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Bezirksliga Nord

01.09.2018

„Halb Meitingen ist wohl im Urlaub“

Von der A-Jugend an hat Benjamin „Ruud“ Seidel für den TSV Meitingen gespielt. Vor wenigen Wochen ist der 29-Jährige zum FC Affing gewechselt, mit dem er am Sonntag in die Lechauen zurückkehrt.

Hausgemachter Punktverlust ärgert Verantwortliche beim TSV. Ein Meitinger Urgestein kehrt zurück

Leidenschaft, Treue, Kampf- und Teamgeist – diese Attribute warf Abteilungsleiter Torsten Vrazic zum Saisonbeginn in den Raum, hoffte dabei inständig, dass sich seine Mannschaft diese zu Herzen nehmen würde. Große Ziele steckte sich der punktuell verstärkte Kader. Der Aufstieg in die Landesliga war das große Ziel. Doch dieses scheinen vor dem siebten Spieltag zahlreiche Spieler bereits aus den Augen verloren zu haben.

Nach dem 2:2 in Donaumünster, das die Lechtaler weiter von der Spitzengruppe der Bezirksliga hat abdriften lassen, brodelte es nur so in den Verantwortlichen des Vereins. Der sonst so taffe Vrazic gab sich niedergeschlagen, Trainer Pavlos Mavros indessen enttäuscht von seinen Spielern. Von jenen, die sich kurzfristig in den Urlaub verabschiedeten und die Mannschaft in dieser entscheidenden Saisonphase im Stich ließen. „Gewisse Mannschaftsteile haben sich äußerst unclever verhalten“, so Mavros. „Sie denken wohl nicht an den Rest der Mannschaft, die Verantwortlichen und die Menschen drumherum, die alles für den TSV Meitingen tun würden.“

Mit Kapitän Arthur Fichtner, Daniel Deppner, Alexander Heider und Marius Schuster fehlten in Donaumünster somit urlaubsbedingt zahlreiche Stammkräfte. Neben den Urlaubern fielen Fabian Wolf und Benjamin Hoff (beide Bänderriss) aus. „Dieses Unentschieden ist hausgemacht“, so Vrazic. „Alle Spieler wurden vor der Saison gefragt, wann sie nicht da sind. Sich dann ein, zwei Wochen vor dem Urlaub erst abzumelden ist für mich als Trainer eine Katastrophe. Halb Meitingen ist aber wohl gerade im Urlaub“, fügte Mavros hinzu. „Wir hatten vor der Saison Ziele! Das ist vielen mittlerweile egal“, so Vrazic weiter.

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Der TSV muss mittlerweile auf A-Jugendspieler zurückgreifen. „Ohne sie wäre ich aufgeschmissen“, meinte Mavros. Zudem fiel plötzlich ein 20-jähriges Juwel vom Himmel. „Emmanouil Chouiloulidis ist eine totale Erscheinung. Er hat bislang stark gespielt“, so Mavros. Auch Urlauber Daniel Deppner erwies sich als Teamplayer und wird vorzeitig von seinem Urlaub zurückkehren, um gegen den FC Affing sein Team zu unterstützen. „Das finde ich ganz ganz stark von ihm“, lobte Vrazic.

Der Zusammenhalt ist in Meitingen zurzeit wichtiger denn je. Will der Aufstiegsaspirant seinem Ruf gegen den FC Affing, der mit zahlreichen erfahrenen Spieler bestückt ist, gerecht werden, müssen alle an einem Strang ziehen.

„Zudem müssen wir wieder kaltschnäuziger vor dem Tor werden“, sagt Mavros. Im Affinger Kasten steht seit zwei Wochen ein echter Meitinger. Benjamin Seidel, seit der Jugend für die Lechtaler am Ball, wollte eigentlich aufhören, wechselte jetzt aber kurzfristig zum Ligarivalen auf die andere Lechseite, nachdem sich dort Stammkeeper Roman Artes, ebenfalls ein Ex-Meitinger, und dessen Stellvertreter Noah Scherer verletzt haben. Seit zwei Spielen steht der 29-Jährige, den sie in Meitingen „Ruud“ nennen, nun zwischen den Pfosten.

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