1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Lokalsport
  4. Wer kann Horgau das Wasser reichen?

Horgau

12.10.2019

Wer kann Horgau das Wasser reichen?

Einen schweren Gang treten Marco Korschany und Fabian Tögel (von links) vom FC Horgau an. Bei, tabellenzweiten SpVgg Langerringen wollen sie jedoch weiter ungeschlagen bleiben.
Bild: Oliver Reiser

In der Kreisliga Augsburg kann jeder jeden schlagen – bis auf den FC Horgau, der als einzige Mannschaft noch immer unbesiegt ist

Spannung hin oder her: Mit einem Sieg im Spitzenspiel gegen Aufsteiger SpVgg Langerringen könnte der FC Horgau ein Statement setzen und mit sechs Punkten Vorsprung die Kreisliga Augsburg anführen. Indessen kämpfen der TSV Zusmarshausen und SSV Anhausen im Fernduell um Karten in der ersten Reihe für den Film „Der Jäger“. Die SpVgg Westheim hofft hingegen endlich auf den langersehnten Befreiungsschlag.

SpVgg Langerringen – FC Horgau. Neun Spiele ohne Niederlage, und das, obwohl der FC Horgau in den letzten Wochen mit herben personellen Rückschlägen zu kämpfen hatte. Spielertrainer Franz Stroh hat dafür eine recht simple Erklärung: „Unser langer gemeinsamer Weg zeichnet sich allmählich aus. Dafür ernten wir jetzt unsere Früchte. Wir mussten uns nicht erst finden, die Jungs sind reifer geworden und spielen relativ gefestigt.“ Das betrifft nicht nur die Konstellation in der Defensive, die in wirklich jedem Spiel eine andere ist, oder Neuzugang und Keeper Felix Häberl, der laut Stroh „ein echter Glücksgriff“ war. Sondern auch in der Offensive können die Rothtäler die Ausfälle des Sturmduos Maximilian und Michael Vogele gut kompensieren. Jetzt freut sich der 36-Jährige auf das erste Spitzenspiel, in dem der FC Horgau nicht der Jäger, sondern der Gejagte ist. „Auf uns wartet dennoch eine schwere Aufgabe. Langerringen hat sich hervorragend verstärkt und spielt bislang souverän. Mich überrascht ihr bisheriges Abschneiden überhaupt nicht“, warnt Stroh vor einem der besten Aufsteiger, die die Kreisliga Augsburg seit langem hatte.

FC Königsbrunn – TSV Täfertingen. Warum muss der Aufsteiger aus Täfertingen seine Siege eigentlich immer so teuer bezahlen? Diese Frage stellt sich derzeit auch Trainer Antonio Cuevas. Beim überraschenden 3:2-Sieg gegen Mitaufsteiger Langerringen, der die Täfertinger vorerst aus dem Abstiegssumpf zog, verlor der TSV mit dem Doppeltorschützen Giuliano Manno und Kapitän Simon Weis gleich zwei seiner Stützen, was sich wiederum auf die 0:2-Niederlage gegen den SSV Anhausen auswirkte. „Wenn bei uns Leistungsträger ausfallen, ist das einfach schwierig und beinahe nicht zu kompensieren“, erklärt der 39-Jährige. Gegen den FC Königsbrunn, einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Abstieg, sind zur Freude Cuevas Hussein Kariwabo (zuletzt rotgesperrt) und Roberto Villani (Muskelfaserriss) wieder an Bord. „Wir tun uns auswärts zwar immer etwas schwer. Königsbrunn war zudem jetzt auch länger unten dringestanden. Aber wir wollen um jeden Preis die drei Punkte“, stellt der 39-Jährige klar.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

SSV Anhausen – Kissinger SC. Besser hätte die Woche für den SSV Anhausen nich laufen können. Seitdem Spielertrainer Benedikt Schmid seinem Unmut Luft machte, läuft es im Anhauser Tal wieder wie am Schnürchen. Seit vier Spielen ist der SSV nun ungeschlagen, zog nach dem 2:0-Sieg gegen Aufsteiger Täfertingen mit dem TSV Zusmarshausen auf Rang drei gleich. „Die Abwehr hat sich stabilisiert, die Offensive macht nach hinten auch einen richtig guten Job“, lobt der 28-Jährige. „Wir haben kein einziges Gegentor in den letzten drei Spielen bekommen. Das ist der Verdienst der gesamten Mannschaft.“ Doch auch wenn die Momentaufnahme schön ist, weiß Schmid die Situation einzuschätzen. „Wir wollen natürlich den Lauf so lange wie möglich mitnehmen, in erster Linie aber Punkte für den Klassenerhalt sammeln“, entgegnet der Verteidiger. Während die letzten Gegner aus dem unteren Tabellendrittel waren, kommt mit dem FC Kissing nun der Bezirksliga-Absteiger. „Wir müssen gegen Kissing noch eine Schippe drauf legen“, weiß Schmid. „Doch wir freuen uns auf das Spiel. Wir verspüren zuhause keinen Druck, zumal Kissing der Favorit ist und wir die Beinsteller-Rolle lieben.“

FC Haunstetten – SpVgg Westheim. „The trend ist your friend“ - Trotz zweier Remis in Folge lässt sich Trainer Oliver Haberkorn seinen Optimismus nicht nehmen. „Wir haben die letzten vier Spiele nicht verloren und gegen zwei sehr starke Mannschaften gewonnen“, spricht der 35-Jährige seinen Jungs eine Entwicklung keinesfalls ab. Den Anschluss ans rettende Ufer wäre damit nämlich wieder hergestellt. Nur die Chancenverwertung ließ vor allem im direkten Duell mit Tabellenschlusslicht TSV Kriegshaber (2:2) stark zu wünschen übrig. „Wir hatten einmal mehr Chancen für drei Spiele“, ärgert sich Haberkorn über zwei verlorene Punkte. Die gilt es sich gegen den FC Haunstetten zurückzuholen. Doch die seien laut dem 35-Jährigen eine Wundertüte. „Sie haben keine schlechte Mannschaft. Sie können hinrumpeln und kommen über ihr körperbetontes Spiel. Selbst zu elft haben sie gegen Tabellenführer Horgau noch gut ausgesehen“, warnt Haberkorn.

TSV Kriegshaber – TSV Dinkelscherben. Elf Treffer, sechs Punkte, zwei Siege und null Gegentore – der TSV Dinkelscherben hat die Englische Woche für sich genutzt und sich auf beeindruckende Art und Weise selbst auf dem Tief gehievt. „Jetzt sieht alles wieder etwas freundlicher aus“, schmunzelt Trainer Michael Finkel erleichtert. Denn nach drei Niederlagen in Folge prasselte auf den 41-Jährigen haufenweise Kritik ein. Trotz zweier überzeugender Vorstellungen, die laut Finkel die „beste Saisonleistung“ mit sich brachten, will der Coach vorerst nichts mehr von Aufstiegsaspiranten hören. „Natürlich habe ich die Favoritenrolle zu Beginn nicht abgewiesen. Wir hatten ja auch gute Jungs dazubekommen und uns erhofft, da noch eine Schippe draufzulegen“, erklärt er. Doch jetzt ginge es fortan nur noch um Konstanz. Denn momentan sei der TSV nicht mehr als Mittelmaß. Gegen das Tabellenschlusslicht Kriegshaber zählt jetzt nur eins: sich auf keinen Fall die Blöße geben.

TSV Göggingen – TSV Zusmarshausen. Der TSV Zusmarshausen hat eine Auswärtsphobie. Das zeigte einmal mehr die 0:4-Niederlage gegen Aufsteiger SpVgg Lagerlechfeld. „Das ist zu einem Feiertagsausflug mutiert“, nahm es Trainer Thomas Weber aber letztlich gelassen. Doch seit dem Auftaktsieg beim FC Königsbrunn (1:2) konnte Zus auf fremdem Grün keinen einzigen Zähler mehr ergattern. „Natürlich geht es jetzt darum, die Leistungen zuhause auch auswärts auf den Platz zu bringen. Doch man muss auch schauen, wo wir herkommen“, erinnert der 39-Jährige. Im vergangenen Jahr kratzte der TSV am letzten Spieltag gerade noch so die Kurve und wendete einen Abstieg ab. Heute weilt er mit Aufstiegsambitionen auf Rang drei. „Wir gingen mit viel Demut in diese Saison und wollten lediglich unseren Fußball besser machen – und das ist er auch geworden. Übermütig wollen wir jetzt aber nicht werden“, erklärt Weber vor der Aufgabe gegen den TSV Göggingen, der mit nur zehn Zählern noch etwas den eigenen Ansprüchen hinterherläuft.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren