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Spiel der Woche

24.04.2017

Westendorf öffnet den Rettungsschirm

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Vergeblich mühten sich die Herbertshofer Florian Asam und Martin Roth (von links) gegen Benedikt Rauch, Florian Schulz und Sebastian Schnell vom VfL Westendorf.
Bild: Karin Tautz

Nachdem der VfL plötzlich wieder den kalten Hauch des Abstiegsgespenstes im Nacken spürt, geling ein wichtiger Sieg im Derby gegen Herbertshofen

Früher seien zu einem Derby zwischen dem VfL Westendorf und dem TSV Herbertshofen 200 bis 300 Zuschauer gekommen, da habe es auch noch Plakate in der Ortsmitte gegeben, die auf solch ein Spiel hinweisen. So erinnern sich zumindest langjährigen Besucher an diesem trüben, regnerischen Nachmittag, als sich gerade einmal 63 Schaulustige eingefunden haben. Klar ist auch, dass beide Mannschaften schon bessere Zeiten erlebt haben. Vor allem in dieser Saison will es nicht so wirklich klappen, sodass viele schon von einem Duell „Not gegen Elend“ sprachen.

Der TSV Herbertshofen, in der abgelaufenen Saison lange im Meisterschaftsrennen dabei, hat in den letzten elf Spielen lediglich einen Sieg gefeiert und dabei gerade einmal fünf Punkte verbucht. Obwohl vieles schief geht und Stefan Rieder schon nach wenigen Minuten aufgrund eines gerissenen Schnürsenkels das Schuhwerk wechseln musste, steht die Zeche-Truppe mit insgesamt 20 Zähler aber bereits auf der sicheren Seite.

Es gibt in diesem Jahr in der Kreisklasse Nordwest nämlich nur einen Absteiger. Trotzdem spürt der VfL Westendorf, der seit dem 23. Oktober vergangenen Jahres nicht mehr gewonnen und aus acht Spielen lediglich drei Punkte geholt hat, plötzlich wieder den kalten Hauch des Abstiegsgespenst im Nacken. Zuletzt hatten die Kellerkinder TSV Neusäß II und ESV Augsburg Lebenszeichen gesendet.

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„Anscheinend brauchen wir diesen Druck“, sinnierte Trainer Karl Baumann, dessen VfL Westendorf furios in die Partie startete. Sebastian Schnell (6.) und Daniel Linke (9.) konnten jedoch Herbertshofer Abwehrschnitzer frei vor dem Tor nicht nutzen. Auch Simon Schacherl konnte den überragenden Gästekeeper Alexander Brodkorb, der mit einer sensationellen Fußabwehr klärte, nicht überwinden (25.). Mario Liess und Linke verpassten im Gleichschritt (37.). In der letzten Viertelstunde vor der Pause war am Kicker auf der Sportheimterrasse wesentlich mehr Aktion als auf dem Spielfeld.

Nach dem Seitenwechsel ging es aber dann ganz schnell. Herbertshofen war noch gar nicht richtig auf dem Platz, da stand Sebastian Schnell nach einem weiten Ball von Jonathan Weber völlig blank. Beim 1:0 war auch der 39-jährige Alexander Brodkorb machtlos (46.), der in der 66. Minute gegen Liess Kopf und Kragen riskieren musste. Zwei Minuten später konnte er gegen Maximilian Storzer das vorentscheidende 2:0 nicht verhindern. Während die Angriffsbemühungen der ohne ihre etatmäßige Innenverteidigung (Patrick Sellner, Bastian Stefanovic) und ohne den nominellen Sturm (Sascha Bruckner, Bernd Hoffmann) angetretenen Herbertshofer nur dem Regenschirm einer neben dem Tor stehenden Zuschauerin Schaden zufügten, hätte Westendorfs Storzer die Führung weiter ausbauen können. Dies gelang dann Florian Schulz (75.), der unmittelbar nach dem 3:0 verletzt ausscheiden musste. Er folgte damit seinem Kapitän Stefan Schuster, der schon vor Spielbeginn behandelt werden musste, aber trotzdem auf die Zähne biss. Mit dem Derbysieg hat der VfL Westendorf den Rettungsschirm für den Klassenerhalt wohl endgültig aufgespannt.

So können sich die treuen Zuschauer auch nächstes Jahr wieder auf ein Lechtalderby freuen. Denn irgendwie geht es beim Fußball in den unteren Klassen ja nicht nur um Spitzenleistungen, sondern auch um die Kommunikation untereinander.

VfL Westendorf: Neuner – Rauch, Linke, Sonner, Schacherl, Schnell, Wiedemann, Weber, Schuster, Storzer, Schulz (Liess, Badke, Büchele).

TSV Herbertshofen: Brodkorb – Asam, Rauscher, Adolph, Haunstetter, Liepert, Roth, Rieder, Stadler, Pfeilmaier, Ruber (Knecht, Wala).

Tore: 1:0 Schnell (46.), 2:0 Storzer (68.), 3:0 Schulz (76.). – Schiedsrichter: Krämling (Bärenkeller). – Zuschauer: 63.

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