Kick-off-Check

16.08.2019

Zwei Kracher gleich zum Auftakt

Kann der TSV Täfertingen wie im Toto-Pokal-Finale wieder auf die Pauke hauen? Der Aufsteiger empfängt heute Abend zum Auftakt in der Kreisliga Augsburg die SpVgg Westheim.
Bild: Marcus Merk

Ab heute rollt der Ball in den Kreisligen Augsburg und Ost. Aufsteiger Täfertingen erwartet Westheim

Endlich rollt auch in der Kreisliga Augsburg wieder der Ball. Das Besondere: Lange Zeit war die Liga nicht mehr derart ausgeglichen. Einen Favoriten gibt es daher nicht, den Aufstieg aber wollen gleich mehrere Teams.

Dass es ein schwieriges Jahr für den Aufsteiger aus Täfertingen wird, will Trainer Antonio Cuevas gar nicht erst bestreiten. Besonders der Abgang seines besten Schützen Marco Villani, der mit stolzen 33 Toren den TSV beinahe im Alleingang in die Kreisliga schoss, schmerzt den 39-Jährigen sehr. Seinen Optimismus aber hat Cuevas nicht verloren. „Die Entwicklung wird von Woche zu Woche positiver. Nach dem Abgang von Villani sind wir als Mannschaft noch enger zusammengewachsen und können diesen so kompensieren“, erklärt der geborene Spanier, der indes ein Lob für seine Neuzugänge übrig hat: „Wir haben Mensur Basholli (VfR Foret), Marco Iovane (FC Hammerschmiede) und Benjamin Schierz (TSV Inchenhofen) super integriert. Ich kann mir vorstellen, dass sie über die Saison zu Leistungsträger werden können.“ Das Derby zum Auftakt gegen die Spielvereinigung Westheim ist für Cuevas gleichzeitig ein Duell unter Freunden. Gewinnen will der 39-Jährige trotzdem. „Ich bin mir sicher, dass wir mithalten werden und sie auch schlagen können. Es werden Kleinigkeiten entscheiden“, meint Cuevas.

Dem pflichtet sein Gegenüber und Freund Oliver Haberkorn bei. „Obwohl sie mit Villani ihre Offensivrakete verloren haben, müssen wir uns darauf einstellen, dass ein Derby an einem Freitagabend seine ganz eigenen Gesetzte schreibt. Es wird ein gutes und spannendes Spiel werden“, ist sich Haberkorn sicher. Die Spielvereinigung hat eine durchwachsene Vorbereitung hinter sich – zumindest was die Ergebnisse angeht. Dennoch ist der 35-Jährige mit dem Verlauf zufrieden. „Es lief ordentlich. Die Jungs ziehen gut mit, alle haben Bock, und das merkt man“, erklärt Haberkorn. Was dem 35-Jährigen aber noch nachhängt, ist die Leistungsschwankung in der vergangenen Saison. „Wir haben gute Spiele abgeliefert, hatten aber auch Phasen, in denen wir uns selbst geschlagen haben“, bemängelt Haberkorn. Daher laute das vorrangige Ziel für die kommende Spielzeit: konstantere Leistungen abliefern, unabhängig davon, welcher Platz es letzten Endes wird.

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Für das Derby gegen den TSV Täfertingen kann Haberkorn beinahe auf den gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich Stefan Merk (Bänderriss) und Marco Spengler (Probleme mit dem Fußgelenk) werden sehr wahrscheinlich für den Saisonauftakt ausfallen. Weil Ex-Kapitän Benjamin Walter beruflich viel um die Ohren hat, werden ab sofort Patrick Fendt und Max Linder das Team anführen.

lFC Königsbrunn – TSV Zusmarshausen Es war der Sensationstransfer des Sommers: Der TSV Zusmarshausen hat sich die Dienste von Drittliga-Torhüter Raif Husic gesichert. Und das alles für eine „Saison ohne Sorgen“, so Trainer Thomas Weber, dem der Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag in der zurückliegenden Saison die letzten Nerven gekostet hat. „Er ist ein super Typ, mit riesigen Qualitäten, den jeder Trainer gerne in seiner Mannschaft hätte“, freut sich Weber auf die Zusammenarbeit mit dem 23-Jährigen. Neben Husic hat sich der TSV mit Max Stöckle vom Bezirksligisten SC Altenmünster und Daniel Neff von Ligakonkurrent SSV Margertshausen verstärkt. Ob es aber eine Saison ganz ohne Sorgen wird, wird sich allerdings erst zeigen. „Solch einen Kader zu haben, gibt einem längst nicht die Gewähr, dass es auch sorgenfrei wird“, bleibt der 39-jährige Trainer realistisch und stapelt vor dem Auftakt gegen den FC Königsbrunn tief. „Klar waren unsere Vorbereitung sowie die Testspielergebnisse zufriedenstellend, dennoch können wir noch nicht sagen wo wir genau stehen“, erklärt Weber. Doch eines ist sicher: Nach zwei Niederlagen gegen den FC im vergangenen Jahr soll nun mindestens ein Punktgewinn her. „Dafür dürfen wir aber nicht allzu viel riskieren, kompakt stehen und wenig Chancen zulassen“, sagt Weber.

lSSV Anhausen – TSV Dinkelscherben. Auch der SSV Anhausen konnte diesen Sommer einen echten Transfercoup verzeichnen. Martin Wenni und gebürtiger Anhausener von Bayernligist Schwaben Augsburg wird im kommenden Jahr das Trainerteam um Benedikt Schmid verstärken und dem Team gleichzeitig Stabilität in der Defensive verleihen. „Für den SSV Anhausen ist das etwas ganz Besonderes. Er wird die Qualität des Kaders natürlich anheben“, freut sich Schmid, sieht aber auch die Schattenseiten. „So etwas birgt auch immer die Gefahr, dass andere Spieler sich auf ihn verlassen und sich darauf ausruhen.“ Zwar war der letztjährige sechste Tabellenplatz die beste Platzierung seit dem Abstieg aus der Bezirksliga 2006, „wir werden jetzt aber nicht so naiv sein und uns darauf verlassen, dass es dieses Jahr wieder so wird“, erklärt der 27-Jährige. „Zudem haben wir es im vergangenen Jahr nie geschafft, ein ganzes Spiel das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.“ Daran wollen Schmid und Wenni jetzt vorrangig arbeiten, um schnellstmöglich Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln und das Anhausener Tal zu einer Festung werden zu lassen. Besonders weh tut die schwere Knieverletzung von Stammspieler und Defensivallrounder Vincent Kraus (Kreuzbandriss). Ob die Neuzugänge neben Wenni aus der eigenen Jugend dies kompensieren können, bleibt fraglich. „Zudem wartet mit dem TSV Dinkelscherben zum Start ein richtiger Brocken“, so Schmid. „Für mich sind sie Titelanwärter Nummer eins. Das wird eine Herkulesaufgabe.“

Michael Finkel bestätigt die Ambitionen, die Leistung der vergangenen Saison zumindest zu bestätigen. „Wir haben einen breiteren Kader wie letztes Jahr, zudem haben die Neuzugänge Qualitäten mitgebracht. Wir wollen oben mitspielen“, so der 41-Jährige. Trotz Kaderbreite hat der letztjährige Tabellendritte aber bereits zum Saisonauftakt mit Ausfällen zu kämpfen. Neben Christoph Girr (Venenentzündung) und Leon Adler (Blutvergiftung) muss Finkel in den nächsten Wochen vorerst auch auf Max Gschwilm, Tobias Weber, Julian Kugelbrey und Daniel Wiener verzichten. „Die Vorbereitung hat jedoch gezeigt, dass jeder ersetzbar ist“, stellt der 41-Jährige klar. Für Finkel galt der SSV Anhausen im letzten Jahr zwischenzeitlich als sicherer Abstiegskandidat. „Bewundernswert, wie sie sich gemacht und aus dem Keller herausgekämpft haben“, zollt er der Konkurrenz Respekt. „Und mit Wenni haben sie jetzt jemanden, der den Laden anführt“, ergänzt Finkel. Doch trotz der Favoritenrolle fährt der 41-Jährige ungern nach Anhausen. „Auch wenn ich zum Saisonstart gerne Punkte haben würde, wird das in Anhausen ein echt harter Brocken“, sagt Finkel.

lKissinger SC – FC Horgau Der FC Horgau ist die einzige Mannschaft der gesamten Liga, die weder einen Neuzugang noch einen Abgang zu verzeichnen hatte. Besonders schwer fallen daher die beiden langwierigen Verletzungen von Torhüter Marco Fischer (Kreuzbandeinriss) und Goalgetter Daniel Feistle (Kreuzbandriss) ins Gewicht. „Es hängt uns nach, unseren Stammkeeper und besten Angreifer zu verlieren. Ich bin gespannt, wie wir damit umgehen“, sagt Spielertrainer Franz Stroh. Ambitionen in Richtung Bezirksliga hat der 36-Jährige dennoch. „Grundsätzlich war die vergangene Saison nicht schlecht und wir waren lang dran, um Platz zwei mitzuspielen, haben dann aber vier Spieltage vor Schluss den Faden verloren“, erklärt Stroh. Dieser Faden soll bestmöglich in der kommenden Spielzeit überhaupt nicht reißen. Doch die Liga ist ausgeglichener als im letzten Jahr. „Es gibt viel mehr Konkurrenz. Daher gilt es sich schnell nach oben zu orientieren und sich zu positionieren“, weiß der 36-Jährige.

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