Fußball-Nachlese

30.04.2013

Tanz in den Mai

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Die unglaubliche Verletzungsmisere des SC Altenmünster setzte sich auch in Zusmarshausen fort. Hassan Yildiz zog sich eine Platzwunde am Kopf zu, griff aber mit einem Turban später nochmals ein. Links Torwarttrainer Harald Pomp.
Bild: Reiser

Bereits in der heutigen Freinacht geht es mit Nachholspielen weiter. Bei einigen Vereinen geht die Dauerbelastung mittlerweile an die Substanz

Landkreis Augsburg Kicken die Fußballer im Mai, ist der April vorbei. Über diese abgewandelte Bauernregel können nur noch wenige lachen. Nach der längsten Winterpause aller Zeiten geht es in den letzten Wochen in allen Ligen sehr intensiv zur Sache. Ein (Nachhol-)Spiel jagt das andere und schon am morgigen Tag der Arbeit geht der Tanz in den Mai weiter.

Zum vierten Mal innerhalb von zwölf Tagen muss der TSV Gersthofen in der Bayernliga ran. Nach den direkten Vergleichen mit den Mitabstiegskonkurrenten SC Fürstenfeldbruck (1:1), TSV Kottern (4:0) und TSV Aindling (1:3) steht nun am Mittwoch (Anpfiff 15 Uhr) das Auswärtsspiel bei der SB DJK Rosenheim auf dem Programm. Das wird ganz bestimmt kein lockerer Maiausflug für die Truppe von Trainer Ivan Konjevic.

In der Bezirksliga Nord steht ein kompletter Spieltag an. Während der TSV Neusäß (beim TSV Wemding) und der TSV Meitingen (beim SC Bubesheim) schon genügend Punkte gesammelt haben und deshalb ganz entspannt auflaufen können, hat der TSV Dinkelscherben beim VfR Neuburg ein weiteres Sechs-Punkte-Spiel vor der Brust. Mit einem Dreier könnten die Schützlinge von Trainer Herbert Wiest, die zuletzt trotz der 0:3-Niederlage beim Tabellenführer TSV Wertingen gut mithielten, wohl schon einen Haken hinter den Auftrag „Klassenerhalt“ machen. „Das wäre mehr als die halbe Miete“, sagt Abteilungsleiter Martin Mehr, der bedauert, dass kein Fan-Bus ins über 90 Kilometer entfernte Neuburg eingesetzt werden kann.

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SC Altenmünster gehen die Spieler aus

Komplett im Einsatz ist auch die Kreisliga West. Im zweiten Landkreisderby innerhalb von drei Tagen erwartet der TSV Zusmarshausen bereits am heutigen Dienstag (Anpfiff 18.30 Uhr) den TSV Welden. Zuletzt gab es einen 1:0-Sieg der Brachert-Truppe gegen den auf dem Zahnfleisch daherkommenden SC Altenmünster. Der beruflich verhinderte Spielertrainer Oliver Remmert war nach Florian Seizmeier, Maximilian Lehner, Dominik Osterhoff, Christian Schade, Stefan Fischer, Martin Brenner und Holger Schwarz der insgesamt neunte Ausfall. So kamen gar Spieler aus der aus dem Spielbetrieb zurückgezogenen zweiten Mannschaft zu ihrer Premiere.

Aber es sollte noch schlimmer kommen: Nach einer guten halben Stunde musste auch noch Routinier Roland Herdin mit einer Oberschenkelzerrung passen. Für ihn kam der etatmäßige Ersatztorhüter Dennis Schnürch. Wenig später rasselte Hassan Yildiz mit Zusmarshausens Sebastian Beck zusammen und zog sich eine Platzwunde am Kopf zu. In der 70. Minute humpelte dann auch noch Stefan Jungwirth vom Feld.

SC Biberbach muss kapitulieren

Während der SC Altenmünster immerhin noch eine Mannschaft stellen konnte, musste der SC Biberbach gänzlich kapitulieren. Seit letzter Woche ist der Abstieg aus der Kreisliga Ost besiegelt, jetzt gehen den Kickern vom Galgenberg die Spieler aus. Unter der Woche hatten sie ihre Reserve, die in der B-Klasse Nordwest an den Start gegangen war, abmelden müssen, am Wochenende musste nun gar die erste Mannschaft das Spiel beim FC Ehekirchen absagen. Zu viele verletzte Spieler waren der Grund. Am Boden zerstört sei Wolfgang Jarasch gewesen, als er Spielgruppenleiter Reinhold Mießl davon in Kenntnis setzen musste. Der SCB-Vorsitzende und Bürgermeister des Marktes Biberbach kümmert sich derzeit auch um die Fußballer des Vereins. Um diese Aufgabe ist er nicht zu beneiden. Ebenso wenig wie die schwarz-gelben Kicker, die am Tag der Arbeit schon wieder ran müssen, diesmal beim FC Gerolsbach.

Schnelle Gelegenheit zur Wiedergutmachung

Manchmal sind viel Spiele innerhalb weniger Tage aber auch positiv zu sehen. Man kann Ausrutscher schnell wieder wettmachen. Nach der 0:1-Niederlage im Nachholspiel gegen den BSV Berg im Gau hat der SV Thierhaupten sofort wieder in die Erfolgsspur gefunden und den zuletzt sechsmal siegreichen TSV Pöttmes mit 4:0 abserviert. Dabei hatte sich das Thierhauptener Trainergespann Martin Schreier/Helmut Gruschka eine interessante Alternative ausgedacht. Für die verletzt beziehungsweise krankheitsbedingt fehlenden Johannes Herb und Patrick Zewinger spielte Stürmer Wolfgang Kiss auf der rechten Verteidigerposition. Von dort konnte er immer wieder Impulse nach vorne setzen.

Einen ganz gewaltigen Drang nach vorne entwickelt in dieser Saison der TSV Diedorf. Der Aufsteiger hat sich nach dem 2:1-Sieg beim Tabellenletzten FSV Wehringen in der Spitzengruppe der Kreisliga Augsburg eingenistet. „Ein dreckiger Sieg“, sagt Spielertrainer Jürgen Fuchs, „da muss man erst gewinnen. Aber, wenn’s läuft, dann läuft’s.“ Für den kickenden Coach ist das Erfolgsrezept ganz einfach: „Wir haben nichts zu verlieren, können frei, frech und locker aufspielen.“ Bisher hat das wunderbar geklappt. „Die Mannschaft hat Biss. Sie ist geil darauf, die Spiele zu gewinnen“, sagt Fuchs.

Von der Bezirksliga wird in Diedorf jedoch nicht gesprochen. Jürgen Fuchs: „Wir wollen nicht aufsteigen! Das käme viel zu früh. Die Mannschaft ist noch nicht soweit. Wenn wir am Ende unter die ersten Fünf kommen, bin ich hoch zufrieden.“ Warum dieser Pessimismus? „Die starken Gegner kommen erst noch“, verweist der ehemalige Jugend-Nationalspieler auf die anstehenden Spiele beim TSV Leitershofen am heutigen Dienstag (Anpfiff 18 Uhr), am kommenden Sonntag gegen den souveränen Spitzenreiter Kissinger SC und eine Woche später beim direkten Mitkonkurrenten um Tabellenplatz zwei, den TSV Göggingen. „Bis zum Schluss wollen wir aber schon dabei bleiben“, will Jürgen Fuchs beim Maitanz der Fußballer kräftig mitmischen.

Einen heißen Tanz lieferten sich der SV Ottmarshausen und der TSV Meitingen II, seines Zeichens Spitzenreiter der A-Klasse Nordwest. Nach 90 Minuten standen drei Rote Karten und ein 3:3 zu Buche. Ob sich die Ottmarshauser bei ihrem neuen Trainer empfehlen wollten? Wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, soll es sich dabei um Jürgen Echter, den ehemaligen Torjäger der DJK Lechhausen und des TSV Bobingen, handeln, der zuletzt die zweite Mannschaft des FC Affing trainiert hat.

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