Zusmarshausen

14.07.2019

Triathlon liegt im Trend

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Selbst die Zerkarienwarnung, die in den letzten Tagen für Aufsehen gesorgt hatte, konnte die Sportlerinnen und Sportler nicht stoppen. Beim 4. Nullinger-Volkstriathlon in Zusmarshausen gab es einen neuen Teilnehmerrekord.
Bild: Oliver Reiser

329 Ausdauerathleten stürzen sich trotz der Zerkarienwarnung der letzten Wochen in den Rothsee

Unzählige Male hat Karl Sendlinger in den letzten Tagen die verschiedensten Wetter-Apps beobachtet. „Die Vorhersagen haben mir schon etwas Kopfzerbrechen bereitet“, gibt der Cheforganisator unumwunden zu. Doch die prognostizierten Schauer blieben am gestrigen Sonntag aus. Und so konnte der 4. Nullinger-Triathlon bei besten Bedingungen durchgezogen werden. 292 Einzelstarter – in vergangenen Jahr waren es 185 – und 27 Staffeln sorgten für einen neuen Teilnehmerrekord. Selbst die Zerkarien, die in den letzten Tagen noch für Aufsehen gesorgt hatten, konnten die Athleten nicht stoppen. Erstmals musste der Start in zwei Gruppen aufgeteilt werden. Mit orangen und grünen Bademützen – und angesichts der Wassertemperaturen meist im Neoprenanzug – stürzten sich die Ausdauer-Spezialisten in den Rothsee.

„Triathlon liegt absolut im Trend“, freute sich Sendlinger, nachdem die auch von vielen Zuschauern besuchte Veranstaltung ohne Regentropfen und Zwischenfälle über die Bühne gehen konnte. „Wir selbst haben zuletzt bei anderen Veranstaltungen gar keine Startplätze mehr bekommen.“ Vor allem bei den weiblichen Teilnehmerinnen scheint Triathlon angesagt zu sein. „Die Frauenquote hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt“, berichtet Sendlinger.

Eine von ihnen ist Sandra Maier aus Augsburg. „Ich glaube, Triathlon ist kein neuer Frauensport, sondern allgemein im Kommen“, sagt die 29-Jährige, die im vergangenen Jahr zum ersten Mal am Start war. Vor allem die Kombination aus drei verschiedenen Sportarten und, dass Triathlon im Freien ausgeübt wird, findet sie toll. Während sie regelmäßig läuft und mit dem Rennrad unterwegs ist, hält sie das Schwimmen für ausbaufähig.

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Im Vergleich zum letzten Jahr hat sie bei 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen besser abgeschnitten. „Weil man wusste, was auf einen zukommt und sich besser auf die Bewegungsabläufe einstellen konnte“, so ihre Erklärung. „Zum Beispiel muss man sich nach dem Start im Wasser erst eine Position suchen, in der man ungestört schwimmen kann. Da habe ich schon oft Wasser geschluckt.“ Zusammen mit ihrem Partner Manuel Kuhn, der den 53. Platz belegte, hat sie sogar die Wechsel vom Wasser aufs Rad und vom Rad zum Laufen trainiert. Platz 35 in 1:38:01 Stunden waren der Lohn. Darauf wurde im Ziel mit einem Nullinger angestoßen. Dieses alkoholfreie Bier gibt der Veranstaltung ihren Namen.

Dass es zu einem neuen Teilnehmerrekord kam, lag auch daran, das die Triathlonvereine aus Augsburg und Günzburg in Zusmarshausen ihre Vereinsmeisterschaften ausrichteten und jeweils rund 30 Aktive an den Start schickten. Mit Erfolg, denn Christoph Mathes (Triathlon Augsburg) war nach einer Stunde, vier Minuten und sechs Sekunden vor Stefan Wieland (Trifit Vallried) und Marcus Lehmann (ASK München-Süd), der auf der Strecke seinen Transponder verloren hatte, als Erster im Ziel. Das war nichts Ungewöhnliches, denn ein Teilnehmer lief nur mit einem Schuh auf dem roten Teppich im Zielbereich ein.

Bei den Frauen gewann Sarina Klotz (Triathlon Günzburg/1:16:50), die hinter Alexander Klimek (9:57) mit 10:03 Minuten die zweitbeste Schwimmzeit ablieferte, vor Ann-Kathrin Thamm (Stadtbergen) und Carina Saiko (Günzburg).

Zwar traten auch im Einzelwettbewerb zahlreiche „Profi-„ und Hobby-Triathlen an, doch der lokale Charakter kam gerade im Staffelwettbewerb zum tragen, bei dem sich das Trifit Vallried vor Allianz Stöckle & Weindel und Tri-Mos behauptete. Das „Dreamteam um Berny“ mit Zusmarshausens Bürgermeister Bernhard Uhl landete auf Platz 13, knapp vor dem „Laufenden Lauch“ und dem Marktgemeinde-Team, bei dem Moderator Johann Reitmayer den Part des Schwimmers übernommen hatte. Für Erheiterung sorgte Reitmayer, als er den mit 82 Jahren ältesten Teilnehmer begrüßte, aus Datenschutzgründen jedoch den Namen nicht nannte. Wichtig war für den Bürgermeister und seine Crew jedoch, das man das Team „Stiftung Warentest“ hinter sich lassen konnte. Mit den Bundeswehrangehörigen, die viel Jahre eine fest für Kinder am Rothsee organisierten, lief eine Wette um 30 Liter Bier.

„Mehr als 300 Teilnehmer sind nicht mehr möglich“, konstatierte Chef-Organisator Karl Sendlinger, der sich auf rund 100 Helfer aus dem gesamten TSV Zusmarshausen verlassen konnte. Dabei dachte er bereist voraus: „Unser Ziel ist es, den Wettbewerb in der olympischen Disziplin mit 1500 Meter Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und 10 Kilometer laufen zu organisieren.“ Schließlich sei das Gelände am Rothsee ja geradezu prädestiniert für derartige Veranstaltungen. Auch beim Landkreislauf 2020 sollen sich Start und Ziel in dieser idyllischen Umgebung wiederfinden.

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