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Schwimmen

17.05.2019

Regen und Kälte erfolgreich getrotzt

Mit Wärmemänteln, heißem Tee und in warmen Schlafsäcken trotzten Lena Schweiger und Frank Kurmyshkin vom TSV Gerst-hofen den widrigen Witterungsbedingungen beim Schwimmwettkampf in Innsbruck.
Bild: Jens Behning

Nur zwei Aktive des TSV Gersthofen halten zum Start in die Freiluftsaison in Innsbruck bei eisigen Temperaturen durch und sammeln Medaillen

Die Motivation war hoch bei den zehn Jugendlichen des Wettkampf-Schwimm-teams vom TSV 1909 Gersthofen, um mitten in den Alpen außerhalb Deutschlands auf Medaillenjagd zu gehen. Am vergangenen Wochenende starteten die 10- bis 15-Jährigen beim Jubiläumswettkampf des Tiroler Wassersportvereins, der zu neunzehn Einzelwettkämpfen ins Tivoli Freibad mit acht 50-Meter-Bahnen im Herzen von Innsbruck eingeladen hatte. Für die Gäste aus Gersthofen bedeutete die wiederholte Teilnahme in Tirol den Start der Freiluft-Trainings und -Wettkampfsaison, die mit den schwäbischen Meisterschaften Anfang Juli in Kempten wiederum endet. Insgesamt 507 Athletinnen und Athleten aus 7 europäischen Ländern und 36 Vereinen kämpften bei knapp 2700 Starts gegen die Uhr und um die begehrten Podestplätze.

Vor den Startblöcken, vor den ausgehängten Ergebnislisten, auf der Tribüne oder unter der Dusche sind an diesem Wochenende viele verschiedene Sprachen und Dialekte von Athleten, Trainern und Betreuern der verschiedenen Vereine zu hören, insbesondere von den vielen italienischen Schwimmern, aber auch von finnischen, schweizerischen, tirolerischen und tschechischen Athleten. Für die Gersthofer Jugendlichen war diese besondere internationale Bühne gleichzeitig die letzte Chance, Pflichtzeiten für die deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin zu sammeln.

Die größte Herausforderung für die jugendlichen Schwimmer war jedoch nicht das starke internationale Teilnehmerfeld, sondern das Wetter. Bereits die Vorhersage ließ durch die Ankündigung von Temperaturabfall, Schneefallgrenze von 400 Metern, Wind und Regen wenig Optimismus zu. Umringt von schneebedeckten Bergen war die Kulisse des Wettkampfstätte Tivoli Freibad in Innsbruck zwar malerisch und einzigartig, aber Temperaturen von 10 Grad am Samstagmorgen und 5 Grad am Sonntagmorgen gepaart mit starkem Regen bedeuteten extreme Bedingungen zum Schwimmen im Freien.

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Wärmemäntel, heißer Tee und warme Schlafsäcke

Mit speziellen Wärmemänteln, heißem Tee, warmen Schlafsäcken und mitgebrachten Zelten, die im Innsbrucker Freibad gleich neben den heißen Duschen aufgestellt wurden, versuchten die Gersthofer Schwimmer, die mitgereisten Eltern und die Trainerin Irina Bychkova das Beste aus den suboptimalen Bedingungen zu machen – und das konnte sich durchaus sehen lassen:

Der jüngste unter den Gersthofer Schwimmern, der zehnjährige Emilio Hopfinger, holte sich in Rücken- und Freistildisziplinen eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille. Über 200 Meter Lagen belegte er einen respektablen fünften Rang bei neuer persönlicher Bestzeit. Sein nur zwei Jahre älterer Vereinskollege Jannik Schreiber konnte sich trotz eisiger Außentemperaturen deutlich verbessern. Die frische Alpenluft in Innsbruck schien auch Irina Kluge (Jg. 2004) zu beflügeln. Über 100 Meter und 200 Meter Brust schwamm sie trotz persönlicher Bestzeiten leider jeweils knapp am Siegerpodest vorbei. Jeweils mit sehr starker internationaler Konkurrenz hatten Anna Grimm (Jg. 2002), Fabienne Frohn (Jg. 2003) und Tamas Oroszlamos (Jg. 2003) zu kämpfen. Über ihre Spezialdisziplin 200 Meter Brust sicherte sich Fabienne Frohn Silber und Tamas Oroszlamos die Bronz.

Am Samstagnachmittag verschlechterte sich die Wetterlage in Innsbruck derart schnell, dass die Mehrheit der Wettkampfteilnehmenden bei Wind und Starkregen fluchtartig das Freibad verließ. Acht von zehn Gersthofer Schwimmer entschieden sich am Sonntag, den Wettkampf abzubrechen. Gut gelaunt und mit eisernem Willen schwammen die 12-jährige Lena Schweiger und 16-jährige Frank Kurmyshkin auch bei Wind und Wetter ihre gemeldeten Strecken. Lena Schweiger war letztendlich die erfolgreichste Gersthofer Schwimmerin mit insgesamt sechs Medaillen. Zweimal Gold über Bruststrecken, jeweils Silber über 50 Meter Rücken und 50 Meter Schmetterling und jeweils Bronze über 100 Meter Freistil und 200 Meter Lagen war nach zwei Tagen die persönliche Wettkampfbilanz.

Frank Kurmyshkin nutzte seine Topform und schlug dreimal in neuer Bestzeit an, einmal davon Vereinsrekord. Geehrt wurde er mit Gold über seine Paradedisziplin 400 Meter Freistil und mit jeweils Bronze über 50 Meter Freistil, 200 Meter Freistil und 200 Meter Lagen.

Zurück ins Warme heißt es nun am kommenden Wochenende in Augsburg, wo im Haunstetter Hallenbad die Jahrgangsmeisterschaften im Schwimmen des Bezirkes Schwaben ausgetragen werden. Da wollen sie heiß laufen. (jb-)

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