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Volleyball

18.04.2020

Unkonventionelle Entscheidungen

Aufstieg bejubelt – aber nicht angetreten. Die Volleyballerinnen des TSV Gersthofen. Hinten von links: Trainerin Sabine Häubl, Anne Lind, Julia Wiedemann, Stefanie Dosch, Gülcay Yenmis, Rebecca Listle. Vorne von links: Katharina Schenk, Franziska Monzert, Stefanie Wiedemann, Sarah Müller.
Bild: Simone Loracher

Frauen des TSV Gersthofen erhalten nach Abbruch der Saison das Aufstiegsrecht in die Bezirksliga, wollen aber den Weg nach oben nicht antreten

Lange haben die Volleyballer-Frauen des TSV Gersthofen auf das letzte Spiel der Saison 2019/20 hingefiebert. Doch der Endgegner sollte Ende März nicht TSV Inchenhofen und auch nicht TSV Friedberg II heißen, sondern Covid-19. Am 13. März gab der Bayerische Volleyball-Verband (BVV) offiziell bekannt, dass der Spielbetrieb für die laufende Saison eingestellt wird. Verständnis in allen Hallen. Eine Regelung zu den Auf- und Absteigern sollte folgen.

Doch ein bitterer Beigeschmack blieb bei vielen Sportlern. „Ich finde es schade, dass wir das Rückspiel gegen Friedberg nicht mehr bestreiten konnten. Dass wir keine Chance auf eine Revanche nach der Blamage im Hinspiel hatten, gerade weil es bei uns in den letzten Wochen so gut lief“, war die Enttäuschung der Gersthofer Zuspielerin Julia Wiedemann groß.

Durch viele aufeinanderfolgende und erfolgreiche Spiele im Januar und Februar hatte Gersthofen endlich seinen Flow gefunden. Ob die Revanche geglückt wäre? Man wird es nie erfahren. Nur eins ist sicher, dass die Mädels des TSV Friedberg verdientermaßen als unantastbarer Spitzenreiter der Bezirksklasse Nord in die Bezirksliga Schwaben aufsteigen würden.

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„Mein Highlight bleibt somit definitiv das Heimspiel gegen Aichach“, reagiert Mittelangreiferin Stefanie Dosch auf das vorzeitige Saisonende. „Der Sieg nach einem Rückstand von 1:2 war pure Gänsehaut. Da war vielleicht eine Energie auf dem Feld“, erinnert sie sich an das 15:12 in der vollen Pestalozzischule im Tiebreak. Damit blieb man im Rennen um die Spitze.

Jedoch waren typische Gersthofer Volleyballspiele nichts für ein labiles Publikum. Es folgte nur wenige Wochen später ein gerade noch so gewonnenes Spiel gegen den TSV Inchenhofen. Die Entscheidung fiel wieder einmal im Tiebreak. Es sollte also das Markenzeichen der Gersthoferinnen dieses Jahr werden.

„Wir hätten manchmal echt mehr aus uns herausholen können“, bestätigte die jüngste Spielerin Sarah Müller schmunzelnd: „Bei uns hilft manchmal eben der Spaß und vielleicht auch unsere Gelassenheit.“ Diese machte meist den Unterschied. „Unsere unkonventionelle Technik und Taktik hat schon was“, meinte auch Neuzugang Franziska Monzert. Mit insgesamt drei verlorenen Spielen platzierten sich die Gersthoferinnen auf der Volleyball-Blitztabelle der Bezirksklasse Nord zum Zeitpunkt der BVV-Botschaft auf einem wackeligen zweiten Platz.

TSV Gersthofen erhält Aufstiegsrecht in Bezirksliga Schwaben

Am 24. März dann die alles entscheidende Nachricht auf der Internetseite des BVV. Die Sonderregelungen für die Wertung der Saison 2019/20 bescherten allen Mannschaften, die rechnerisch noch hätten aufsteigen können, eine Freikarte in die nächsthöhere Liga. Der TSV Gersthofen hat also das Aufstiegsrecht erhalten. Im Gegenzug mussten sich alle verabschieden, die bis zum Stichtag bilanztechnisch nicht mehr die Klasse hätten halten können. Relegationsspiele werden nicht stattfinden. Bis zum 30. April kann jede Mannschaft ein Veto einlegen und auf das Aufstiegsrecht verzichten.

Beim TSV Gersthofen ist man sich hier aber einig. „Ich möchte nächstes Jahr wieder Bezirksklasse spielen, es hat dieses Jahr großen Spaß gemacht“, so Rebecca Listle. „Ich denke, wir sind in der Bezirksklasse gut aufgehoben“, stimmt auch der Kapitän der Truppe, Anne Lind, zu. „Hinzu kommt, dass einige von uns noch nicht wissen, wie es nächste Saison weitergeht.“ Also nach oben? Nein, danke. Diese Erfahrung in der höchsten Liga Schwabens hatte man schon vorletztes Jahr gesammelt. (losi)

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