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Fußball-Nachlese

30.08.2016

Trinkpausen bei Tropen-Temperaturen

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Trink, trink, Brüderlein trink! Nicht zum Singen war den Aystettern Raif und Samet Kurt nach der Niederlage in Neuburg zumute.

Meist wurden dabei bei der großen Hitze die Flüssigkeitsreserven aufgefüllt. In einigen Fällen war aber auch Frusttrinken angesagt

Viel trinken war an diesem heißen Fußball-Wochenende angesagt. In erster Linie natürlich, um den Flüssigkeitsverlust bei tropischen Temperaturen auszugleichen. Dazu unterbrachen die Schiedsrichter immer wieder die Spiele, damit die Kicker ihre Wasserreserven auffüllen konnten.

In einigen Fällen war aber auch Frusttrinken angesagt. Noch lange nach dem Schlusspfiff saßen Trainer Marco Löring und sein „Co“ Gerald von Zehmen im Ersatzspieler-Häuschen des Brandl-Stadions. Sie spülten den Frust über die 2:3-Niederlage des SV Cosmos Aystetten im Spitzenspiel beim Tabellenführer VfR Neuburg mit einem von Zeugwart Michael de Bur, der schon bei den Profis des 1. FC Kaiserslautern gearbeitet hat, bereiteten Getränk hinunter. „Wie man nur so viele Chancen vergeben kann?“, sinnierten die beiden.

„Absolut ärgerlich“, so Löring, sei es, dass man nach einem richtig guten Spiel, nach gefühlten 30:5 Torschüssen mit null Punkten nach Hause fahren musste. „Das ist bitter. Wir waren die bessere Mannschaft, aber immer, wenn wir dran waren, hat Neuburg ein Tor gemacht. Wir haben uns im Endeffekt selber geschlagen, weil wir diese Möglichkeiten der Gastgeber zugelassen haben.“ Und vor der Kiste hätte man einfach cleverer sein müssen. „Fakt ist, wir haben verloren“, stellt Löring nüchtern fest, „doch auf diese Leistung lässt sich aufbauen.“

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Etwas länger als sonst brauchte auch Christian Ludl, der Trainer des TSV Dinkelscherben, um nach der 0:2-Niederlage beim FC Königsbrunn seine Gedanken zu sortieren. Zum zweiten Mal hintereinander war seine Mannschaft völlig leer ausgegangen. „Das 0:4 gegen Erkheim vergangene Woche darf überhaupt nicht passieren, diesmal war das Ergebnis vom Spielverlauf her nicht verdient. Wir haben hinten wieder zwei Fehler gemacht und vorne unsere Chancen nicht genutzt“, blickt er auf die beiden letzten Partien zurück, die seine Mannschaft auf einen Abstiegsplatz abstürzen ließen. „Die Situation ist nicht rosig“, stellt Ludl fest. Dabei dürfe man nicht außer Acht lassen, dass mit Daniel Wiener (zum Bayernligisten FC Gundelfingen) ein Spieler weggebrochen ist, der individuelle Klasse hat und vorne die Bälle halten kann. Auch die Routine eines Fabian Röller vermisst man. „Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit“, sagt Ludl. Und in den kommenden Wochen auch drei weitere Spieler. Neben dem 19-jährigen Abwehrchef Simon Motzet, der nach einer Notbremse Rot sah, musste Alexander Berchtenbreiter schon früh raus. Neuzugang Martin Peterreit verletzte sich in der letzten Aktion. „Im Zweikampf ist ihm der Gegenspieler auf das lädierte Knie gefallen. Allein die Lautstärke seiner Schreie verheißt nichts Gutes“, befürchtet Ludl. Eine Serie an Verletzungen in diesem Ausmaß hat er noch nie erlebt. „Wir müssen jetzt ganz ruhig bleiben“, sagt der TSV-Coach vor dem Kellerduell gegen Olympia Neugablonz.

Bestens vorbereitet war man bei der SpVgg Westheim auf das erste Heimspiel in der Kreisliga nach 36 Jahren. Es gab ein Stadionheft, einen Fanshop, die Aufstellungen wurden mit Musik präsentiert und am Spielfeldrand standen zwei nagelneue Auswechselhäuschen. „In der Kreisliga kannst du nicht mehr auf Bierbänken sitzen“, flachste Johannes Häusler. Bei gefühlten 35 Grad wollte jedoch niemand in den Plexiglas-Unterständen Platz nehmen. Alle flüchteten sich in den kühlenden Schatten. Bis auf Westheims Trainer Oliver Haberkorn, der tags zuvor schon beim FCA-Spiel in der prallen Sonne gesessen hatte. Nach dem 2:0 durch Torjäger Marco Spengler schien man einem Premierensieg auf dem Kobel entgegenzusteuern. Doch der FC Horgau gab nicht auf und erkämpfte sich noch ein 2:2-Unentschieden. „War insgesamt gerecht“, konstatierte Haberkorn, „nach einer 2:0 halt bitter. Aber sieben Punkte nach drei Spielen ist für uns mehr als top.“ Die Westheimer wurden als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt.

Als Aufstiegskandidat in der Kreisklasse Nordwest gilt der TSV Täfertingen. Im Nachbarschaftsduell gegen den Aufsteiger SpVgg Bärenkeller, bei dem der mittlerweile 45-jährige Kurt Schauberger (früher TSV Aindling, TSV Gersthofen, TSV Meitingen) die Abwehr zusammenhält, tat sich der Absteiger sehr schwer. Als Torjäger Saffak Cetinkaya nach einer guten Stunde endlich die Führung gelang, schien doch noch alles gut zu werden. „Wir hatten sogar die Chancen zum 3:1, doch der Schiedsrichter hat auf Abseits entschieden“, berichtet Abteilungsleiter Günther Stempfle. Doch es sollte noch schlimmer kommen: Bärenkellers Spielertrainer Armin Bosch (früher TSV Neusäß, TSV Herbertshofen, TSV Fischach) gelang das 2:2. Und während Stempfle im Sportheim das Tor ansagte, fiel sogar das 2:3. „Mit einem Punkt hätten wir ja noch leben können“, ärgerte er sich, dass alle gepennt hätten. „Wenn man vorne mitspielen will, muss man so ein Spiel gewinnen!“

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