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Motorsport

09.05.2020

Virus zwingt zur Vollbremsung

Der 13-jährige Motorradrennfahrer Felix Hesse war bestens für die neue Saison gerüstet. Dann sorgte das Coronavirus für eine Vollbremsung. Foto: Rico Hesse

Nachdem Felix Hesse seine mentale Blockade nach einem Sturz überwunden hatte, wurde er vom Coronavirus gestoppt. Wie es jetzt weitergeht

Nach seiner Verletzung im letzten Jahr, als er sich den Arm gebrochen hatte, war es für den Meitinger Realschüler Felix Hesse ein langer Weg, sich wieder mental und physisch zu hundert Prozent auf das Fahren von Motorradrennen zu konzentrieren. Der 13-Jährige kämpfte sich in der größeren Klasse wieder nach vorn und sein bestes Ergebnis war ein dritter Platz beim Rennen in Freiberg. Trotz seiner mentalen Blockade schaffte er es unter die besten zehn Fahrer in der bayerischen Meisterschaft 2019. Mit diesem Ergebnis hatte sein Vater Rico nicht gerechnet und ist natürlich mächtig stolz auf seinen Sohn.

Das Motorradfahren ist bei der Familie Hesse Familientradition. Mit elf Jahren hat der gebürtige Dresdener Rico Hesse von seiner Oma das erste Motorrad, eine in der ehemaligen DDR hergestellte Simson SR 2, bekommen. Felix hat schon mit vier Jahren mit dem Motorradsport angefangen. Seit 2011 lebt die Familie in Ellgau.

Vater und Sohn haben zuletzt viel zusammen trainiert, geschraubt und jede Menge Zeit und Geld investiert. „Es ist mittlerweile sehr wichtig, auch auf den Social-Media-Kanälen präsent zu sein. Inzwischen gibt es auch schon einige coole kleine Videos über den Motocross-Piloten und seinen Sport“, berichtet Rico Hesse. Diese Arbeit zahlte sich aus, als ein paar Sponsoren anklopften. Darauf ist der Ellgauer sehr stolz und freut sich riesig auf die Zusammenarbeit mit den Herstellern.

Virus zwingt zur Vollbremsung

Rennfahrer Felix Hesse wäre also bestens aufgestellt gewesen. Mit einem komplett neuen Motorrad und der dazugehörigen Ausrüstung. „Er ist absolut fit und so motiviert wie nie zuvor“, sagt sein Vater. Der Rennkalender wäre von Anfang April bis in den Oktober gut gefüllt gewesen. Doch dann zog das Coronavirus die Bremse. Bis Ende Mai wurden bislang sämtliche nationale Rennen und Veranstaltungen abgesagt. Deutschlandweit sind vorübergehend alle MX-Strecken geschlossen. „Das Virus hat auch vor unserem Sport nicht halt gemacht. Für Felix ist das ein riesengroßes Desaster“, erzählt Rico Hesse.

Im Juni wollte er mit seinem Sohn nun nach Belgien zum „Master Kids“ reisen – ein Rennen mit internationalem Fahrerfeld. „Da zu dieser großen Veranstaltung auch die besten Kids aus den USA kommen, ist das ein ganz besonderes Event. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation steht es leider noch nicht fest, ob diese Veranstaltung stattfinden kann“, so Hesse. Ein Sponsor habe ihnen deshalb schon mitteilen müssen, dass er leider die komplette Unterstützung nicht mehr sicherstellen könnte.

Momentan konzentriert sich der Realschüler auf Sport und Fitness und achtet auf seine Ernährung. Aufgrund der bestehenden Ausgangsbeschränkung hat der Schüler der 8. Klasse der Max-Josef-Metzger-Realschule in Meitingen auch mehr Zeit für seine Schulsachen.

Ein kleiner Lichtblick ist jedoch zu erkennen. Sobald die Motocross-Strecken in Deutschland wieder geöffnet sind, wollen Vater und Sohn Hesse wieder in ihrem Wohnmobil unterwegs sein und auf den Pisten trainieren. Mit den ersten Rennen rechnen die beiden aber erst im Juni. (AL, oli)

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