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Neusäß

03.04.2021

„Jetzt wird es immer enger“: Fußball-Kreisspielleiter Mießl im Interview

Reinhold Mießl, Vorsitzender und Spielleiter des Fußball-Kreis Augsburg, ist nicht der Überzeugung, dass die Saison abgeschlossen werden kann.
Foto: Ernst Mayer

Was Fußball-Kreisspielleiter Reinhold Mießl zur Lockdown-Verlängerung und den damit verbundenen Szenarien sagt und wann es spätestens losgehen müsste.

Die Öffnungsperspektiven für den Amateurfußball sind weiterhin düster. Der Lockdown wurde bis 18. April. Bis nach den Osterferien wird es keine Lockerungen geben. Das hat Ministerpräsident Markus Söder nach der Ministerpräsidenten-Konferenz mit der Kanzlerin in der Nacht von Montag auf Dienstag für Bayern bestätigt. Erst ab Montag, 12. April, könnten frühestens wieder die geplanten Lockerungsschritte in Kraft treten.

Viel Aufschlussreiches, wie es nach dem geplanten Osterlockdown weitergehen könnte, konnte allerdings auch das bayerische Kabinett nicht liefern. Bezeichnend die Aussage von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Wir hätten heute gerne mehr verkündet. Wir müssen nun ab dem 12. April auf das Prinzip Hoffnung setzen.“

Maßgebend ist weiterhin der Inzidenzwert. Liegt er unter 50, ist Mannschaftssport im Freien ohne Einschränkungen möglich. Liegt der Wert zwischen 50 und 100, ist zum Sporttreiben in Gruppen ein negativer Test notwendig. Über 100 gelten weiterhin die strikten Maßnahmen der „Notbremse“. Der Trend zeigt eher in diese Richtung. Das glaubt auch Reinhold Mießl, der Vorsitzende und Spielleiter des Fußballkreises Augsburg, im nachfolgenden Interview.

Zweifel an regulärem Saisonende

Wann müsste es denn mit Fußball weitergehen können, dass es endlich weitergehen kann?

Reinhold Mießl: Nach der Bekanntgabe der erneuten Verlängerung des Lockdown habe ich schon angefangen zu rechnen. Jetzt wird es immer enger. In den unteren Klassen gibt es Mannschaften, die noch zehn Spiele zu absolvieren haben. Der Liga-Pokal ist inzwischen außen vor. Ob es mit den Punktspielen klappt, steht noch in den Sternen. Je weiter es nach hinten rausgeht, desto schwieriger wird es, die restlichen Saison noch über die Bühne zu bringen. Da wir nicht wie im Eishockey Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonntag spielen können, brauchen wir nach meiner Hochrechnung dazu mindestens sechs Spieltage an Wochenenden plus drei Wochen Vorlauf, da es nach einem halben Jahr auch einer gewissen Vorbereitung bedarf. Dazu müssten wir spätesten Anfang Mai auf dem Platz stehen.

Spielleiter Reinhold Mießel hat alle Hände voll zu tun.
Foto: Oliver Reiser

Haben Sie da mit Blick auf die steigen Infektionszahlen nicht Ihre Zweifel?

Mießl: Ehrlich gesagt, ich bin nicht der Überzeugung, dass wir die Saison zu Ende spielen können.

Wie lange könnte man das Spieljahr 2019/21 denn maximal verlängern?

Mießl: Der Verband hat ja bereits eine Verlängerung bis 30. Juni beschlossen. Ob mit oder ohne Relegation ist da noch nicht durchgespielt. Mit einer Sonderreglung könnte man vielleicht auch noch im Juli einzelne Spiele durchführen.

Viele Stimmen fordern ja die Abschaffung einer Sommerpause. Wie lautet Ihre Meinung dazu?

Mießl: Im Prinzip ja, aber es ist schwierig. So lange noch gespielt wird, weiß man nicht, wie die Ligen konkret aussehen. Deshalb können noch keine Spielpläne erstellt werden. Außerdem fordern andere eine Pause, weil im August ja viele in den Urlaub fahren. Eine weitere Frage ist, ob viele Mannschaften nach der langen Abstinenz überhaupt noch antreten. Gerade bei zweiten Teams, die teilweise ja reine „Telefonmannschaften“ sind, habe ich da meine Bedenken. Sie könnten sich während der Pandemie völlig aus den Augen verloren haben.

Wann die Quotientenregelung greift

Gesetzt den Fall, es geht nicht mehr weiter und die Saison wird endgültig abgebrochen. Wie sieht dann der Plan B aus, wie erfolgt die Auf- und Abstiegsregelung?

Mießl: Der Plan B ist bereits in der Spielordnung vorgegeben. Wenn mehr als die Hälfte der Spiele absolviert sind, greift die Quotientenregelung. Das heißt, die Anzahl der erreichten Punkte wird durch die Anzahl der absolvierten Spiele geteilt und mit der Zahl der insgesamt angesetzten Spiele multipliziert.

Wie sieht es mit der Relegation aus?

Mießl: Die würde entfallen. Die Mannschaften auf den Relegationsplätzen – egal ob nach oben oder nach unten – würden in den jeweiligen Ligen verbleiben.

Sie haben nach dem Posten des Kreisspielleiters erst vor wenigen Wochen auch noch den Kreisvorsitz übernommen, nachdem Carola Haertel überraschend zurückgetreten ist. Wie viel Spaß macht die Doppelaufgabe ohne dass der Fußball rollt?

Mießl: Der Spaß ist eigentlich schon in der Vergangenheit von von Jahr zu Jahr weniger geworden. Aber der Fußball ist mir einfach ans Herz gewachsen. Ich organisiere gerne im Büro, bin aber auch gerne draußen auf dem Platz. Die Zeit in der Corona-Pandemie ohne Fußball betrachte ich jetzt als Entwöhnungsphase. Auf dem Kreistag am 28. Januar 2022 ist für mich Schluss.

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