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Tischtennis

26.06.2020

Langweid erhält Verstärkung von der Insel

Derzeit trainiert Charlotte Bardsley coronabedingt nur im Freien. In der kommenden Saison will die 18-jährige Engländerin für den TTC Langweid in der 2. Bundesliga wieder in der Halle an den Tisch treten.
Bild: Bardsley

Mit der 18-jährigen Engländerin kommt eines der größten Talente in Europa zum TTC. In der Hochburg am Lech stellt man sich aber der Frage, ob ein Auftritt mit vier Ausländerinnen langfristig Sinn macht

Die Sportvereine mit Indoorbetrieb sehen Licht am Ende des Tunnels. Seit 8. Juni kann wieder unter Einschränkungen und strengen Hygieneauflagen trainiert werden. Die Verbände haben Konzepte entwickelt, die von den Vereinen jetzt in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Gesundheitsämtern lokal umgesetzt werden können. Beim TTC Langweid hat der Trainingsbetrieb in dieser Woche begonnen.

Im Tischtennis wurde die Saison 2019/20 am Freitag, 13. März, abgebrochen und die jeweiligen Tabellenstände für den Auf- und Abstieg herangezogen. Obwohl Tabellenletzter, kann der TTC Langweid in der 2. Bundesliga verbleiben, weil sich andere Vereine zurückgezogen haben. „Wir hoffen, dass ein halbwegs geordneter Spielbetrieb ab September ablaufen kann“, so Vorsitzender Alfons Biller.

Nummer eins und Neuzugang trainieren gemeinsam

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Trotz der Pause war man nicht untätig: Zum 31. Mai endete die Wechselfrist. Und auch da gibt es aus dem Langweider Lager gute Nachrichten: „Weder bei den Damen noch bei den Herren noch im Nachwuchsbereich haben wir Abgänge zu verzeichnen“, freut sich Biller.

Noch besser: „Für unsere erste Damenmannschaft in der 2. Bundesliga konnten wir die fehlende vierte Spielerin verpflichten“, lässt der Vorsitzende wissen. Mit Charlotte Bardsley kommt eine 18-jährige englische Nationalspielerin nach Langweid, die wie Nathalie Paredes in der Tischtennis-Schule Bad Aibling trainieren wird. Bei den Herren kehrt mit dem 19-jährigen Luca Gschlössl ein Spitzenspieler nach einjährigem Gastspiel in Schwabhausen wieder zurück und sorgt für Aufstiegsambitionen.

Mit Charlotte Bardsley hat sich dem TTC eine sehr interessante Spielerin angeschlossen. Die 18-Jährige tritt seit sieben Jahren im Woodfield Tabletennis Club in der Nähe von Birmingham an. Die Nummer 35 der Juniorinnen-Weltrangliste hat aber auch schon in Schweden und Italien gespielt. Kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie gewann Bardsley die ITTF Junior Slovakian Open. Ihr Trainer und Vorbild ist Desmond Douglas. Der in Jamaika geborene ehemalige Nationalspieler war von 1977 bis 1985 als Profi auch in Deutschland bei Borussia Dortmund aktiv.

„An welcher Position sie bei uns spielen wird, ist noch offen. Wir warten jetzt auf die Einstufung ihrer Spielstärke“, freut sich Trainerin Cennet Durgun auf die Verstärkung. „Ich hätte schon einen Plan und eine Vorstellung, wo und wie ich sie gern einsetzen würde.“ Insgesamt wirke der Kontakt mit Charlotte Bardsley, die ein paar Wörter Deutsch sowie auch ein bisschen Französisch und Spanisch spricht, sehr professionell. „Sie freut sich bereits auf die Herausforderung in Deutschland und hat schon mehrmals bestätigt, dass sie auch die Mannschaft ,cool‘ findet“, so Durgun. Bisher konnte sie ihre neuen Mitspielerinnen ja nur virtuell in Chats kennenlernen. „Charlotte wirkt positiv extrovertiert, leidenschaftlich am Tisch und zeigt wenig Angst, was ich sehr gut finde“, sagt Durgun, „man braucht Mut, um sich in diesem Alter in der 2. Liga behaupten zu können. Angst ist da fehl am Platz.“ Der erste Eindruck jedenfalls passt perfekt: „Für das Team, für den Club und auch für die Herausforderungen, die in der Liga auf sie warten werden.“

Die Kritik, dass der TTC Langweid erneut mit vier Ausländerinnen antreten wird, kann Alfons Biller durchaus nachvollziehen: „Uns wäre es anders auch lieber.“ Aber mit Eva Bickel, Anastasia Kitaev und Sarah Alzinger mussten drei eigene Nachwuchsspielerinnen aufhören beziehungsweise wollten kürzertreten, bevor sie das entsprechende Niveau erreicht hatten. „Der Aufbau solcher Talente dauert in der Regel sieben bis zehn Jahre mit drei- bis viermaligem Training in der Woche und später dann täglich zwei Trainingseinheiten. Das ist nicht jedermanns Sache!“, so Biller. Selbst wenn man in Langweid die finanziellen Mittel für solch ein Tischtennis-Zentrum hätte – es fehlte an willigen Talenten im Ort und in ganz Schwaben.

Es gebe für den TTC Langweid zwei Wege – und diese Frage stelle man sich immer wieder: „Entweder ein ,Weiter so!‘ und das Tischtennis-Aushängeschild in Schwaben bleiben, oder zwei, drei Ligen zurück und dann mit Herbertshofen oder Thannhausen auf mittelhohem Niveau mit einer 1. Mannschaft konkurrieren“, denkt Alfons Biller laut nach. Dazu möchte man in der zweiten Hälfte dieses Jahres einen Workshop veranstalten. Zunächst aber peilt man mit großer Vorfreude die neue Saison in der 2. Bundesliga an. „Wir haben viel vor“, sprüht Trainerin Cennet Durgun vor Tatendrang.

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