auch gut, außer gegen Dinkelscherben.“ Nico ärgert sich, weil manche seiner Mannschaft nicht zusammenhalten und nicht an die anderen Spieler abgeben wollten. „Sonst bin ich aber zufrieden. Und meine Gastfamilie ist nett, ich fühle mich dort sehr wohl.“

An dieses Spiel erinnern sich die Kinder noch in zehn Jahren

Auch dem zehnjährigen Felix Ahlers vom TSV Dinkelscherben gefällt das Turnier gut. „Am Anfang haben wir uns schon schwergetan, aber wir sind eine tolle Mannschaft und haben zusammengehalten.“ Der Sieg über den Berliner Verein spornt ihn an. „Die anderen haben alles alleine probiert und gar nicht als Mannschaft zusammengespielt.“

Sein Vater ist zusammen mit Daniel Scherer Trainer der Dinkelscherber E-Jugend. „Der Respekt gegenüber den großen Mannschaften war da, aber die Jungs sind heute über sich hinausgewachsen. So einen Sieg vergisst man nicht, an dieses Spiel erinnern sie sich noch in zehn Jahren.“

Ähnlich sehen es auch Florian Schöltzel und Thomas Bayer, die Trainer des TSV Fischach. „Unser größter Erfolg war der Derby-Sieg gegen Langenneufnach. Im Vordergrund steht einfach der Spaß für die Kinder. Am Montag in der Schule interessiert das Ergebnis sowieso niemanden mehr. Nur, dass sie gegen Hertha oder den FC Bayern gespielt haben.“

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