Fußball-Nachlese

13.05.2014

Rechtzeitig die Kurve bekommen

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Kollektives Entsetzen beim TSV Gersthofen, als es nach einem Foul an Daniel Zweckbronner Elfmeter für den SC Fürstenfeldbruck gab, mit dem die 0:3-Niederlage eingeleitet wurde.

Dinkelscherbens Trainer Michael Finkel blickt nach dem feststehenden Klassenerhalt in die Zukunft. Zusmarshausens einfache Rechnung im Endspurt

Bereits in der Halbzeitpause hat Markus Kutschenreiter, der Stadionsprecher des TSV Dinkelscherben, alle „Mütter und solche, die es noch werden wollen“ nach dem Abpfiff ins Sportheim zu einem Glas Sekt eingeladen. Da konnte man auf Kaiserberg noch nicht wissen, dass es am Muttertag noch richtig Grund zum Feiern geben sollte. Da waren zum einen der 3:2-Sieg gegen den TSV Meitingen, zum anderen die Ergebnisse der Konkurrenten. Und plötzlich stand es fest: Der Klassenerhalt ist sicher.

„Gut, dass wir durch sind“, freute sich Trainer Michael Finkel, der sich im Vorfeld ausgiebig mit dem komplexen Regelwerk befasst hatte: „Im dümmsten Fall wären wir mit Lauingen und Ehekirchen punktgleich gewesen und hätten dann nach einer internen Tabelle dieser drei Mannschaften die wenigsten Punkte gehabt.“ Schwamm drüber! Sämtliche Eventualitäten wurden anschließend mit Bier und Sekt hinuntergespült.

Der TSV Dinkelscherben hat in der Rückrunde 19 Punkte geholt. Das ist bei zwei noch ausstehenden Spielen jetzt schon einer mehr, als in der durchwachsenen Vorrunde. Trotzdem ist man unter Druck geraten, weil alle anderen gewaltig aufgeholt haben. „Die wichtigen Spiele haben wir gewonnen“, grinst Finkel, „weil wir die Kurve bekommen haben und alle kapiert haben, um was es geht.“ Da man nicht die individuelle Qualität habe, muss es in der Mannschaft passen. „Der Zusammenhalt stimmt“, sagt Finkel, auch wenn natürlich der eine oder andere, der momentan nicht spielt, unzufrieden ist. „Wir haben ja auch noch mit der zweiten Mannschaft einen Auftrag, die in der A-Klasse auf dem letzten Tabellenplatz steht“, schwebt dem Coach eine weitere Rettungsaktion vor.

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Gegen den TSV Meitingen war sich Finkel nach dem 3:2 sicher, „dass wir das heimziehen“. Zuvor hatte man den Gästen allerdings erneut zu viel Spielraum gelassen. „Mit zwei Stürmern sind wir im Mittelfeld anfälliger. Da muss man sauber verschieben, sonst gerät man in Unterzahl. Aber daran werden wir arbeiten.“ Die Mannschaft bleibt im Großen und Ganzen zusammen. „Alle haben gezeigt, dass sie in der Bezirksliga spielen können“, meint Finkel.

Insbesondere Christian Wink und Thomas Kubina. Letzterer hat mit seinen mittlerweile 14 Saisontreffern für Aufmerksamkeit gesorgt. „Er hatte schon in der Vorrunde seine Chancen. Jetzt macht er sie halt rein“, glaubt Finkel, dass dem 19-Jährigen ein Routinier vom Schlage eines Alex Guggemos an der Seite sehr gut tut. Dass der langjährige Torjäger in der Rückrunde ausgeholfen hat, ist ein weiterer Grund für die Stabilität der Truppe. „Natürlich würden wir ihn gerne zum Weitermachen überreden“, hat Michael Finkel auch einen – nicht ganz ernst gemeinten – Vorschlag parat: „Wir müssen dazu aber wohl im Sommer einen Faschingsball veranstalten.“ Auf selbigem hatte der 32-Jährige in der Winterpause zugesagt. „Die Mannschaft ist entwicklungsfähig, das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht“, freut er sich jedenfalls auf ein weiteres Jahr in Schwabens höchster Liga.

Mit vier Siegen aus den letzten fünf Spielen ist der SC Altenmünster von einem Abstiegsplatz auf Rang acht der Kreisliga West gerauscht. Maßgeblichen Anteil daran hatte Tobias Fendt, der sieben Treffer erzielt und es mittlerweile auf 16 Einschüsse gebracht hat. Für SCA-Coach Alexander Kuchenbaur kam es sicherlich gerade recht, dass durch den 4:2-Heimsieg am Sonntag gegen den SV Kicklingen-Fristingen der Klassenerhalt nun auch rechnerisch unter Dach und Fach gebracht werden konnte. So kann er sich ganz auf die kommenden Highlights konzentrieren.

Am kommenden Donnerstag ist Kuchenbaur einer der Trainer der Zusamtal-Auswahl, die gegen den Zweitligisten TSV 1860 München am Hennhofer Weg zu einem Benefizspiel antreten darf. Im Aufgebot stehen neben einigen Spielern des heimischen SCA unter anderem auch Kicker vom TSV Wertingen, dem TSV Dinkelscherben und in Michael Panknin sogar ein Spieler des FC Affing. Anpfiff gegen den Bundesligisten aus der Landeshauptstadt ist um 18.30 Uhr.

Am kommenden Sonntag kommt es für den SCA zum Zusamtal-Derby beim TSV Zusmarshausen, der nach dem 2:1-Erfolg im Verfolgerduell beim FC Grün-Weiß Ichenhausen noch voll im Dreikampf um Titel und Relegation mitmischt, nachdem der bisherige Spitzenreiter SSV Dillingen nach einem 3:3 gegen den SV Mindelzell den FC Günzburg passieren lassen musste. Die Dillinger kassierten zudem zwei Rote Karten. Die seiner Ansicht nach nicht mehr hinnehmbaren Schiedsrichterleistungen wollte SSV-Vorsitzender Christoph Nowak nicht unkommentiert lassen: „Am Mittwoch gegen Altenmünster wurde einem Spieler mit gestrecktem Bein ins Knie gesprungen und einem anderen das Sprunggelenk gebrochen – dafür gab es nicht mal Gelb. Wir hingegen erhalten zwei Platzverweise wegen Jubelns und einem schiefen Blick. Da fällt es langsam sehr schwer, nicht an Absicht zu glauben.“

Für Zusmarshausens Trainer Reinhard Brachert ist die Sachlage klar: „Wir wollen unsere beiden noch ausstehenden Spiele gewinnen. Das ist eine ganz einfache Rechnung. Das ist auch der Anspruch der Mannschaft. Wenn das gelingt, dann haben wir alles getan und dann schauen wir, was dabei rauskommt.“ In Ichenhausen habe man eine gute, überzeugende Leistung geboten. „Diese wollen wir im Derby gegen Altenmünster bestätigen“, setzt Brachert nicht zuletzt auf den tiefen Kader: „Auch die Nummern 12, 13 und 14 waren am Sonntag sehr wichtig.“

Mit der Schiedsrichterleistung dürfte auch der TSV Gersthofen nicht zufrieden gewesen sein. Zunächst gab Stefan Rietdorf (FC Ingolstadt) einen Strafstoß für den SC Fürstenfeldbruck, als Daniel Zweckbronner im eigenen Strafraum umgerannt wurde, dann versagte er den Lechstädtern den Gang zum Punkt, als Markus Nix im gegnerischen Sechzehner gefällt wurde. Doch die Schuld an der 0:3-Niederlage ist nicht allein dem Unparteiischen zuzuschreiben. Viel zu passiv agierten die Schützlinge von Trainer Ivan Konjevic. Lediglich Torhüter Stefan Brunner, Martin Wenni, Erik Repennig und Jan Plesner erfüllten die Erwartungen. Einige schienen mit dem Kopf schon anderswo. So soll sich Giuliano Manno mit dem SV Cosmos Aystetten, Roman Artes mit dem TSV Meitingen einig sein. Weitere Abgänge könnten folgen. Ein Umbruch steht ins Haus.

In Gersthofen will man künftig auf eigene Nachwuchsspieler oder ehemalige Kicker bauen, „die dem TSV etwas zurückgeben“, wie es Bernhard Binswanger aus der Abteilungsleitung ausdrückt. Dario Kucjenic ist so ein Beispiel. „Er ist der Kopf der Mannschaft“, sagt Binswanger. Kandidaten, die dafür in- frage kämen, wurden bereits in der Sportarena gesichtet: Stefan Leiteritz und Volkan Cantürk. Letzterer wurde vor Wochenfrist beim Bezirksliga-Spitzenreiter und designierten Landesliga-Aufsteiger SC Ichenhausen aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader verbannt.

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