Leitershofen

03.05.2019

Schlussstrich beim Schlusslicht

Die Uhr ist abgelaufen. Nach der 1:8-Schlappe im Kellerduell beim TSV Schwabmünchen II trennte sich der TSV Leitershofen von Trainer Bernd Endres. In den restlichen beiden Saisonspielen gibt Abteilungsleiter Oswald Seizinger die Kommandos.
Bild: Andreas Lode

Der TSV Leitershofen zieht zwei Spiele vor Saisonende die Reißleine und trennt sich von Trainer Bernd Endres

So schnell kann es gehen: Noch vor wenigen Wochen hieß der Trainer beim TSV Leitershofen auch für die kommende Saison Bernd Endres – unabhängig von der Spielklasse. Zwei Spiele vor dem Saisonende in der laufenden Saison der Fußball-Kreisliga Augsburg zogen die Verantwortlichen beim Tabellenschlusslicht plötzlich doch einen Schlussstrich.

TSV Leitershofen – FC Königsbrunn. Nach der 1:8-Klatsche gegen den direkten Konkurrenten aus Schwabmünchen haben die Verantwortlichen auf der Alm reagiert. Trainer Bernd Endres musste noch am selben Abend seinen Koffer packen. „Wir sind derzeit einfach zu schlecht für die Kreisliga besetzt. Dahingegen war der TSV Schwabmünchen II mit zahlreichen Spielern aus dem Bayernliga-Kader und der BOL-A-Jugend top aufgestellt gewesen“, hatte Endres die herbe Niederlage nach Abpfiff noch begründet. Kurz darauf war für den 39-Jährigen Schluss – endgültig. „Wir haben uns im Guten getrennt. Doch das war’s für mich. Ich habe mein Leben nun 30 Jahre dem Fußball untergeordnet. Die nächsten 30 Jahre sind meine drei Mädels an der Reihe“, freut sich der Familienvater ab sofort auf fußballfreie Wochenenden. Der Tank des 39-Jährigen war nach eineinhalb Jahren Kreisliga-Abstiegskampf zugegebenermaßen bis auf den letzten Tropfen leer. Bereits am Dienstag stand daher Abteilungsleiter Oswald Seitzinger auf dem Trainingsplatz und gab Regieanweisungen – stolzen zehn Mann. „Wir haben zurzeit einige Verletzte, bei vielen fehlt die nötige Einstellung, drei sind auf Weltreise – das kostet unheimlich viel Energie. Bei Bernd war diese verbraucht. Er ist ein feiner Kerl und ich wünsche ihm alles Gute“, erklärt Seitzinger. Ob sich der kleine Aufreger kurz vor Saisonende gelohnt hat, wird sich zeigen. Eine Niederlage gegen den FC Königsbrunn wäre gleichbedeutend mit dem direkten Abstieg in die Kreisklasse. Die Planungen dafür laufen schon. „Wir sind in den letzten Zügen, einen neuen Trainer zu verpflichten“, fügt der Abteilungsleiter hinzu.

TSV Neusäß – Suryoye Augsburg. Beim TSV Neusäß gab’s nach der 2:3-Niederlage im Landkreis-Derby gegen den SSV Anhausen ebenfalls eine Portion schlaflose Nächte. „Ich hab’s ziemlich schlecht verarbeitet und kaum geschlafen“, gab Trainer Karlheinz Pecher zu. „Da kam einfach viel zusammen.“ Der Tabellenzweite schoss drei individuelle Böcke, scheiterte mehrmals am Aluminium, bekam einen Elfmeter zugesprochen, der ihm anschließend doch verwehrt wurde – kurios diese Niederlage aus Neusässer Sicht. Abgesehen von der Konkurrenz, die allmählich Druck aufbaut und den TSV Neusäß zu Erfolgen zwingt, habe der 52-Jährige am kommenden Wochenende gegen Suryoye Augsburg noch eine Rechnung zu begleichen. Der Aufsteiger hat den TSV mit 0:2 im Hinspiel ganz alt aussehen lassen. Es war eine von bislang vier Saisonniederlagen. „Daher sind wir extrem heiß auf eine Revanche“, erklärt Pecher, der auf Nico Rehm (Kreuzbandriss), Paul Schmuck und Burak Ersoy (beide Knöchelverletzung) verzichten muss.

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SSV Margertshausen – TSV Dinkelscherben. Unterschiedlicher könnten die Ausgangssituationen vor dem Landkreis-Derby nicht sein. Während der SSV Margertshausen mit Mann und Maus gegen den Abstieg kämpft und laut Trainer Thomas Kempter „nur noch drei Endspiele hat“, um am Ende über dem Strich zu stehen, kann es der TSV Dinkelscherben ganz gelassen angehen und sich auf den Fun-Faktor beim Fußballspielen konzentrieren. Und dennoch trifft vor dem Derby „Zufriedenheit“ auf seinen kleinen Bruder. „Wir können mit dem 1:1-Remis gegen Suryoye gut leben. Sie hatten klar den besseren Tag“, resümierte Kempter. Sein Gegenüber Michael Finkel tut es ihm gleich: „Vier Zähler aus der letzten Woche ist eine gute Ausbeute. Wir spielen eine gute Rückrunde und haben bislang nur ein Spiel verloren“, erklärt der 41-Jährige. Zwar hat das Aufeinandertreffen für den SSV eine ganz andere Brisanz als für den TSV. „Wir werden denen trotzdem nichts schenken und wollen unbedingt in Margertshausen dreifach punkten“, so Finkels Kampfansage.

TSV Zusmarshausen – FC Horgau. Lange war ein Sieg für den TSV Zusmarshausen nicht mehr so wichtig, wie der 2:1-Erfolg gegen Aufsteiger FC Haunstetten am vergangenen Wochenende. Nicht nur für das Selbstvertrauen und die Moral, auch für die Ausgangslage im Abstiegskampf und den Saisonendspurt war dieser Gold wert. „Endlich haben wir mal so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben“, schwärmte Trainer Thomas Weber. Vor dem kommenden Derby gegen den FC Horgau weiß man in Zus dennoch einen gesunden Respekt vor dem Gegner zu pflegen. „Im Derby geht es zwar um mehr als den Tabellenplatz. Dennoch müssen wir gegen den Tabellendritten alles reinhauen und können selbst dann erstmal nur abwarten, was dabei herumkommt“, schätzt der 39-Jährige. Im Rothtal hadert der FC Horgau hingegen noch immer mit der 0:2-Niederlage im Spitzenspiel gegen den TSV Haunstetten. „Hundertprozentige liegengelassen und verdient als Verlierer vom Platz gegangen“, war die Partie schnell zusammengefasst. Doch Spielertrainer Franz Stroh ist ein Zahlenliebhaber: „Neun Punkte sind noch zu vergeben. Fünf Punkte sind wir hinten dran. So lange der Taschenrechner sagt, dass es noch möglich ist, ist es das auch“, schmunzelt der 36-Jährige und erwartet von seiner Mannschaft im Nachbarschaftsduell vollstes Engagement.

FC Haunstetten – SSV Anhausen. Der SSV Anhausen konnte es nach dem Schlusspfiff kaum glauben: Mit 3:2 hatte der Tabellensiebte dem Aufstiegsaspiranten TSV Neusäß gezeigt, wie der Hase läuft. „Es war die Bestätigung, dass der SSV Anhausen absolut in die Kreisliga gehört – bärenstark“, war die Freude bei Spielertrainer Benedikt Schmid riesig. Auch der Klassenerhalt wäre damit rechnerisch in trockenen Tüchern. Nichtsdestotrotz gibt es bereits die nächsten Meilensteine, die Schmid mit seiner couragierten Truppen erreichen möchte. „Ich hätte am Ende gerne 40 Punkte auf dem Konto und den siebten Tabellenplatz“, erklärt Schmid. Im tabellarischen Nachbarschaftsduell gegen Aufsteiger FC Haunstetten könnte der SSV zumindest den siebten Tabellenplatz vorerst behaupten. „Der Respekt ist jedoch groß. Sie haben mich positiv überrascht und spielen eine konstant gute Saison“, meint der 26-Jährige.

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