Fußball-Nachlese

18.03.2014

Konjevics Appell an alle

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Gersthofens Trainer bemängelt Einsatzbereitschaft und Zuschauerinteresse. TSV Ustersbach erlebt gegen Schlusslicht TSG Stadtbergen, wie es abgewatschten Politikern ergeht

Elmar Lettrari hat diese Woche gut zu tun. Der Platzwart des TSV Gersthofen soll als Greenkeeper das Hauptspielfeld in der Sportarena so aufbereiten, dass am Freitagabend um 19.30 Uhr das Nachbarschaftsderby der Landesliga Südwest gegen den TSV Aindling angepfiffen werden kann. „Das ist noch nicht die Renovierung“, so Abteilungsleiter Klaus Assum. Die muss erst bei der Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins am 28. März von den Mitgliedern beschlossen werden.

Die Partie gegen den TSV Aindling wäre das erste Spiel auf dem von Regenwürmern heimgesuchten, holprigen Rasen seit dem 28. September vergangenen Jahres. „Ich freue mich darauf“, sagt Trainer Ivan Konjevic. Dass dem Spiel gegen das wiedererstarkte Kellerkind, das zuletzt vor seinen Augen den SV Mering mit 3:1 besiegen konnte, nach drei Niederlagen in Folge schon eine gewisse Bedeutung im Abstiegskampf zukommt, ist ihm dabei egal. Es könne nur besser werden.

Nicht alle haben den Kampf angenommen

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„Einige haben nicht ihre Leistung gebracht“, knurrt Ivan Konjevic nach der jüngsten 1:2-Niederlage bei den Sportfreunden Dinkelsbühl. Der 43-Jährige spricht es nicht aus, aber meint damit wohl in erster Linie die kämpferische Einstellung. Lediglich Dario Kucjenic, Daniel Zweckbronner und Martin Wenni hätten den Kampf so angenommen, wie er sich das vorstelle. „Fatih Cosar kann deutlich mehr, Max Reinthaler war zu lethargisch und pomadig. Wenn er in die Bundesliga will, muss er mehr bringen“, tadelt der Coach. „Wenn wir gegen Aindling gewinnen wollen, dann brauchen wir alle“, appelliert Konjevic indes nicht nur an seine Schützlinge, sondern auch an die heimischen Zuschauer. Bisher hat man den schwachen Besuch bei den Heimspielen des TSV Gersthofen und die mangelnde Unterstützung auf das Ausweichen auf den Kunstrasen zurückgeführt.

Spielfreude, Kampfgeist, Durchsetzungsvermögen und vor allem Siegeswille hat Abteilungsleiter Torsten Vrazic bei der 0:2-Heimniederlage des TSV Meitingen gegen die SSV Glött vermisst. „Genau diese Tugenden müssen schleunigst zurückkehren, sonst wird die Abfahrt vom Judenberg nächsten Sonntag zu einem Albtraum“, dachte der TSV-Fußballboss schon an das Altkreisderby beim TSV Wertingen.

Von einem holprigen Geläuf kann man auch beim TSV Neusäß ein Lied singen. Zwar wurde das Auftaktspiel gegen Schlusslicht SpVgg Wiesenbach mit 5:0 gewonnen, doch glich die Partie eher einem Glücksspiel unter freiem Himmel. Was eine unumgängliche Sanierung betrifft, befindet sich der TSV Neusäß gerade im Disput mit der Stadt. Die sei als Eigentümer für die Beschaffenheit der Anlage verantwortlich, hat dieses Jahr jedoch unerwartet abgelehnt, die Kosten für die anstehenden Arbeiten zu übernehmen, so Vorsitzender Norbert Graßmeier auf der Jahreshauptversammlung.

Als Holperstrecke ist auch der Platz auf dem Kaiserberg verschrien. Nach dem 1:0-Auftaktsieg beim FC Lauingen wären die Kicker des TSV Dinkelscherben in einem weiteren Kellerduell gegen den SV Ettenbeuren fast ins Stolpern geraten. 0:2 lag man nach zwölf Minuten zurück. Es spricht für die Moral der Truppe von Trainer Michael Finkel, dass sie sich noch einmal zurückgekämpft hat und am Ende ein 2:2 verbuchen konnte. Leicht hätte daraus auch ein Sieg werden können: In der Nachspielzeit scheiterte Alex Guggemos, 35, am Gästekeeper, sein junger Sturmpartner Thomas Kubina, 19, wurde auf dem Weg zum Siegtreffer rüde gebremst. Sehr zur Verwunderung der TSV-Fans entschied der Unparteiische, der den Lila-Weißen zuvor schon den einen oder anderen Strafstoß versagt hatte, auf Stürmerfoul.

Aktionen und Transparente sollen in Aystetten Zuschauer locken

Ein Verein, ein Weg, ein Ziel – so wirbt der SV Cosmos Aystetten, der seit geraumer Zeit von einem finanzkräftigen Sponsor unterstützt wird, mit großen Transparenten an den Ortseingängen für seine Heimspiele. Würst’l vom Holzkohlengrill, Bier vom Fass, Kaffee & Kuchen und eine Prosecco-Bar sollen zusätzlich Zuschauer anlocken. Mit 300 bis 400 Besuchern hatte man zum Verfolgerduell gegen den VfR Foret gerechnet. 130 waren schließlich gekommen. Sie sahen ein eher mäßiges Fußballspiel, das in erster Linie vom Kampf lebte. „Wir müssen zwei Handelfmeter bekommen“, echauffierte sich Forets neuer Trainer Michael Betz schon beim Gang in die Pause. So konnten die Aystetter Fans einen 2:1-Sieg ihrer Mannschaft bejubeln. Mit Ruhm bekleckert haben sie die Cosmonauten allerdings nicht. Dennoch sind sie die Gewinner des Auftaktspieltages, denn mit dem TSV Diedorf (0:2-Heimniederlage gegen den FSV Inningen) und der TG Viktoria Augsburg (1:1 beim SV Stadtwerke) mussten zwei Mitkonkurrenten auf einen Aufstiegsplatz Federn lassen.

Wie es den abgewatschten Politikern nach den Kommunalwahlen zu Mute war, durfte der TSV Ustersbach zum Start in die Frühjahrsrunde erfahren. Die Gelb-Blauen verloren gegen die TSG Stadtbergen mit 0:1. Scheint so, als hätten sich für das bisherige Schlusslicht die hochmodernen Analysemethoden ausgezahlt, die sie bei einem bundesweiten Wettbewerb des Fußballmagazins „11 Freunde“ unter dem Motto „Ein Herz für Absteiger“ gewonnen haben. Dazu hatte die TSG einen Video produziert, indem CSI Stadtbergen die Ermittlungen aufgenommen hatte, warum die Kicker aus Stadtbergen in der Tabelle dort stehen, wo auf der Speisekarte das Käsebrot steht.

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