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Aystetten

19.05.2019

Mit einem Debakel in die Relegation

Aystettens Torhüter Alexander Bernhardt wurde von seinen Vorderleuten oft schmählich im Stich gelassen. So mussten die Cosmos-Kicker (links Maximilian Heckel) in Illertissen den Ball neun Mal aus dem Tor holen. 
Bild: Oliver Reiser

Statt Kampf gegen den Abstieg zeigt der SV Cosmos Aystetten eine desoltae Vorstellung, die zu einer blamablen 2:9-Schlappe beim FV Illertissen II führt. Wie geht es weiter?

Wer nach der 0:2-Heimpleite gegen den längst abgestiegenen Tabellenletzten SC Oberweikertshofen am vergangenen Samstag gedacht hatte, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, der sah sich gewaltig getäuscht. Im letzten Saisonspiel der Fußball-Landesliga Südwest erlebte der SV Cosmos Aystetten beim FV Illertissen II ein 2:9-Debakel und muss deshalb in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen.

Dabei wurden die Schützlinge von Trainer Marco Löring überraschend in die Gruppe Süd eingeteilt und treffen nun zunächst auf den SVN München aus dem Stadtteil Neuperlach, seines Zeichens Vizemeister der Bezirksliga Oberbayern Süd. Das Hinspiel findet am Donnerstag (18.30 Uhr) in Neuperlach, das Rückspiel am Sonntag (16 Uhr) in Aystetten statt. Der Sieger trifft dann im alles entscheidenden Match auf den Gewinner der Auseinandersetzung TSV Jetzendorf (2. Bezirksliga Oberbayern Nord) – FC Moosinning (16. Landesliga Südost). Die anderen schwäbischen Vereine treten in der Gruppe Südwest an: TV Erkheim – BCF Wolfratshausen und SC Bubesheim – 1. FC Garmisch-Partenkirchen lauten dort die Partien.

Angesichts der letzten Leistungen erscheint das Unterfangen Klassenerhalt nicht sehr aussichtsreich. „Wir müssen jetzt ganz schnell die Kurve kriegen, sonst überstehen wir nicht einmal die erste Runde der Relegation“, erkannte Abwehrrecke Xhevalin Berisha nach der zweiten Pleite in Folge selbstkritisch. „Es war ein Desaster. Einfach unterirdisch. Ich kann es mir nicht erklären, was los war mit uns.“

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Eine Viertelstunde spielten die zunächst motiviert erscheinende Cosmonauten mit den jungen Illertisser Mannschaft, aus der sich neun Spieler verabschieden, auf Augenhöhe. Plötzlich schien man von allen guten geistern verlassen. Einen ersten Abwehrfehler konnte Torhüter Alexander Bernhardt gegen Glessing noch ausbügeln (11.), in der 14. Minute war er dann machtlos, als Maximilian Rogg von Maximilian Klotz nicht aufzuhalten war. Vom Anspiel weg verloren die Aystetter den Ball und Benjamin Sakrak hatte Glück, dass er bei seiner Notbremse gegen Dominik Trautmann nur die gelbe Karte sah. Tim Voss verwandelte den Foulelfmeter keine Zeigerumdrehung später zum 2:0 (15.).

Und der Aystetter Horrortrip ging weiter. Dejan Mijailovic platzierte einen Kopfball aus fünf Metern genau auf Torhüter Titzian Fendt (16.). Statt 2:1 hieß es vier Minuten später 3:0, als Trautmann ungehindert einköpfen konnte. Weiter vier Minuten später erhöhte Yannick Glessing unbehelligt wie im Training auf 4:0 (24.). Thomas Pflüger hatte genug gesehen. Der Cosmos-Vorsitzende verließ frustriert das Vöhlin-Stadion und versäumte eine weitere gute Aystetter Chance. Robert Markovic-Mandic scheiterte mit einem Freistoß an Fendt (27.). Auch dass Benjamin Sakrak nach einer halben Stunde schließlich doch mit der Gelb-Roten Karte vorzeitig zum Duschen musste, ist Pflüger entgangen. Den wenigen mitgereisten Cosmos-Fans stand angesichts dieser desolaten und wehrlosen Vorstellung das blanke Entsetzen im Gesicht. „Wir haben uns innerhalb von zehn Minuten alles zerstört. Das ist schlimm“, konnte es auch Trainer Marco Löring kaum fassen.

Als Raphael Allgaier drei Minuten nach dem Seitenwechsel das 5:0 erzielte, resignierte die reduzierte Aystetter Truppe endgültig. Trautmann erhöhte nach einem kapitalen Fehler von Paul Zeller, der beim Rettungsversuch noch seinen eigenen Torwart verletzte, auf 6:0 (53.). Diese Szene war symptomatisch für das Cosmos-Spiel. Den Treffer zum 6:1 von Max Drechsler (63.) konterten die Gastgeber postwendend durch Glessing zum 7:1 (64.). Nachdem die Illertisser einige Gänge zurückschalteten durfte Stefan Schnurrer zum 7:2 einköpfen (74.).

Doch der Illertisser Torhunger war noch nicht gestillt. Yannick Glessing schoss sich mit seinem dritten Treffer an die Spitze der Torjägerliste der Landesliga Südwest (79.) und Lukas Glade (86.) staubte zum 9:2 ab, bevor der SV Cosmos endlich von dieser Demütigung erlöst wurde.

Es wird ein schwacher Trost gewesen sein, dass nur wenige Stunden später der FC Augsburg zum Bundesliga-Finale beim VfL Wolfsburg mit 1:8 das Fell über die Ohren gezogen bekam. Peinlich waren beide Auftritte allemal.

FV Illertissen II: Fendt – Ott, Sadrijaj (30. Rogg), Voß (74. Miller), Vihl – Lorenz, Fischäß, Glade, Allgaier (85. Peter) – Glessing, Trautmann.

SV Cosmos Aystetten: Bernhardt – Isufi (61. Michl), Berisha, Sakrak, Klotz (46. Zeller) – Mijailovic – Markovic-Mandic, Drechsler (68. Schnurrer), Heckel – Hanselka, Linder.

Tore: 1:0 Rogg (14.), 2:0 Voß (Foulelfmeter/15.), 3:0 Trautmann (20.), 4:0 Glessing (24.), 5:0 Allgaier (48.), 6:0 Trautmann (53.), 6:1 Drechsler (63.), 7:1 Glessing (64.), 7:2 Schnurrer (74.), 8:2 Glessing (79.), 9:2 Glade (86.). – Gelb-Rot: Sakrak (30./Aystetten). - Schiedsrichter: Maximilian Ziegler (Lindach) - Zuschauer: 100.

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