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13.05.2015

Rücktrittswelleüberrollt den FC Affing

R. Lindermeier

Landesligist plötzlich gänzlich ohne Führungsmannschaft

Beim FC Affing haben sich gestern die Ereignisse überschlagen. Mit Robert Lindermeier und Enzo Sarcone verlor der Verein zunächst seinen Abteilungsleiter Fußball und den Interimstrainer der ersten Mannschaft. Wenig später wurde auch noch bekannt, dass Alexander Dürr, der in der kommenden Saison das Traineramt übernehmen wollte, nicht in Affing antreten wird.

Zunächst teilte Lindermeier in einer Pressemitteilung mit, dass er bereits am Sonntagabend vom Amt des Abteilungsleiters zurückgetreten war. Die erste Mannschaft, deren Abstieg aus der Landesliga feststeht, legte beim 0:7 gegen den FV Illertissen II eine desolate Vorstellung hin. In der Mitteilung, die nur wenige Sätze enthält, macht der 51-Jährige aber nicht das Debakel für seine Entscheidung verantwortlich. Vielmehr schreibt er: „Mit der Vorstandschaft gab es unterschiedliche Auffassungen über die sportliche Ausrichtung zur neuen Saison.“ Mit Lindermeier traten auch Interimstrainer Enzo Sarcone und der komplette Betreuerstab zurück.

Lindermeier wollte sich gestern nicht weiter zu seinem Rücktritt äußern: „Ich will nicht noch weiteres Öl ins Feuer gießen.“ Allgemein zeigte sich der 51-Jährige enttäuscht über das Geschäft im Amateurbereich. Die Ansprüche der Spieler seien deutlich gestiegen. Die Bereitschaft, sich für seinen Verein einzusetzen, gesunken. „Wenn einer heute fünf Meter gerade laufen kann, dann meint er, mindestens 200 Euro im Monat verdienen zu können“, sagt Lindermeier. In der Stadionzeitschrift hatte Lindermeier sich darüber beschwert, dass Verantwortliche anderer Vereine versuchten, die schwierige Lage des FC Affing auszunutzen. „Da stehen diese Personen jahrelang in Lohn und Brot beim Verein und versuchen nun, mit teils unmoralischen Angeboten Spieler zu Wechseln zu überreden“, hieß es in der Zeitschrift. Kenner der Szene hatten darin einen Verweis auf Stefan Tutschka gesehen, der lange Zeit Trainer in Affing war und das Amt inzwischen beim SC Oberweikertshofen ausführt. Lindermeier nennt gestern keine Namen. Er sagt aber: „Es gibt Vereine in der näheren Umgebung, die versuchen, aus den unteren Klassen herauszukommen.“

Da Lindermeier nun nicht mehr für den FC Affing im Einsatz ist, hat auch Alexander Dürr abgewunken. Der ehemalige Abteilungsleiter war der feste Ansprechpartner des 44-Jährigen. „Ich sehe nun keine Basis mehr für die Zusammenarbeit“, sagt Dürr gestern auf Anfrage. Er unterstützt zurzeit den SV Gablingen dabei, in der A-Klasse Augsburg den Klassenerhalt zu schaffen. Beim FC Affing sind nun die Mitglieder des Vorstands gefragt, eine Lösung für die prekäre Situation zu finden. (schr)

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