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Fußball-Nachlese

27.11.2018

Kurz vor der Winterpause hat sich der Nebel im Augsburger Land verzogen

Der SV Cosmos Aystetten jubelte im letzten Spiel des Jahres.
Bild: Oliver Reiser

Plus Der SV Cosmos Aystetten läuft zum letzten Spiel vor der Winterpause auf. Die Mannschaft muss 90 durchrackern, und macht die Tore zum richtigen Zeitpunkt.

Der Duft von Glühwein und Bratwürsten lag am letzten Spieltag des Jahres 2018 über den Spielfeldern der Region. Die Winterpause ist da. Nur in der Landesliga Südwest und in der Kreisliga West soll am 1. Adventssonntag noch einmal gekickt werden. Dabei sind der SV Cosmos Aystetten und der SSV Neumünster aus dem Schneider – ihre Spiele wurden ins neue Jahr verlegt.

Dichte Nebelschwaden zogen über dem Aystetter Sportgelände auf, als der SV Cosmos zum letzten Spiel des Jahres 2018 auflief. Dunkle Wolken waren schon in den Tagen vorher aufgezogen, als die Mannschaft bei der 1:3-Pleite in Kaufbeuren eine wahrlich blutleere Vorstellung ablieferte und Trainer Marco Löring von den Seinen mehr Mentalität einforderte. Nach dem 2:1-Heimsieg im Kellerderby gegen den TuS Geretsried, der die Aystetter vom vorletzten auf einen nicht von der Abstiegsrelegation bedrohten 14. Platz hievte, haben sich die dunkelsten Wolken und der gröbste Nebel erst einmal verzogen. Der Brand des Christbaums ist gerade noch verhindert worden.

Die Mannschaft von SV Cosmos Aystetten hat 90 Minuten gerackert

„Es ist schon eine gewisse Erleichterung vorhanden, dass dieses Jahr noch ein positives Ende gefunden hat“, schnauft Marco Löring hörbar durch. Doch zunächst sah es gegen die seit neun Spielen sieglosen Gäste aus Oberbayern nicht so aus. „Es war schwierig, nach den schlechten Spielen und den Unzufriedenheiten wieder rein zu kommen“, so der Coach. Erst nach dem 1:0 sei man dann sicherer geworden. „Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht“, denkt er an das 2:0 unmittelbar vor der Pause. „Wenn wir dann noch das 3:0 gemacht hätten, wäre es hinten raus nicht so eng geworden. Doch nach einem dummen Foul haben wir beim anschließenden Standard gepennt.“

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Wichtig sei, dass die Mannschaft Moral und Mentalität gezeigt habe und 90 Minuten gerackert hat. Ein Sonderlob hat Löring dabei für Ersatzkeeper Alexander Bernhardt und Routinier Gheorghe Gosa parat. „Bei dem können sich einige Jungs was abschauen.“ Da man jetzt den Winter „über dem Strich“ verbringen kann, sei alles viel gelockerter geworden. „Trotzdem werden wir und zusammensetzen und analysieren, was wir für Fehler gemacht haben“, kündigt Löring eine intensive Vorbereitung an. Denn bereits am 2. März geht es mit dem Derby gegen den FC Gundelfingen weiter.

Heilfroh, dass es es in die Winterpause geht

„Alles andere als ein Sieg wäre eine Enttäuschung“, hatte Florian Fischer, der Spielertrainer des TSV Gersthofen, vor dem Heimspiel gegen den SV Holzkirchen gesagt. Dementsprechend war auch seine Gemütslage nach der torlosen Nullnummer. „Ein Unentschieden kann passieren, aber mit dem, wie wir uns präsentiert haben, war ich nicht einverstanden“, grantelte der Coach: „Wir haben die Grundtugenden vermissen lassen. Das war zu wenig. Zu wenig giftig, zu wenig Chancen.“ Selbst bei 25 Minuten Überzahl wollte kein Treffer gelingen. „Am Ende mussten wir froh sein, dass wir einen Punkt mitnehmen“, so Fischer.

Ob es daran lag, dass der TSV gleich auf fünf Positionen verändert antrat? Im Vergleich zum Meitingen-Spiel fehlte mit Spielertrainer Florian Fischer, Florian Gai und Tim Wilde, der sich eine Knieprellung zugezogen hat, drei Viertel der Viererkette, mit den privat absenten Ferkan Secgin und Rudi Kine zwei Stützen der Offensivabteilung. „Wir wollten auch einmal Stefan Smolka und Enes Citrici die Gelegenheit geben, sich zu zeigen“, erklärt der Coach die Maßnahme und bricht eine Lanze für Eigengewächs Florian Gai: „Er hat eine super Vorrunde gespielt und sich etabliert.“.

Fischer ist jedenfalls heilfroh, dass es jetzt in die Winterpause geht. „Die Relegation, die kurze Sommerpause, der Trainerwechsel - das war für viele zu viel.“

Ebenfalls mit einem torlosen Remis beim zu Hause weiter ungeschlagenen TSV Hollenbach verabschiedete sich der TSV Meitingen auf Rang fünf in die Winterpause. Eine Platzierung, die durchaus noch ausbaufähig ist. Vor allem dann, wenn sich im Frühjahr die Reihen der Verletzten lichten sollten. Ins Aufstiegsrennen, das weiß man freilich auch am Lech, kann der TSV Meitingen wohl nicht mehr eingreifen. Die Experten sind sich sicher, dass Platz eins und zwei einzig der FC Ehekirchen und der SC Bubesheim unter sich ausmachen.

Hochstimmung herrschte hingegen beim SC Altenmünster, der ebenfalls eine lange Relegations-Saison hinter sich hat, nach dem abschließenden 2:1-Sieg im Derby gegen die SSV Glött. Die Hausherren nahmen die „Geschenke“, von denen Glötts Trainer Stefan Schneider sprach, natürlich gerne an und verwandelten zunächst durch Aldin Kahrimanovic einen Elfmeter zum 1:0 und durch Fahad Barakzaie einen Freistoß zum 2:1-Siegtreffer.

In der Frühjahrsrunde hofft man auf den ein oder anderen Rückkehrer

So wichtig die beiden Torschützen für den SCA sein mögen, als Kopf der Mannschaft hat sich beim Aufsteiger jedoch Sergej Scheifel entwickelt. Ein Blick in die Statistik bestätigt dies. Bei seinen nur elf Einsätzen bis zum Beginn der Winterpause musste Scheifel mit seinen Teamkollegen nur zweimal als Verlierer den Platz verlassen. Der ehemalige Bayernligaspieler des TSV Aindling hält die Defensive des SCA wie kein anderer zusammen. Auf die Frage, wie es ihm in Altenmünster gefällt, meint der 28-Jährige: „Ich find´es super hier. Obwohl ich selten da bin, akzeptieren mich meine Mitspieler und schenken mir Vertrauen.“ Außerdem ist der Abwehrchef vom Umfeld in Altenmünster begeistert: „Das ist einer der top organisiertesten Vereine, die besucht habe.“ Auf dem Spielfeld fällt Scheifel vor allem durch sein Dirigieren auf. Auch gegen Glött wussten seine Nebenleute was sie zu tun hatten.

Mit einem 3:1-Sieg beim SV Adelsried und Tabellenrang sechs in der A-Klasse Nordwest verabschiedete sich der SV Nordendorf in die Winterpause. Seit der Derby-Niederlage beim Nachbarn VfL Westendorf am 30. September (0:3) lief beim bis dato furios gestarteten SV Nordendorf nur noch wenig zusammen. Einen Grund für die Minusserie lässt Trainer Franz Schmalz gleich anklingen: „Wir haben zehn, elf Langzeitverletzte, davon sieben mit Kreuzbandriss. Das ist der Wahnsinn.“ Bei soviel Pech wurde kurzerhand Vorsitzender Tobias Hauser reaktiviert, der mit seinen 41 Jahren inzwischen wieder zum festen Stamm zählt. In der Frühjahrsrunde hofft man sehnlichst auf den einen oder anderen Rückkehrer.

 

Spieler des Tages: Fahad Barakzaie
Bei der JFG Lohwald und beim TSV Gersthofen wurde er nicht glücklich, beim SC Altenmünster blüht Fahad Barakzaie förmlich auf. Trainer Goran Boric hat den 19-jährigen anerkannten Asylbewerber aus Afghanistan persönlich unter seine Fittiche genommen, nimmt den Auszubildenden bei der Deutschen Bahn immer mit von Augsburg ins Zusamtal. So richtig zu strahlen begann sein Stern im Derby gegen seinen Ex-Klub TSV Gersthofen, wo er beim 4:1 drei Treffer erzielte. Im Derby gegen die SSV Glött wurde er einmal mehr zum Matchwinner. Mit einem raffinierten und frechen Freistoß erzielte er den 2:1-Siegtreffer. „Manchmal ist er noch zu verspielt und macht zu viel allein“, sagt Boric über seinen Schützling, der es inzwischen auf zehn Tore gebracht hat und einer der Aufsteiger dieser Vorrunde ist.

Beste Torschützen
Nach seinen vier Toren gegen den TSV Neusäß II ging Michal Durica vom TSV Welden zuletzt bei der 0:2-Niederlage gegen den TSV Lützelburg leer aus. Doch beim 5:0-Erfolg gegen den SV Erlingen hatte der 26-Jährige Slowake sein Visier wieder richtig eingestellt und erzielte einen Dreierpack. Damit hat er in 13 Spielen 14 Treffer auf dem Konto. Zweimal traf Manuel Heinle vom SSV Neumünster.

Pechvögel des Tages
Der FC Horgau gewann zwar in der Kreisliga Augsburg das Verfolgerduell beim TSV Göggingen mit 3:1, doch so wirklich Freude wollte nicht aufkommen. Nach einem bösen Foul in der Schlussminute musste Maximilian Vogele verletzt ins Krankenhaus gefahren werden, Raphael Wieser verschoss dann den daraus resultierenden Elfmeter.

Torreichste Begegnungen
Acht Tore gab es bei der 2:6-Heimschlappe des TSV Ustersbach gegen den SV Schwabegg. Die Gelb-Blauen lagen gegen den Spitzenreiter der Kreisklasse Süd schon nach 14 Minuten mit 0:4 zurück. Noch spektakulärer sind neun Treffer in einem Bayernliga-Spiel. So geschehen beim 8:1 des TSV Schwabmünchen gegen Schlusslicht SV Holzkirchen. Patrick Schmidt erzielte dabei fünf Treffer.

Größte Zuschauerzahlen
Mit 230 Zuschauern war an diesem trüben Totensonntag, an dem auch bereits die ersten Weihnachtsmärkte lockten, das Derby zwischen dem SC Altenmünster und der SSV Glött (2:1) am besten besucht.

Top des Tages
Mit nie für möglich gehaltenen 24 Punkten verabschiedete sich der SSV Anhausen nach dem glücklichen 1:0-Sieg beim FC Königsbrunn in die Winterpause. Die Truppe aus dem Anhauser Tal war als Abstiegskandidat Nummer eins ins Rennen der Kreisliga Augsburg gegangen.

Flop des Tages
Als ob der SV Erlingen nicht schon genug Probleme hätte, sah bei der 0:5-Niederlage in Welden nun auch noch Dilaver Cayoglu die rote Karte. Der 50-jährige Routinier lies sich zu einer Tätlichkeit hinreißen. (her/dirg)

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