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Aystetten

23.05.2019

„Tiefschläge haben uns zu einem Team geformt“

Volldampf voraus! Max Drechsler geht mit dem SV Cosmos Aystetten zum dritten Mal in eine Relegation.
Bild: Oliver Reiser

Max Drechsler geht mit dem SV Cosmos Aystetten zum dritten Mal in eine Relegation

Zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte geht der SV Cosmos Aystetten in eine Relegation. „Das sind natürlich die Spiele, an die man sich immer erinnert“, sagt Max Drechlser, der letzte verbliebene Aktive der Abstiegsrelegation von 2011. Vor neun Jahren standen die Cosmonauten dabei sogar vor dem Fall in die Kreisklasse. Nachdem man ein Entscheidungsspiel um den direkten Klassenerhalt vor 700 Zuschauern auf der Leitershofer Alm gegen den SSV Anhausen mit 0:2 verloren hatte, musste man noch zweimal ran. Dieses Entscheidungsspiel, das es damals noch gab, wurde erst durch einen 2:0-Sieg im letzten Punktspiel gegen den TSV Leitershofen noch erreicht.

Unter Trainer Armin Ziegler, der kurz zuvor für den zurückgetretenen Manfred Probst übernommen hatte, setzten sich die Blau-Weißen dann zunächst gegen Türkspor Augsburg II mit 2:0 und dann im alles entscheidenden Spiel gegen den SV Ottmaring mit 2:1 durch. Schütze des Siegtores war kurz vor Schluss Martin Greif, der schon gegen Türkspor getroffen hatte. „Nachdem dieser Abstieg abgewendet war, ist es bergauf gegangen und wir sind durchgestartet“, erinnert sich Pressesprecher Michael „Pentsche“ Brenner, der zu den treuesten Gefährten des damaligen Abteilungsleiters Clemens Blank zählte, der viel zu früh verstorben ist.

Die beiden anderen Treffer in diesen beiden Relegations-Partien erzielte Max Drechsler, der nicht nur beim anschließenden Aufstieg des SV Cosmos Aystetten in die Bezirksliga, sondern auch bei der zweiten Relegation, die in Richtung Landesliga ging, mit dabei war. Der Aystetter Torjäger sieht Parallelen zwischen 2011 und 2019: „Damals haben wir unserem zweiten Torwart ein Spielertrikot angezogen und einen aus der zweiten Mannschaft in die Startelf gestellt. Auch dieses Jahr war unser Kader oft dünn aufgestellt. So hatten wir wenig Spielraum für Rotationen. Und auch unser zweiter Torwart lief mal als Feldspieler auf.“

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Am Ende der Saison 2015/16 traf der SV Cosmos Aystetten dann als Vizemeister der Bezirksliga Nord in der Relegation zur Landesliga auf den TSV Meitingen, der erst im Jahr zuvor dorthin aufgestiegen war. 900 Zuschauer verfolgten das Hinspiel in Aystetten, das der SV Cosmos durch Tore von Dejan Mijailovic und Max Drechsler mit 2:1 gewann. Im Rückspiel in Meitingen stand Aystetten bis zur 86. Minute mit einem Bein in der Landesliga, ehe Michael Wende per Elfmeter das 2:1 für Meitingen gelang. Die Verlängerung war dann an Dramatik nicht mehr zu überbieten.

Die über 1000 Zuschauer, die selbige miterlebten, hatten hinterher Gänsehaut und werden von dieser Partie wohl noch ihren Enkeln erzählen. Nach dem erneuten Ausgleichstreffer durch Max Drechsler in der 111. Minute hatte der SV Cosmos Aystetten bereits wie der sichere Sieger ausgesehen. Dann nahm der Wahnsinn seinen Lauf: Nur vier Minuten später flutschte ein Freistoß von Michael Wende zum 3:2 ins Aystetter Gehäuse, und in der buchstäblich allerletzten Sekunde traf dann Denis Buja zum 4:2. Eine Niederlage, so bitter und unfassbar wie das 1:2 des FC Bayern München im Champions-League-Finale gegen Manchester United.

Dem TSV Meitingen nutzte der Sieg übrigens nichts, die Schwarz-Weißen schieden anschließend gegen den FC Stätzling aus. Über 2000 Zuschauer, darunter DFB-Vizepräsident Rainer Koch, verfolgten das alles entscheidende Match in den Lechauen.

Für Max Drechsler beginnt heute nun seine dritte Relegation. Um 18.30 Uhr wird er mit seinem Heimatverein beim SVN München im Stadtteil Neuperlach auf den Rasen laufen. „Klar geht man nach einem 0:2 und 2:9 nicht mit dem besten Selbstvertrauen in die Spiele. Aber die letzten 34 Partien sind jetzt egal. Die Saison wird jetzt in vier Spielen entschieden“, gibt sich der 27-Jährige zuversichtlich: „Wir haben es damals geschafft, als keiner es dachte, und auch dieses Mal werden wir es durch unseren Zusammenhalt packen. Die mit doch einigen Tiefschlägen bestückte Saison hat uns zu einem richtigen Team geformt.“

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