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Stadtbergen

01.12.2019

Wie in einem Selbstbedienungsladen

Gegen die jugendliche Leichtigkeit der Regnitztal Baskets fand die BG Leitershofen/Stadtbergen kein Rezept. Da konnten Emanuel Richter, Jonas Sauer und Trainer Nenad Bekic (von links) noch so lange diskutieren.
Bild: Marcus Merk

Die Basketballer der BG Leitershofen/Stadtbergen verlieren dritte Heimspiel in Folge

So langsam aber sicher scheint die Stadtberger Sporthalle zu einem Selbstbedienungsladen zu werden. Die Basketballer der BG Topstar Leitershofen/Stadtbergen mussten am Samstagabend bereits die dritte Heimniederlage in Folge hinnehmen. Gegen die Regnitztal Baskets verloren die Schützlinge von Nenad Bekic mit 69:84 (33:36). Nach dieser erneuten Pleite brennt bei den Red Kangaroos nicht nur die erste Kerze am Adventskranz. Drei Spiele stehen bis Weihnachten noch an, in denen man verhindern sollte, dass der komplette Baum zu brennen beginnt.

Die Regnitztal Basket gehören zu einer Spezies in der Liga, die es so bisher noch nicht gab. Gegen Farmteams mussten die Kangaroos in der Regionalliga schon immer antreten. Meist waren es aber zweite Mannschaften von Erst- oder Zweitligisten, in denen junge Spieler erste Erfahrungen im Herrenbereich machten und bei Bedarf Doppellizenzspieler von „oben“ aushelfen. Brose Bamberg hat dieses System auf die Spitze getrieben. Die stärksten Nachwuchsspieler sind Stammkräfte in der Pro B, die dritten Garnituren existieren de Facto gar nicht als Mannschaft, sondern beherbergen die Spieler aus der Pro B, ergänzt um Akteure aus den NBBL-Teams. Während beim FC Bayern die Nummerierung eins, zwei und drei lautet, spielt der direkte Unterbau von Brose bei Baunach in der Pro B, die dritte Mannschaft firmiert unter Regnitztal und die NBBL-Truppe läuft unter Breitengüssbach auf. Die fränkische Konkurrenz versuchte sogar, die Regnitztal Baskets aus der Regionalliga zu klagen, weil dort ja schon die erste Mannschaft von Breitengüssbach spielt und kein Programm zwei Mannschaft in einer Liga haben darf.

Das alles klingt sehr kompliziert und sorgt auch dafür, dass diese Mannschaften kaum zu Zuschauer zu ihren Auswärtsspielen mitbringen. Ob es deshalb am Samstag nur rund 200 Schaulustige waren? Die mussten zunächst viel Geduld aufbringen, denn erst nach zwei Minuten und einigen Fahrkarten gelangen Charly Brown der erste Punkte.

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Wesentlich unkomplizierter als ihr Konstrukt sah das aus, was die blutjungen Gäste auf dem Stadtberger Parkett boten. Von Anfang an nahmen die Zwillinge Nicholas und Brandon Tischler die BG-Spielgestalter Brown und Emanuel Richter in Manndeckung, was den Gastgebern gar nicht gefiel. 5:11 lagen die Kangaroos zurück, als man mit einer 9:0-Serie das Spiel zum 14:11 drehen konnte. Das war die stärkste im gesamten Spiel. Mit einem Buzzer-Beater konnte Jonas Sauer das 16:18 nach dem ersten Viertel herstellen.

Dass man nichts trifft, kann ja durchaus mal passieren. Was die Kangaroos verballerten, passte kaum die berühmte Kuhhaut. Die Zuschauer stöhnten, Trainer Nenad Bekic war der Verzweiflung nahe. Den zehn Dreiern der immer stärker und selbstbewusster werdenden Gäste standen gerade mal deren drei der BGL entgegen. Doch die Kangaroos spielten auch ohne Inspiration, ohne Aggression und ohne Biss. Zur Pause war der Ofen beim 33:36 zwar noch nicht aus, aber das Feuer kam nie so wirklich zum brennen.

Im dritten Viertel beschränkten sich die Hausherren, bei denen lediglich der kampfstarke Jonas Sauer dagegen hielt, meist mit der Zuschauerrolle. Keiner wollte das Heft des Handels in die Hand nehmen. Der erst 17-jährige Elias Baggette konnte schalten und walten, wie er wollte, und als Nicholas Tischler (19) zwei Dunkings hintereinander in den Korb stopfte, war der Rückstand um zehn Punkte auf 51:64 angewachsen. Auch der Schlussspurt blieb aus. Im Gegenteil: Duncan Tischlers Dunking zum 62:79 kam schon fast einer Demütigung gleich.

Während sich Coach Nenad Bekic nach der dritten Heimnniederlage in Folge sprachlos und verärgert zeigte, übte Andreas Moser Kritik an der Wechselpolitik: „Die Spielzeitverteilung der ’Energieträger’ Nino Tomic, Lewis Londene oder Max Uhlich muss entscheidend verlängert werden“, so der Teammanager. „Jetzt muss eine Reaktion von Mannschaft und Trainer kommen!“

BG Leitershofen/Stadtbergen: Brown (22/1 Dreier), Sauer (9), Uhlich (2), Londene (8/1 Dreier), Hadzovic (8), Tomic (2), Veney (6), Hofmann, Richter (12/2 Dreier).

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