Stadtbergen

04.10.2019

Mit Wendigkeit gegen Wucht

Mit Wendigkeit konnten die quirligen Stadtberger immer wieder gegen die wuchtigen Leitershofer Nadelstiche setzen. Hier versetzt Luigi Iovane die TSV-Recken Aaron Schmid (links) und Max Wieland. Im Hintergrund Enis Pllana.
Bild: Oliver Reiser

Beim 1:1 zwischen der TSG Stadtbergen und dem TSV Leitershofen büßt der Spitzenreiter die ersten Punkte ein. Über 200 Zuschauer sehen das Lokalderby

Zuletzt hatte es ein Derby zwischen der TSG Stadtbergen und dem TSV Leitershofen in der Saison 2014/15 gegeben. Am gestrigen Tag der Deutschen Einheit traf man sich erstmals wieder, weil der TSV Leitershofen den bitteren Abstieg aus der Kreisliga hinnehmen musste und die TSG Stadtbergen nach zwei Jahren in der Kreisklasse Mitte wieder in den Nordwesten zurückgekehrt ist. Mit einem bunten Rahmenprogramm wurde dieses Wiedersehen gefeiert. Vor fünf Jahren hatte jeweils die Gastmannschaft die Nase vorne. Diesmal gab es 1:1-Unentschieden. Für Leitershofen war’s der ersten Punktverlust.

Beide Trainer machten hinterher Schiedsrichter Alexander Bienert dafür verantwortlich, dass es nicht mit drei Punkten geklappt hat. Zwei klare Fehlentscheidungen monierte Stadtbergens Chefcoach Oliver Schmidt. „Dem ersten Tor ging eine Abseitsstellung voraus und wir haben ein Tor erzielt, bei dem der Ball vorher nicht im Aus war.“ In der 54. Minute hatte sich Nikolaus Klingauf irgendwie durchgewühlt. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgleich längst überfällig, denn nach dem Seitenwechsel hatte die TSG gleich zwei Hochkaräter hintereinander. Zunächst stand Luca-Matteo Pachinger nach einem Traumpass von Enis Pllana ganz allein vor TSV-Schlussmann Markus Wieland, der im 1:1 die Oberhand behielt (52.), dann touchierte ein Freistoß von Hardy Noack die Querlatte (53.). Wenig später zielte Ludwig Strohmayr aus dem Gewühl heraus vorbei.

In der 62. Minute war es dann soweit. Die Leitershofer Wucht musste sich der Stadtberger Wendigkeit geschlagen geben. Abwehrriese Florian Mayer konnte sich gegen den wuseligen Luca-Matteo Pachinger nur noch mit einem Foul behelfen, Dominik Nürnberger verwandelte den fälligen Strafstoß zum hoch verdienten 1:1.

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„Der nicht gegebene Handelfmeter hat uns das Spiel gekostet. Das wäre das 2:1 gewesen“, ärgerte sich Anil Zambak. Doch in der Kreisklasse gibt es keinen Videobeweis – und somit auch keinen Elfmeter. Der Spitzenreiter hatte zunächst große Probleme gegen die schnellen und quirligen Stadtberger. Einen Freistoß von Paul Oliver Rettenmayer konnte Wieland nur abklatschen (9.)., Nürnberger zog aus vollem Lauf drüber (15.). Leitershofen fand nicht in die Zweikämpfe und verzettelte sich oft in Einzelaktionen.

Als Tobias Senger nach einem schnell ausgeführten Freistoß davonzog und von Torhüter Stefan Burgermeister nur per Foul gestoppt werden konnte, verwandelte Anil Zambak den fälligen Freistoß zum 0:1 (39.). In der 45. Minute stand Senger nach einem Freistoß von Zambak mutterseelenallein am langen Eck, traf nur das Außennetz. Da hatten die Stadtberger Youngsters zweimal nicht aufgepasst. Die Philosophie der TSG fußt auf dem eigenen Nachwuchs. Die komplette A-Jugend wurde vor Saisonbeginn nach oben gezogen. „Das muss sich erst finden“, so Stephan Schoder, der die Jungs zusammen mit Chefcoach Oliver Schmidt teilweise schon seit der F-Jugend trainiert. „Es gestaltet sich schwieriger als gedacht. Aber das haben wir gewusst. Das Talent ist da, es braucht einfach seine Zeit. Wir sind auf keinem schlechten Weg.“ Mit Adrian Grosjean oder Markus Friedrich hätte man sogar Spieler in seinen Reihen, die wissen, wo das Tor steht. Doch beide sind tief in der zweiten Mannschaft verwurzelt, wollen lieber dort in der B-Klasse spielen. So müssen es weiter die Jungspunde richten.

TSG Stadtbergen: Burgermeister – Klingauf, Strohmayr, Schoder, Rettenmayer – Iovane – Wiedholz, Nürnberger, Tekin, Pllana – Noack. (Pachinger, Steidl, Hyatt)

TSV Leitershofen: Markus Wieland – Zelz, Arat, F. Mayer, Foth – L. Mayer, Zimmermann, Max Wieland, Schmid – Senger, Zambak (Dewitz, T. Mayer, Schnell)

Tore: 0:1 Zambak (39.), 1:1 Nürnberger (62/Foulelfmeter).. – Schiedsrichter: Alexander Bienert. – Gelb-Rot: Pachinger (Stadtbergen/78./Reklamieren) - Zuschauer: 220.

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