Horgau

20.10.2019

In Lauerstellung

Der TSV Dinkelscherben (links Torhüter Tobias Weber) hat sich mit drei Siegen in Folge wieder gefangen. Beim TSV Zusmarshausen (rechts Johannes Link) brach zuletzt alles wie ein Kartenhaus zusammen.
Bild: Andreas Lode

Der SSV Anhausen mischt das Titelrennen auf und ist zum Spitzenspiel zu Gast beim FC Horgau

Egal wer sich vor der Saison über mögliche Favoriten debattierte, er hatte mit Sicherheit nicht den SSV Anhausen auf dem Zettel. Doch der hat gerade einen Lauf, weilt auf dem dritten Tabellenplatz und kann im Spitzenspiel gegen den FC Horgau für eine kleine Sensation im Anhauser Tal sorgen. Aber auch der TSV Dinkelscherben und der TSV Zusmarshausen sind in Lauerstellung.

FC Horgau – SSV Anhausen. Wenn einer bislang unter dem Radar flog, dann ist es der SSV Anhausen. Mit einem knappen 2:1-Erfolg gegen Bezirksliga-Absteiger Kissinger SC schob sich der SSV auf Rang drei. „Das spiegelt ihre Stärke wieder. Sie verfügen über sehr viel Qualität und Erfahrung bis hin zur Bayernliga. Das wird ein echtes Spitzenspiel“, zollt Horgaus Spielertrainer Franz Stroh dem kommenden Gegner Respekt – völlig zu Recht. Denn der SSV Anhausen hat derzeit einen Lauf. Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Leidenschaft und Wille sind Gründe für den überraschenden Erfolg und machen wett, was andere Mannschaften dem SSV fußballerisch überlegen sind. Doch das war nicht immer so. „Seit meiner Ansprache vor ein paar Wochen hat sich die Stimmung und Grundeinstellung komplett geändert. Alle sind bei der Sache und geben alles“, ist Spielertrainer Benedikt Schmid stolz auf seine Jungs. Während der FC Horgau wieder einmal mit personellen Engpässen zu kämpfen hat und schon wieder auf seinen Stürmer Michael Vogele (Muskelfaserriss) verzichten muss, sind beim SSV Anhausen bis auf Vince Kraus (Kreuzbandriss) pünktlich zum Spitzenspiel und Derby im Rothtal alle an Bord. „Der Druck liegt ganz klar bei Horgau. Sie wollen an der Spitze bleiben, während wir einfach nur Punkte sammeln und unseren Lauf fortsetzen wollen. Dafür brauchen wir aber einen Sahnetag“, stellt Schmid klar.

TSV Dinkelscherben – TSV Göggingen. Mit drei Siegen in Folge scheint sich der TSV Dinkelscherben wieder gefangen zu haben. „Die Jungs investieren mehr und haben erkannt, was nötig ist, um erfolgreich zu sein“, erklärt Trainer Michael Finkel. Denn noch vor wenigen Wochen war das Spiel des einstigen Aufstiegsaspiranten von großer Naivität geprägt. Drei Derby-Niederlagen in Folge holten den TSV wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. „Den Jungs wurde der Kopf verdreht. Sei es durch die Ergebnisse in der Vorbereitung oder dadurch, dass wir von Beginn an als Aufstiegsaspirant gehandelt worden sind“, ergänzt der 41-Jährige. Durch das nötige Spielglück, wie beim 7:0-Kantersieg gegen die SpVgg Lagerlechfeld, ist in Dinkelscherben das Selbstvertrauen zurück. „Daher wollen wir aus den letzten drei Spielen auch mindestens sechs Punkte“, stellt Finkel klar. Den Anfang macht die Partie gegen den TSV Göggingen, einem Gegner, aus dem seit Jahren keiner so wirklich schlau wird. „Sie werden immer als Mitfavorit gehandelt, den Lucky Punch konnten sie aber noch nicht setzen. Sie sind eine Wundertüte, weshalb wir sie auch nicht auf die leichte Schulter nehmen werden“, trifft der Coach den Nagel auf den Kopf. Doch auf eigenem Grün zählt für Finkel eigentlich nur ein Dreier.

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TSV Zusmarshausen – FC Haunstetten. Weil sich beim Warmmachen Keeper Raif Husic und beim zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich gegen den TSV Göggingen Torschütze Mark-André Wimmer verletzten, fiel das Kartenhaus plötzlich in sich zusammen. „Wir haben das Spiel auf einmal abgehakt und danach überhaupt nicht mehr hinein gefunden“, blickt Trainer Thomas Weber zurück auf die 1:5-Niederlage. Doch in Zusmarshausen wird Selbstkritik großgeschrieben. „Die Jungs haben erkannt woran es gelegen hat“, ist sich der 39-Jährige sicher. Offensichtlich liegt es vor allem an einer teilweise katastrophalen Defensivarbeit. Ein Indiz hierfür sind die 21 Gegentreffer in nur zehn Spielen. „Wir sind einfach noch nicht stabil genug. Die Konstanz fehlt einfach“, gesteht auch Weber. Ob Husic und Wimmer zum Spiel gegen den FC Haunstetten wieder fit werden, ist fraglich.

SpVgg Westheim – SpVgg Langerringen. Die Spielvereinigung Westheim setzt zum Angriff an. „Wir haben mit Zusmarshausen und Dinkelscherben schon zwei Aufstiegsaspiranten geschlagen und wollen auch gegen Langerringen die Punkte auf dem Kobel behalten“, erklärt Trainer Oliver Haberkorn. Seit fünf Spieltagen ist seine Mannschaft nun ungeschlagen und hat den Anschluss ans Mittelfeld wieder hergestellt. „Wir haben uns gefangen und gute Leistungen gezeigt“, ist der 35-Jährige froh über die Entwicklung seiner Mannschaft. Wohin die Reise letztlich gehen wird, darüber will sich Haberkorn kein Urteil erlauben. „Wenn bei uns wieder Leute ausfallen sollten, weiß man nie, was passiert“, bleibt der 35-Jährige realistisch. Denn auch gegen Aufsteiger Langerringen werden Stefan Merk (Urlaub) und Patrick Höfele (beruflich) verhindert sein. „Ich erwarte eine schwere Aufgabe, gegen eine Mannschaft, die auf schnellen Fußball setzt“, so Haberkorn.

TSV Schwabmünchen II – TSV Täfertingen. Aufsteiger TSV Täfertingen hat große Mühe, den Anschluss nicht zu verlieren. Letztlich fehlt es noch an Konstanz und dem nötigen Spielglück. So auch beim 1:1-Remis gegen den direkten Konkurrenten aus Königsbrunn, welches man aufgrund zahlreicher liegengelassener Chancen und verschossenem Elfmeter in der 90. Minute doch noch aus der Hand gab. „Am Ende war es gerecht, weil wir unsere Chancen nicht gemacht haben. So ist das im Fußball dann eben“, trug es Trainer Antonio Cuevas mit Fassung. Gegen die Bayernliga-Reserve aus Schwabmünchen wartet auf den Aufsteiger nun das nächste Sechs-Punkte-Spiel. „Doch es kommt immer drauf an, wer von der ersten Mannschaft mitspielen wird. Sie sind sehr schwer einzuschätzen – eine echte Überraschungsmannschaft“, meint der 39-Jährige. Ob es dabei auch ein Wiedersehen mit Täfertingens Toptorjäger Marco Villani gibt, der vor Saisonbeginn zum TSV Schwabmünchen gewechselt ist, aber in der Bayernligamannschaft noch nicht Fuß gefasst hat?

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