Meitingen/Gersthofen

21.05.2018

Missglückte Generalprobe

Zwei waschechte Gersthofer im Zweikampf: Florian Gai vom TSV Gersthofen (rechts) versucht hier, Marco Lettrari, der inzwischen für den TSV Meitingen spielt, zu stoppen.
Bild: Karin Tautz

Nach zwei Auswechslungen beim TSV Meitingen und einer 50-minütigen Unterbrechung wegen eines Gewitters geht der TSV Gersthofen in den Lechauen baden

150 Zuschauer zog es am letzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga in die Lechauen zum prestigeträchtigen aber vermeintlich uninteressanten Derby zwischen dem TSV Meitingen und dem TSV Gersthofen. Letzterer war nämlich bereits vor der Partie für die Relegation qualifiziert, Gastgeber Meitingen musste den Traum „zurück in die Landesliga“ noch einmal verschieben. Doch was dann geschah, war wieder einmal nicht an Dramatik zu überbieten – doch dazu später mehr.

Gleich zu Beginn machten die Gäste klar: Wir wollen trotz bevorstehender Relegation dem TSV Meitingen wie im Hinspiel drei Punkte abknöpfen. Allen voran Stefan Schnurrer, der in der 5. Minute zur ersten Chancen kam, die Kugel jedoch in Richtung Kabinentrakt nagelte. Auch in den Folgeminuten war der TSV Gersthofen die präsentere Mannschaft. Nico Baumeister hätte die Führung markieren müssen, als der Schiedsrichterassistent eine klare Abseitsposition übersah und den 18-Jährigen frei vor Keeper Tobias Hellmann zum Schuss kommen ließ. Doch dem Gersthofer Talent fehlte es an Kaltschnäuzigkeit und Erfahrung (16.).

Der TSV Meitingen indessen effizient. Mit der ersten Möglichkeit gelang den Lechtalern der Führungstreffer. Der Ex-Gersthofer Marco Lettrari, bedient durch Martin Bader, kam aus fünf Metern unbedrängt zum Abschluss und erwischte hierbei Gästekeeper Robert Senft auf dem falschen Fuß (30.). Glücklich für die Meitinger, von denen man bis dato recht wenig zu sehen bekam. Doch vom Wiederanstoß weg erzielte Schnurrer prompt den Ausgleich. Wie schon Lettrari kam dieser im Sechszehner unbedrängt an den Ball, tanzte Hellmann aus und netzte zum Ausgleich ein (32.).

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Coach Pavlos Mavros reagierte aufseiten des Gastgebers und brachte mit Alexander Heider und René Heugel zwei neue Offensivakteure. Damit bewies der 45-Jährige einmal mehr ein glückliches Händchen, denn der TSV Meitingen riss von da an das Spiel komplett an sich. Nicolai Geiß, der im Vorfeld gebührend in Richtung Nördlingen verabschiedet wurde, brachte die Schwarz-Weißen nach einer Flanke von Daniel Deppner erneut in Führung (39.), ehe sich eine Regenwolke der Neuen-Post-Arena näherte.

Knapp eine Stunde unterbrach Schiedsrichter Tobias Heuberger folglich die Partie. Bei zahlreichen Blitzeinschlägen in der Nähe und monsunartigem Regenfall war an Fußball nicht zu denken. An einen Abbruch der Partie, mit Blick auf die bevorstehenden Relegationsspiele, jedoch auch nicht. So waren die meisten Spiele der Liga bereits abgepfiffen, als die Kontrahenten zur zweiten Halbzeit den Platz betraten.

TSV Gersthofen nur noch körperlich anwesend

Der TSV Gersthofen war von nun an jedoch nur noch physischer Natur auf dem Rasen vertreten. Der TSV Meitingen düpierte die Gäste in der zweiten Hälfte förmlich. Im Minutentakt erspielten sich die Lechtaler eine Chance nach der anderen. Dass hier der Zweite gegen den Dritten spielt, war in keinster Weise mehr zu erkennen. Erst scheiterte Matthias Schuster an sich selbst (53.), dann fand eine scharfhereingegebene Flanke von Daniel Deppner nur den Weg durch die gesamte Gersthofer Hintermannschaft (57.). Nach 73 Minuten ergab sich die bis dato größte Möglichkeit, die Führung auszubauen. Geiß bediente Arthur Fichtner, der per Direktabnahme Senft auf die Probe stellte. Im strömenden Regen gelang dem eingewechselten Heugel dann schließlich das vorentscheidende 3:1 (84.). Wenige Minuten später Meitingen mit dem Vierten. Johannes Nießner kombinierte sich mit Schuster durch die Gersthofener Defensive und nagelte selbst den Ball an den Innenpfosten und ins Tor (87.). Der TSV Gersthofen war zu dieser Zeit mit seinen Gedanken wohl schon längst in der bevorstehenden Relegation. Diese beginnt am Donnerstag, 24. Mai, um 18.30 Uhr mit dem Hinspiel gegen den TSV Aindling in Gersthofen.

TSV Meitingen Hellmann, Bauer, Fichtner, Lang (73. Hof), Schuster, Wolf, Nießner, Lettrari (34. Heider), Bader (34. Heugel), Geiß, Deppner

TSV Gersthofen Senft, Korenik, Huckle, Baumeister, Wagemann (59. Biehal), Buckow (46. Durner), Oktay Yavuz, Secgin (55. Kratzer), Hampel, Schnurrer, Gai

Tore 1:0 Lettrari (30.), 1:1 Schnurrer (32.), 2:1 Geiß (39.), 3:1 Heugel (84.), 4:1 Nießner (87.). – Schiedsrichter Tobias Heuberger. – Zuschauer 150 – Besondere Vorkommnisse 50 minütige Spielunterbrechung wegen Gewitter.

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