Meitingen

04.08.2019

Jubel in der Nachspielzeit

Mit einem unwiderstehlichen Solo erzielte Mateo Duvnjak in der vierten Minute der Nachspielzeit den 4:3-Siegtreffer für den TSV Meitingen im Derby gegen den TSV Wertingen. Anschließend konnte er von seinem Kameraden nur mit Mühe eingefangen werden.
Bild: Karin Tautz

Mit einem Treffer in der 94. Minute reißt der TSV Meitingen das schon verloren geglaubte Derby gegen den TSV Wertingen noch aus dem Feuer

Fußballherz – was willst du mehr? Es war eine tolle Kulisse bei bestem Fußballwetter und dazu ein Spiel, das an Dramatik nicht zu überbieten war. Am Ende sicherte sich der TSV Meitingen mit einem 4:3 (2:1)-Sieg im Altlandkreisderby der Fußball-Bezirksliga Nord gegen den TSV Wertingen den zweiten Dreier in Folge.

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Alles sah nach einem souveränen Heimsieg der Lechtaler aus. Denn ehe sich die Gäste umsahen, führten die Gastgeber schon mit 2:0. Gleich zweimal vollstreckte Rückkehrer Denis Buja mit seinen Saisontoren drei und vier (7./17.). Nachdem der 32-Jährige noch einen weiteren Treffer auf dem Fuß hatte (25.), fiel der TSV Meitingen plötzlich in ein tiefes Loch, aus dem der Favorit bis zur 80. Minute auch nicht mehr herauskommen sollte. Im Gegenzug gelang dem TSV Wertingen durch Manuel Rueß der Anschlusstreffer (26.) – die Euphorie beim Aufsteiger war zurück. Ein Abseitstor hätte den Gästen beinahe den Ausgleich zur Halbzeit beschert (45.).

Und auch nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild: Wertingen drückte, Meitingen kämpfte überfordert dagegen an. Dank eines Geschenks der Hausherren war die Partie durch einen Treffer von Christoph Prestel zum 2:2 nach 54. Minuten wieder völlig offen. Es wurde fortan intensiver und härter. Zu allem Übel musste der TSV Meitingen nach einer Gelb-Roten Karte für Nemanja Ranitovic auch noch in Unterzahl agieren (61.).

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Die Partie schien zugunsten der Gäste entschieden

Mit der zweiten Luft erhöhten die Gäste nochmals das Tempo und gingen nach einem Freistoß durch Max Gallenmüller erstmals in Führung (76.) – völlig verdient zu diesem Zeitpunkt, auch wenn der Freistoß nicht unbedingt hätte gepfiffen werden müssen. Die Partie schien für manche Zuschauer bereits entschieden. Wieso der TSV Meitingen nach der 2:0-Führung derart lethargisch aufspielte, war auch Trainer Pavlos Mavros ein Rätsel.

Doch die Vergangenheit zeigte: In den Lechauen ist die Partie erst mit dem Schlusspfiff vorbei. Während der Aufsteiger nach der Führung noch immer unermüdlich presste und unbedingt erhöhen wollte, boten sich Räume für die Meitinger, die sie effizient nutzten. Alexander Heider konnte nur durch ein Foul im Sechzehner vom Ball getrennt werden. Den folgenden Strafstoß verwandelte Kapitän Arthur Fichtner zum 3:3 (83.). Weil dem Foul an Heider ein hartes Einsteigen der Gastgeber vorausging, hätte der Elfmeter nicht gepfiffen werden dürfen. Wertingen und Trainer Christoph Kehrle, der daraufhin die Rote Karte sah, wüteten.

Doch das änderte nichts an der Tatsache, dass der TSV Meitingen dadurch wie ausgewechselt auf dem Grünen stand und zu gewohnter Stärke fand. Selbst Torhüter Daniel Wagner wuchs aus sich hinaus und hielt keine Zeigerumdrehung nach dem Wiederanpfiff reflexartig einen Schuss von Christoph Müller (84.). Und auch die Angriffsmaschinerie der Meitinger begann aus dem Nichts auf Hochtouren zu laufen. Niemanden hielt es mehr auf den Sitzen. Keiner der 380 Zuschauer verließ die Rathaus-Apotheken-Arena vorzeitig. In der dritten Minute der Nachspielzeit war der Zeitpunkt für das Solo von Mateo Duvnjak gekommen. Der Bosnier mit Erstligaerfahrung ließ mit einem 40-Meter-Sprint wie Messi die halbe Hintermannschaft der Gäste stehen, zog anschließend wie Robben nach innen und schlenzte den Ball aus 17 Metern unhaltbar ins lange Eck zum 4:3-Endstand. Grenzenloser Jubel auf der einen Seite, völlige Niedergeschlagenheit auf der anderen Seite.

TSV Meitingen: Wagner, Heiß, Nießner, Wolf (73. Zach), Huckle (80. Lettrari), Schuster, Ranitovic, Fichtner, Duvnjak, Buja, Heider.

TSV Wertingen: Glaß, Kotter, Laubmeier (46. Gallenmüller), Haase (46. Schiermoch), A. Wiedemann, Gebauer (84. Müller), Rueß, Prießnitz, Eising, Prestel, Jaumann.

Tore: 1:0 Buja (8.), 2:0 Buja (17.), 2:1 Rueß (27.), 2:2 Prestel (54.), 2:3 Gallenmüller (76.), 3:3 Fichtner (83./Foulelfmeter), 4:3 Duvnjak (90.+4). – Rot Kehrle (Trainer TSV Wertingen/83.). – Gelb-Rot Ranitovic (61./TSV Meitingen). – Schiedsrichter: Moritz Rohn. – Zuschauer: 380

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