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Landkreis Augsburg

16.09.2020

Letzte Anweisungen vor dem Re-Start der Fußball-Bezirksliga

„Hier geht es zum Klassenerhalt“, scheint Altenmünsters Spielertrainer Peter Ferme seinem Nachwuchsspieler Tom Vogt anzuzeigen.
Bild: Oliver Reiser

Plus Mit welchen Spielern und Ambitionen die Fußball-Bezirksligisten nach der langen Pause antreten.

SC Altenmünster

  • Was hat sich während der Corona-Pause verändert? Thomas Lauter ist ein typisches Opfer der Corona-Pause. Der 36-Jährige Familienvater, der sich schon seit längerem mit Knieproblemen herumplagt, wollte sich keine dritte Vorbereitung innerhalb einer Saison antun und hat die Stiefel an den berühmten Nagel gehängt. Dafür ist Tobias Scherer zurückgekehrt. Der 34-Jährige war einer der Garanten des Bezirksliga-Aufstiegs und hatte zuletzt ein Jahr pausiert. Er trifft auf einige neuen Mitspieler. Neben Torhüter Mihael Potnar, der zuletzt für den TSV Wertingen gespielt hat und den zum SV Donaumünster abgewanderten Kevin Abold ersetzten soll, konnte Abteilungsleiter Oliver Osterhoff kurz vor dem Re-Start noch drei Angreifer verpflichten: Dino Tuksar vom Süd-Bezirkslisten SV Cosmos Aystetten, Gregor Bevanda vom KSV Trenk und Ferdan Erdogan von Türkgücü Königsbrunn II sollen für frischen Wind sorgen. Ohne ein Spiel zu absolvieren hat sich Sofiane Abid wieder zurück nach Belgien verabschiedet. „Diese Personalie hat uns wenigstens nichts gekostet“, sagt Osterhoff.
  • Wie verlief die Vorbereitung? „Corona- und urlaubsbedingt sehr durchwachsen“, blickt Teammanager Florian Seizmeier zurück. Deshalb hat die Mannschaft auch zwei Gesichter gezeigt. Innerhalb einer Woche gab es einen 4:2-Sieg beim Bezirksliga-Spitzenreiter SC Bubesheim und eine 0:3-Niederlage gegen den Kreisligisten VfR Jettingen. „Gegen Bubesheim war das komplette Personal da“, konstatiert Seizmeier und relativiert im selben Atemzug: „Wir haben über unsere Verhältnisse gespielt. Fünf Schuss, vier Treffer!“
  • Wie sind die Erwartungen? „Den Tabellenplatz verteidigen“, lautet das Wunschziel. Derzeit liegt man auf Platz neun. „Einstellig wäre super. Wir sind aber auch mit Platz elf oder zwölf zufrieden“, macht Florian Seizmeier klar, dass für den SCA nur eines zählt: „Hauptsache Klassenerhalt!
  • Wie sieht es vor dem Start aus? Spielertrainer Peter Ferme hat am Samstag zum Match gegen den TSV Nördlingen II (Samstag, 15 Uhr) die Bubesheim-Truppe zur Verfügung. Bis auf die Dauer-verletzten Dominik Osterhoff und Patrick Pecher ist alles an Bord. Obwohl zweite Mannschaften immer Wundertüten sind, sollte mindestens ein Punkt geholt werden. Besser drei, damit der anschließend Mannschaftsabend entspannter wird.

Cosmos Aystetten

  • Was hat sich während der Corona-Pause verändert? Erst in den letzten Wochen drehte sich das Spielerkarussell auf Hochtouren. In Schwung gebracht hatte es Torjäger Robert Markovic-Mandic, der sich überraschend zum Bayernligisten TSV Schwabmünchen verabschiedet hat. Wenig später sind ihm Niklas Kratzer (TSV Pöttmes) und Dino Tuksar (SC Altenmünster) gefolgt. Es bestand Handlungsbedarf, der mit Patrick Wurm, Dominik Isufi (beide Türkspor Augsburg), Dragan Ignjatovic (SC Oberweikertshofen) und Filip Marjanovic (Schwaben Augsburg II) erfüllt wurde. Zlatko Mijailovic wurde als Teammanager installiert und „Kultbetreuer“ Michael De Bur kehrte zurück. „Wir brauchen auch gute Leute neben dem Platz“, so Trainer Marco Löring.
    Aystettens Trainer Marco Löring und sein Spielgestalter Fabian Krug (links) wollen so schnell wie möglich die fehlenden Punkte zum Landesliga-Aufstieg einfahren.
    Bild: Oliver Reiser
  • Wie verlief die Vorbereitung? Bei der Antwort auf diese Frage presst Löring die Lippen zusammen: „Uns fehlen drei Wochen.“ 14 Tage mussten die Spieler in Quarantäne und eine Zwangspause einlegen, weil ein Trainingsgast positiv auf Corona getestet wurde. So konnten nur drei Testspiele absolviert werden. Löring: „Bis auf das 3:3 in Anhausen war alles in Ordnung. Aber man hat schon gesehen, dass hinten raus der Tank leer ist.“
  • Wie sind die Erwartungen? „Wir freuen uns, dass es los geht“, sagt Marco Löring: „Jetzt wollen wir gut reinkommen und bei der Konkurrenz keine Hoffnungen aufkommen lassen.“ Ganz klar: Der SV Cosmos Aystetten will angesichts seines komfortablen Vorsprungs den Aufstieg in die Landesliga so schnell wie möglich in trockene Tücher bringen. „Dazu sollten wir die ersten fünf Spiele positiv gestalten!“
  • Wie sieht es vor dem Start aus? „Königstransfer“ Patrick Wurm hat sich bei seinem ersten Einsatz gleich nach 28 Minuten schwer verletzt, fällt mit einem Muskelbündelriss in der Wade sechs bis acht Wochen aus. Dominik Isufi ist erst ab 1. Januar spielberechtigt. Auch Marcel Burda (Arbeitsunfall), Manuel Britsch (verletzt) und Max Drechsler (private Gründe) stehen nicht zur Verfügung. „Das wird nicht so einfach“, meint Löring vor der Partie am Samstag beim VfL Kaufering. Nachdem Stammkeeper Valentin Coca nach seinem Achillessehnenabriss heuer nicht mehr spielen wird und seine bisheriger Stellvertreter Dzemil Abazi und Marc-Kevin Kloss aus beruflichen Gründen passen müssen, vertraut Löring dem im Winter vom FC Königsbrunn gekommenen Arthur Mayer.

TSV Gersthofen

  • Was hat sich während der Corona-Pause verändert? Kontinuität war angesagt. „Wir ziehen das Ding durch“, war für die Trainer Florian Fischer und Mario Schmidt klar, die Saison zu Ende zu bringen, bevor sie den TSV Gersthofen verlassen und die Mannschaft an Gerhard Hildmann übergeben werden. Auch der Spielerkader ist nahezu identisch. Mit Manuel Rosner, Philipp Toth und Soubin Khongdy sind drei Jugendspieler aufgerückt. Rosner hat dabei gute Chancen auf der rechten Außenbahn in die Startelf zu rücken. Von der Corona-Pause profitiert hat Michael Göttler, der nach einem Kreuzbandriss wieder fit ist.
  • Wie verlief die Vorbereitung? Im Großen und Ganzen waren Fischer und Schmidt zufrieden. „Wir sind vor allem froh, dass wir ohne einen Corona-Fall über die Runden gekommen sind“, sagt Fischer. Ein Ausreißer war die 4:5-Niederlage beim SV Sulzemoos nach einer 4:0-Führung. „Was da passiert ist, ist nicht in Worte zu fassen“, sagt Fischer. „Eigentlich musst du 7:0 oder 8:0 führen“, erinnert er sich an ein Spiel, in dem zunächst alles so gelaufen sei, wie man es sich als Trainer wünscht. „Ab der 60. Minute haben wir dann plötzlich ganz verrückte Sachen gemacht“, schüttelt er noch immer den Kopf. Die Generalprobe gegen den starken oberbayerischen Bezirksligisten FSV Pfaffenhofen/Ilm endete am Montagabend 1:1. Fercan Secgin war der Torschütze vom Dienst.
  • Wie sind die Erwartungen? Vor dem Start in die Restsaison wurde beim Spitzenreiter vom Aufstieg in die Landesliga gesprochen. Daran hat sich nichts geändert. „Wir wollen so lange wie möglich dort oben bleiben“, fixiert Fischer die Zielsetzung. Wegen Corona müsse man jedoch grundsätzlich abwarten, wie sich alles entwickelt. Fischer: „Es wird auf jeden Fall nicht langweilig“
  • Wie sieht es vor dem Start aus? Das erste Spiel ist gleich ein Spitzenspiel, wenn der Tabellenvierte VfL Ecknach am Sonntag um 18 Uhr in der Abenstein-Arena erwartet wird. Dabei muss die Abwehr umformiert werden, denn Florian Gai ist verletzt und Christoph Wagemann kommt frisch aus dem Urlaub zurück. Deshalb muss er sich einem Corona-Test unterziehen. „Das haben wir vereinsintern so festgelegt“, erläutert Florian Fischer. Sebastian Lux fehlte zuletzt aus beruflichen Gründen, Rudi Kine pausiert aufgrund einer Weiterbildung. „Seine Erfahrung fehlt uns“, sagt Fischer.

TSV Meitingen

  • Was hat sich während der Corona-Pause verändert? Nachdem mit Daniel Wagner (berufliche Gründe) und Tobias Hellmann (Leistenbruch) zwei Torhüter ausfallen, bestand dringender Handlungsbedarf. „Mit Luca Peuser vom TSV Rain II und Davorin Baric vom KSV Trenk haben wir zwei gute Keeper gefunden“, freut sich Fußball-Boss Torsten Vrazic. Ein Glücksfall war die Verpflichtung von Nikola Zegarac. Der Serbe, der zuletzt für den FC 1925 Borac gespielt hat, ist zu seinem Onkel nach Meitingen gezogen. Als Linksfuß ist er der ideale Ersatz für Mark Huckle, der sich als Spielertrainer zum TSV Rehling verabschiedet hat. Johannes Nießner wurde beruflich versetzt. In der zweiten Mannschaft hat künftig der Schweizer Anton Prenka das Sagen, der auch einige Spieler von seinem bisherigen Verein TSV Schwaben Augsburg II mitgebracht hat.
  • Wie verlief die Vorbereitung? Spektakulär. Da gab es ein 7:7 gegen den SC Oberweikertshofen, ein 4:5 gegen den VfR Neuburg oder ein 0:4 gegen Türkgücü Königsbrunn. Für Vrazic ein Zeichen fehlender Anspannung: „Die ist erst zurückgekehrt, als endlich ein Ziel vor Augen gekommen ist. Zuvor waren es Freundschaftsspiele im wahrsten Sinne des Wortes.“ Personalmäßig musste viel improvisiert werden.
  • Wie sind die Erwartungen? Als Tabellendritter schielt der TSV noch immer auf einen Aufstiegs- oder Relegationsplatz. Vrazic geht es mit gemischten Gefühlen an und will sich überraschen lassen: „Es muss sich erst zeigen, wie alle den Niederschlag dieses Stillstands verdaut haben. Wer aus dieser zehnmonatigen Zwangspause gefestigt rauskommt, hat gute Chancen. Ich lasse mich überraschen.“
  • Wie sieht es vor dem Start aus? Kapitän Arthur Fichtner hat sich in der letzten Aktion der Generalprobe (5:0 gegen den SC Griesbeckerzell) einen Bänderriss zugezogen. Nachdem es zuvor Florian Heiß mit der selben Verletzung erwischt hatte, fällt die komplette Innenverteidigung aus. Da trifft es sich gut, dass Emmanouil Chouiloulidis, der mit dem Coronavirus infiziert war, wieder genesen ist. „Gott sei Dank haben unsere Sicherheitsfaktoren gegriffen“, sagt Vrazic vor dem Auftaktspiel am Sonntag beim FC Stätzling.

TSV Neusäß

  • Was hat sich während der Corona-Pause verändert? Eigentlich nichts, denn die unheimliche Verletzungsserie des TSV hat sich nahtlos fortgesetzt. Im Testspiel beim SSV Anhausen brach sich Paul Schmuck das Schlüsselbein. Er verlängert die Liste der Absenten, die mit Nico Rehm, Moritz Schiele, Tobias Kastenhuber (alle Kreuzbandriss), Emanuel Blenk (orthopädische Probleme), Tobias Kastenhuber (Rückenprobleme) eh schon lange genug ist. Aus beruflichen Gründen stehen Florian Sedlak und David Golles nicht zur Verfügung. Pausieren wollen Ermias Gebisso und Cem Aydugan, Tim Wilde ist nach Stuttgart verzogen. „Wir mussten eher einen weiteren Aderlass hinnehmen“, bilanziert Trainer Charly Pecher. Wieder fit ist nach einer Gesichtsfraktur Luka Markovic, aus der eigenen Jugend kam Nicolas Koch. Auch Co-Spielertrainer Frank Lehrmann, der eigentlich im Sommer beim TSV Neusäß aufhören und einen niederklassigeren Verein übernehmen wollte, hängt sich weiter rein.
  • Wie verlief die Vorbereitung? Die Trainingsbeteiligung war angesichts der Verletztenliste natürlich sehr gering. Außerdem: „Es war wirklich schwer, die Truppe während dieser langen Zeit bei Laune zu halten“, sagt Pecher, über die ungewöhnlichste Vorbereitung in seiner seit Jahrzehnten andauernden Trainerkarriere. „Es war ja nie klar, auf was wir eigentlich hin trainieren. Erst seit zwei Wochen wissen wir, wann es weitergeht.“ Trotz allem sieht er auch Positives: „Wir sind dadurch enger zusammengewachsen.“
  • Wie sind die Erwartungen? „Wir wollen die positiven Dinge der Vorbereitung ins Spiel transportieren“, ist Pecher nach wie vor vom Klassenerhalt überzeugt. Mit acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer ein eher schwieriges Unterfangen. „Wir sind gut vorbereitet und jetzt schauen wir mal, wie das alles so geht. Es darf halt nichts mehr passieren.“
  • Wie sieht es vor dem Start aus? Der TSV Neusäß startet von Null auf 100. Zunächst steht am Samstag das Kellerduell der Bezirksliga Süd beim TSV Friedberg an (Pecher: „Ein richtungsweisendes Spiel.“), dann am Dienstag das Totopokal-Halbfinale beim Kissinger SC. „Besser zwei Spiele in vier Tagen, als Monate lang nicht zu spielen“, nimmt er die Doppelbelastung gerne an. „Wir habe jetzt seit Monaten trainiert und sind heiß, dass es jetzt endlich wieder um etwas geht.“

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