Leitershofen

27.04.2019

Wer steht zwischen den Pfosten?

Nachdem Stammkepper Markus Wieland (links) nach einer Roten Karte gesperrt ist, sucht man beim TSV Leitershofen einen Torhüter. Benni Gerstmeier (rechts) wird wohl keine Alternative sein.
Bild: Marcus Merk

TSV Leitershofen befindet sich auf der Suche nach einem Torhüter. Kurz vor Saisonende wird die Dramatik im Abstiegskampf immer größer

Das Osterwochenende in der Fußball-Kreisliga stand zumindest den Teams aus dem Tabellenkeller nicht gut zu Gesicht. Die Hoffnung aber stirbt bekanntlich zuletzt.

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TSV Schwabmünchen II – TSV Leitershofen. „Null Punkte, keine Spieler mehr, was soll man da noch sagen?“, war Trainer Bernd Endres nach Ostern bedient. Zwar präsentierte sich der TSV Leitershofen gegen zwei Aufstiegsaspiranten (FC Horgau 1:2, TSV Haunstetten 0:4) durchaus konkurrenzfähig, das Verletzungspech machte dem Tabellendreizehnten allerdings einen Strich durch die Rechnung. Hinzu kam eine Prise Pech: Keeper Markus Wieland sah gegen den Tabellenzweiten Rot und ist für das kommende Wochenende gesperrt. „Ist halt dann doch schwierig mit einem Torwart für zwei Mannschaften“, nahm es Endres dennoch mit einer gesunden Portion Humor. Als Wieland zuletzt fehlte, stand der 51-jährige Norbert Vogel im Tor. Mit dem TSV Schwabmünchen und dem FC Königsbrunn eine Woche später hat es der TSV gegen direkte Konkurrenten in der eigenen Hand. „Die Jungs wollen Kreisliga spielen. Doch jetzt muss jeder 1000 Prozent geben, denn 100 reichen schon lange nicht mehr aus“, appelliert der 39-Jährige.

TSV Dinkelscherben – TSV Göggingen. Der Bezirksliga-Zug ist in Dinkelscherben abgefahren - ohne die Mannschaft. „Wir haben das Einsteigen vergessen“, nahm es Trainer Michael Finkel nach dem 0:3 gegen den TSV Haunstetten mit Humor. Beim 1:1 gegen den TSV Wehringen am Ostermontag sei der Glaube schon nicht mehr da gewesen, den Zug noch zu schaffen. Urlauber, Verletzungen, der berühmte Schäfflertanz – alles Faktoren, die letztlich dem TSV die Rückkehr in die Bezirksliga kosteten. „Trotzdem wollen wir uns am Ende nichts nachsagen lassen und in den kommenden Spielen, angefangen mit dem TSV Göggingen, die maximale Ausbeute erzielen“, erklärt der 41-Jährige. 50 Punkte seien das Ziel, „um von einer einigermaßen guten Saison sprechen zu können“, fügt Finkel hinzu.

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SSV Anhausen – TSV Neusäß. Klassenerhalt vertagt: Das 1:1-Remis gegen den SSV Margertshausen reichte am Ende nicht, um schon jetzt für die kommende Saison zu planen. SSV-Spielertrainer Benedikt Schmid hat für die aktuelle Talfahrt eine plausible Begründung: „Wir machen uns das Leben zurzeit selbst schwer. Die Gegentore resultieren überwiegend aus gravierenden individuellen Fehlern. Hinzu kommt, dass wir aktuell das Tor, trotz bester Chancen, nicht treffen.“ Da kommt Tabellenführer TSV Neusäß alles andere als recht, Schmid kann die Überraschung aber schon förmlich riechen. „Es kommt nun ein echter Brocken, doch wir haben gegen die Topteams der Liga bislang ganz gut ausgesehen. Dementsprechend wollen wir trotz angespannter Personalsituation dem TSV Neusäß ein Bein stellen“, erklärt der 27-Jährige. Der Druck ist folglich beim Favoriten Neusäß, der an Ostern gegen die Bayernliga-Reserve aus Schwabmünchen zwei Zähler liegen ließ. „Nachdem sie mit Bayernligaspielern aufgelaufen waren und wir das somit nicht schultern konnten, gingen die vier Punkte aber in Ordnung“, resümiert TSV-Coach Karlheinz Pecher. „Wir haben das auch schon gemacht, dass wir unsere zweite Mannschaft verstärkt haben“, will Abteilungsleiter Dr. Ernst Krendlinger dem Gegner keine Vorwürfe machen: „Das ist absolut regelkonform. Ob diese Regel sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt.“ In der Spur bleiben, den Lauf fortsetzen, keine Patzer mehr leisten und das Level aufrecht halten. Jetzt wird sich zeigen, ob der TSV Neusäß dem Druck standhalten kann.

TSV Zusmarshausen – FC Haun-stetten. Da wird der Hund in der Pfanne verrückt. Torchancen am Fließband, aber nicht einer will rein gehen und das seit fünf Spielen. „Verhext“, meint der sportliche Leiter Matthias Voss nach dem 0:2 gegen Tabellenführer TSV Neusäß. Die ersten 45 Minuten habe der Fußballkenner nicht einmal einen Unterschied zwischen dem Ersten und Letzten gesehen. Großes Glück also, dass auch die Konkurrenz scheinbar nicht punkten will. „Ich glaube nach wie vor daran, über den direkten Weg in der Liga zu bleiben“, lehnt sich Voss aus dem Fenster und klammert sich vor der Partie gegen den FC Haunstetten an den 2:1-Hinspielsieg. In der kommenden Saison wird übrigens Ex-Trainer Reinhard Brachert, derzeit noch Trainer beim FSV Wehringen, als sportlicher Leiter nach Zusmarshausen zurückkehren.

Suryoye Augsburg – SSV Margertshausen. Gleich zwei Mal teilte der SSV Margertshausen am Osterwochenende mit 1:1-Remis die Punkte mit der Konkurrenz. Und zwei Mal sahen die Zuschauer zwei völlig unterschiedliche Spiele. Gegen den TSV Göggingen konnte der SSV froh über den Punktgewinn sein, zwei Tage später im Derby gegen Anhausen aber wäre deutlich mehr drin gewesen. „Wir konnten unsere Überlegenheit nicht in ein zweites Tor ummünzen und verschenkten durch einen Strafstoß gegen uns schließlich zwei Punkte“, ärgert sich Trainer Thomas Kempter. Dennoch hat sich der Aufsteiger, wenn auch einen kleinen, Zwei-Punkte-Vorsprung zu den Abstiegsrängen erarbeitet. „Vier Endspiele warten auf uns. Wir sind weiterhin verdammt zu punkten. Mit aller Macht wollen wir da unten raus“, erklärt der 32-Jährige energisch. Den Anfang macht Suryoye Augsburg, über dessen Stärken sich der SSV aber bewusst sei. „Sie sind unheimlich spielstark, besonders zu Hause. Doch mit einem Sieg können wir noch einmal zu ihnen aufschließen. Das ist unsere Motivation“, so Kempter.

FC Königsbrunn – SpVgg Westheim. Die Spielvereinigung Westheim ist zurück in der Erfolgsspur. Nach vier Spielen ohne Sieg und der traurigen Gewissheit, letztlich doch nicht mit den Spitzenteams der Liga mithalten zu können, fertigte die Elf von Oliver Haberkorn zum Osterfest den TSV Zusmarshausen und TSV Schwabmünchen II souverän mit 3:0 ab. „Über 180 Minuten haben wir eine gute Leistung gezeigt, hätten beide Male aber höher gewinnen müssen. Doch wann haben wir das letzte Mal zu Null gespielt?“, fragte sich Haberkorn zufrieden. Tatsächlich blieb die Weste zuletzt am 11. November beim 1:0-Sieg gegen den SSV Margertshausen weiß. Drei Spiele hat die Truppe vom Kobel noch vor der Brust, der Saisonausklang aber wird bereits nach der Partie gegen den FC Königsbrunn auf dem Augsburger Plärrer gefeiert. „Mit einem Sieg hoffe ich“, schmunzelt der 34-Jährige.

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