Westheim

25.10.2019

Nach neun Jahren ist Schluss

Oliver Haberkorn ist eine Institution auf dem Kobel. Nach neun Jahren hört der Trainer der SpVgg Westheim am Saisonende auf, wird aber dem Verein erhalten bleiben.
Bild: Oliver Reiser

Trainer Oliver Haberkorn hört am Saisonende bei der SpVgg Westheim auf. Drei Teams lauern punktgleich auf Rang zwei

Was die Spannung angeht hat die Fußball-Kreisliga Augsburg in den vergangenen Jahren nicht enttäuscht. In diesem Jahr sind es sogar gleich vier Mannschaften aus dem Landkreis, die sich um die zwei Aufstiegsplätze duellieren. Allen voran der FC Horgau, der sich bei einem Sieg sogar bis auf fünf Punkte von dem Rest der Liga absetzen könnte. Indessen marschiert die Spielvereinigung Westheim unter dem Radar Woche für Woche, Platz für Platz nach oben.

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SSV Anhausen – SpVgg Westheim. Des einen Freud ist des anderen Leid. Lange hielt der SSV Anhausen mit Tabellenführer FC Horgau mit, war in der ersten Hälfte sogar der Führung ganz nah. „Doch dann hatten wir wie in den Wochen zuvor einen kurzen Hänger und machen uns innerhalb von 15 Minuten das ganze Spiel kaputt“, ärgert sich Spielertrainer Benedikt Schmid noch immer über die 0:3-Niederlage. „Um das Positive rauszuziehen: Horgau hat nicht uns geschlagen, wir haben uns selbst geschlagen.“ Dass es gegen die SpVgg Westheim keineswegs leichter wird, ist dem 28-Jährigen durchaus bewusst. Nicht grundlos ist die Spielvereinigung seit sechs Spielen ungeschlagen. „Sie haben sich nach den anfänglichen Schwierigkeiten gefangen. Dementsprechend erwarte ich eine hochmotivierte und selbstbewusste Truppe“, erklärt Schmid. Mit Tobias Wieser, Alex Micheler, Michael Duda und Josef Guggenberger fallen womöglich vier Leistungsträger für das Landkreisderby aus.

Auf dem Kobel herrscht hingegen sorgenfreies Schaffen. Zwar will Trainer Oliver Haberkorn noch immer keine Prognose wagen, gesteht jedoch, „dass es in diesem Jahr sogar einen Tick besser läuft, als im letzten Jahr.“ Derzeit läuft vor allem Marco Spengler (11 Tore) auf Hochtouren – die Lebensversicherung der Spielvereinigung. „Mit dem SSV Anhausen erwartet uns zwar eine starke Mannschaft, aber die liegen uns. Bislang konnten wir bis auf Lagerlechfeld (2:2) alle Teams von oben schlagen“, peilt der 35-Jährige auch gegen den Tabellenvierten mindestens einen Punktgewinn an.

Nach neun Jahren ist Schluss

Am Saisonende wird Oliver Haberkorn seinen Trainerposten bei der SpVgg Westheim nach neun Jahren abgeben. „Wir haben uns sich in gegenseitigem Einvernehmen für diesen Schritt entschlossen“, so Abteilungsleiter Marcus Behrendt. Haberkorn, der schon zu seiner Jugendzeit für Westheim auf Torejagd ging, lässt seinen Spielerpasse bei seinem Heimatverein, wo er derzeit in der zweiten Mannschaft spielt. „Oliver Haberkorn hat sich nicht nur als Spieler, sondern nun auch in den vergangenen neun Jahren als Trainer große Verdienste um die SpVgg Westheim erworben. Neun Jahre sehr guter und erfolgreicher Zusammenarbeit sind eine sehr lange Zeit im Trainergeschäft“, erklärte Marcus Behrendt: „Nun sind wir jedoch gemeinsam zu dem Entschluss gekommen, dass ein neuer Impuls im Sommer der richtige Schritt für Westheim ist. Oli ist ein wichtiger Bestandteil der positiven Entwicklung unseres Vereins.“ Für Haberkorn selbst ist eine Steigerung bei der SpVgg kaum mehr möglich. Er ist bereit für neue Herausforderungen. „Zunächst wollen wir aber die Saison mit beiden Mannschaften bestmöglich abschließen.“

SpVgg Langerringen – TSV Zusmarshausen. Zufriedenheit sieht anders aus: Trotz des 3:1-Sieges gegen FC Haunstetten hatte Trainer Thomas Weber mit seiner Mannschaft ein Hühnchen zu rupfen. „In der ersten Hälfte haben wir ohne Überzeugung Fußball gespielt. Auch das Tempo mit sowie ohne Ball hat komplett gefehlt“, bemängelt der 39-Jährige. Drei Tore in drei Minuten haben ihn aber letztlich versöhnlich gestimmt. „Wenigstens für 15 Minuten haben die Jungs richtig auf das Gaspedal gedrückt und ihr wahres Potential gezeigt“, so Weber. Gegen den Tabellenzweiten SpVgg Langerringen wolle der TSV Zusmarshausen seine Auswärtsbilanz ein wenig aufhübschen. Für Zus die Chance auf Rang zwei. „Meine Jungs brennen darauf“, erklärt der Coach. „Dennoch erwarte ich einen richtig harten Brocken. Es ist eine sehr ausgeglichene Mannschaft.“

FC Königsbrunn – FC Horgau. Zurück an der Tabellenspitze der Kreisliga Augsburg ist Spielertrainer Franz Stroh zuversichtlich. „Das neue primäre Ziel ist es, diese bis zur Winterpause zu festigen, auch wenn wir aufgrund der Personalmisere gar nicht damit gerechnet hatten. Druck verspüre ich daher keinen“, erklärt der 36-Jährige gelassen. Nach dem 3:0-Erfolg gegen den SSV Anhausen konnten die Rotthäler den ersten Angriff abwehren. „Die Partie war geprägt von Defensivarbeit. Es schien jedoch, als haben wir aus den Fehlern im Spiel gegen Langerringen gelernt“, so Stroh. Doch auch wenn man vor der Partie gegen den FC Königsbrunn einmal mehr von einer Pflichtaufgabe sprechen sollte, bremst er die Euphorie und holt seine Mannschaft wieder zurück auf den Boden. „Das wird eine schwierige Aufgabe. Sie haben zuletzt immer nur sehr knapp verloren, sind gut organisiert und mit ihrem Kapitän Manuel Salzmann einen guten Torjäger“, warnt Stroh und fügt an: „Es ist nicht so, als könnten wir nicht gegen jeden Gegner verlieren.“ Einen Rückschlag gab es trotz Tabellenführung aber doch zu verkraften. Torjäger Michael Vogele wird in diesem Kalenderjahr aufgrund eines Muskelbündelrisses in der Leiste nicht mehr ins Geschehen eingreifen können.

FC Haunstetten – TSV Dinkelscherben. Momentan läuft es für den einstigen Aufstiegsaspiranten aus Dinkelscherben wie am Schnürchen. Nach einem knappen 2:1-Sieg gegen Göggingen hat der TSV binnen vier Wochen den Sprung raus aus dem Tabellenkeller, hin zur Spitzengruppe der Liga bewerkstelligt. „Klar haben wir jetzt vier Spiele in Folge gewonnen. Doch das waren zum Großteil Mannschaften aus dem Mittelfeld. Damals, als wir hätten liefern müssen und als Favorit gehandelt worden sind, ist uns das nicht gelungen“, relativiert Trainer Michael Finkel die vergangen Erfolge. Zudem erwartet der 41-Jährige eine deutliche Leistungssteigerung gegen den FC Haunstetten. Finkel: „Wir sollten nicht denken, dass es einfach so geht. Auch Göggingen haben wir womöglich etwas zu sehr unterschätzt. Da müssen wir am Wochenende nochmal einen Ticken mehr investieren.“

TSV Täfertingen – Kissinger SC. Noch lange ist für Aufsteiger Täfertingen nichts verloren. Zu eng beieinander ist das Teilnehmerfeld in diesem Jahr, um jetzt schon den Kopf in den Sand zu stecken. Laut Trainer Antonio Cuevas seien auch die Ergebnisse trügerisch, allen voran das 0:3 gegen die Bayerliga-Reserve aus Schwabmünchen. „Das Ergebnis ist überbewertet. Es hätte niemals so hoch ausfallen dürfen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, in dem wir ebenfalls viele Chancen hatte, diese jedoch ungenutzt ließen“, ärgert sich der 39-Jährige. „Jetzt sind wieder drei Punkte weg.“ Zu allem Überfluss plagen den Aufsteiger auch noch starke personelle Probleme. Hinter Kapitän Simon Weis, Roberto Villani (beide angeschlagen) und Deniz Tetik (krank) stehen große Fragezeichen. Nicolas van der Werft, Giuliano Manno (beide verletzt) und Tandu Moses (Wadenbeinbruch) werden sicher ausfallen. „Mit einem Punkt wäre ich sehr zufrieden. Doch gerade gegen Kissing wird das ganz ganz schwierig“, weiß Cuevas.

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