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Silvesterlauf

02.01.2015

Neue Erfahrungen mit der weißen Pracht

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7 Bilder
Auch die von den Aystetter Rennschweinen, Peter Ruoff (links) und Christian Tetzlaff (rechts), betreuten Asylbewerber Ernest Uwadia, Yonas Shishay, Ibrahim Jarju und Mihretab Tekle mussten lange warten, bis die Ergebnisse verkündet werden konnten.

Der TSV Gersthofen lässt sich vom Wintereinbruch nicht schocken. Für einige Teilnehmer ist das Laufen auf schneebedecktem Boden allerdings eine ganz neue Erfahrung

So kurz vor dem Startschuss gerieten die Organisatoren trotz Minustemperaturen ins Schwitzen. Wohl selten schlug das Wetter solche Kapriolen wie zum Ende des Jahres 2014. Während am Heiligen Abend noch alles auf ein ebenfalls grünes Silvester hindeutete, kam am 2. Weihnachtsfeiertag der große Wintereinbruch und verwandelte den Landkreis Augsburg in ein schon vergessen geglaubtes Winterwunderland mit fast einem halben Meter Neuschnee. „Wir haben die Strecke in der Nacht und am Morgen nochmals geräumt und gestreut“, so Mitorganisator Andreas Stahl. Der 48. Gersthofer Silvesterlauf konnte reibungslos über die Bühne gehen, auch wenn der schneebedeckte Boden auf den 9,7 Kilometern im Schnitt zwei Minuten kostete.

Worüber sich die Skifahrer und Kinder gefreut haben, dürfte in der Läuferszene für sorgfältige Überlegungen gesorgt haben. Schließlich galt es, die passende Schuhauswahl zu treffen. Nicht so für neun junge Asylbewerber aus Eritrea, Gambia und Nigeria, die seit einigen Wochen in Aystetten untergebracht sind und dort von der Aktion „Eltern für Afrika“ betreut werden. Auch Peter Ruoff und Christian Tetzlaff von den „Rennschweinen“ haben sich den jungen Männern angenommen und vier von ihnen mit zum Silvesterlauf nach Gersthofen genommen. Dort angekommen, mussten sie erst einmal mit geeignetem Schuhwerk versorgt werden. „Einer hat richtig Talent“, schwärmt Ruoff von Mihretab Tekle, der in geliehenen Schuhen auf der Stadtrunde noch in der Verfolgergruppe von Sieger Tobias Gröbl und Herausforderer Yossief Tekle mithalten konnte.

Die Namensgleichheit ist rein zufällig, doch für die Jungs aus Aystetten war die Begegnung mit dem ehemaligen Junioren-Weltmeister ein Erlebnis. „Er ist für sie ein Held“, so Tetzlaff. Bei der Siegerehrung, die sich aufgrund technischer Probleme in die Länge zog, hatten sie ausreichend Gelegenheit, sich mit Yossief Tekle in der Landessprache von Eritrea, Tigrinja, zu unterhalten.

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LG Reischenau-Zusamtal stellt Zweit- und Drittplatzierten

Auch für den 22-Jährigen, der sich unter den Fittichen von Trainer und Betreuer Franz Herzgsell sehr wohl fühlt, war die Begegnung mit der weißen Pracht absolutes Neuland. „Es war meine erste Erfahrung mit Schnee. Immer wenn ich durchstarten wollte, bin ich weggerutscht“, erzählte der 22-Jährige in einem Gemisch aus Deutsch und Englisch. „Im Sport muss man auch manchmal mit Platz zwei zufrieden sein – und das bin ich heute“, konnte Yossief Tekle nach seiner Niederlage schon wieder lachen. Harald Gerbing, der auf dem dritten Platz einlief, komplettierte den Erfolg der LG Reischenau-Zusamtal.

Seriensieger Tobias Gröbl, der zum fünften Mal in Folge gewann, war von seinem deutlichen Erfolg selbst überrascht. „Es war auch für mich sehr anstrengend bei diesen Witterungsverhältnissen, aber ich habe meine Chance genutzt“, betrachtete der 32-Jährige den Sieg gegen Tekle als großen Erfolg. Im Gegensatz zu seinem Kontrahenten habe er bei einer 42-Stunden-Arbeitswoche und einem kleinen Kind zu Hause weit weniger Möglichkeiten zum Trainieren.

Probleme bei der Zeiterfassung

Mit Rafael Lohner (8.) und Hannes Rosenwirth (9.) stellte auch der TSV Gersthofen zwei Läufer unter den Top Ten. Ein schöner Erfolg für den Ausrichter, der diesmal die Zeitmessung wieder selbst übernommen hatte, nachdem man im vergangenen Jahr eine Fremdfirma beauftragt hatte. Dabei klappte wohl auf Anhieb noch nicht alles. Nachdem nicht alle Finisher erfasst werden konnten, musste eine nachträgliche Video-Auswertung des Zieleinlaufes vorgenommen werden. „Die identifizierbaren Teilnehmer sind ausgewertet und in den Ergebnislisten nachgetragen“, teilte der Veranstalter am Neujahrsabend auf seiner Internetseite mit.

So werden sich auch all diejenigen Teilnehmer wiederfinden, die den Silvesterlauf nicht in Angriff nehmen, um ihn zu gewinnen. Ergreifende Szenen spielten sich teilweise im Zielraum ab, wenn die vielen Hobbysportler – allein oder zusammen mit anderen – ihren letzten persönlichen Triumph im alten Jahr feierten. Und gerade das ist die ganz besondere Magie dieser Veranstaltung.

Viele weitere Bilder vom Gersthofer Silvesterlauf finden Sie unter

www.augsburg-allgemeine-land.de/bilder

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