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Ausdauersport

23.06.2014

Zwei Mal 100 Kilometer auf dem Weg zum Glück

Felix Berlin aus Leitershofen ist zwar erst 17 Jahre alt, hat aber schon zwei Mal den Bieler 100-Kilometer-Lauf hinter sich gebracht. Auf seiner Homepage informierte sein Bruder während des Laufs über die aktuellen Geschehnisse.
Bild: Andreas Lode

Felix Berlin aus Leitershofen läuft 100-Kilometer-Lauf im Schweizer Biel zum zweiten Mal. Mit einer Wette ging alles los

Eigentlich ist Felix Berlin aus Leitershofen ein ganz normaler Junge. Er ist 17 Jahre alt, geht in die 11. Klasse des St. Anna Gymnasiums in Augsburg und geht in seiner Freizeit gerne tanzen und Billard spielen. Doch eine Sache unterscheidet ihn von den meisten Jugendlichen in seinem Alter: Vor kurzem absolvierte er erfolgreich den 100-Kilometer-Lauf in Biel in der Schweiz. Und das bereits zum zweiten Mal.

Felix’ Teilnahme an dem Lauf im vergangenen Jahr geht auf eine Wette mit seinem älteren Bruder zurück, der im Jahr davor in Biel gescheitert war. Bei seinem ersten Lauf lief er noch gemeinsam mit seinem Vater. Dieses Jahr ging er ganz allein an den Start.

Hans-Rainer Berlin, Felix’ Vater, erzählt: „Für Läufer ist Biel eine Art Mythos“. Der Ultramarathon in der Schweiz, der im Rahmen der „Bieler Lauftage“ stattfand und unter Läufern sehr bekannt ist, ist eine Herausforderung für alle Altersklassen. Hier dürfen auch schon Läufer ab 16 Jahren an den Start gehen. Für Kinder und Jugendliche, die sich noch im Wachstum befinden, kann so eine extreme körperliche Belastung aber auch nicht ungefährlich sein. „Wir haben uns aber vorher vom Arzt das OK geholt. Sonst hätte mich meine Mutter sowieso nicht mitlaufen lassen“, erzählt Felix schmunzelnd.

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Schon als Knirps war Felix Berlin bei Lauf-Events dabei

Dem 17-Jährigen wurde die Begeisterung für das Laufen quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater, der selbst seit mehr als zehn Jahren begeisterter Ausdauersportler ist, nahm ihn oft auf Sportevents mit und ließ ihn sogar oft die letzten Kilometer bis ins Ziel mitlaufen. „Ich habe ihn aber nie direkt dazu angespornt. Der Wunsch zum Laufen kam immer von selbst“, betont sein Vater.

Während er im vergangen Jahr für die 100 Kilometer noch 16 Stunden und 42 Minuten brauchte, steigerte sich Felix in diesem Jahr um mehr als drei Stunden und erreichte das Ziel nach 13 Stunden und 22 Minuten. Die Steigerung hat er vor allem seinem intensiven Training zu verdanken. „Ich laufe, so weit es mit der Schule geht, vier bis fünf mal pro Woche. Dabei macht es mir auch nichts aus, sonntags in der Früh aufzustehen. Wenn ich nicht laufen würde, hätte ich schlechte Laune. Ich bin so zu sagen laufsüchtig“, erzählt er lachend. Der Weg ins Ziel war nicht immer leicht. „Man muss sich durchkämpfen“, erklärt Felix. „Die ersten 50 Kilometer liefen noch gut, aber danach wurde es schon heftig. Da habe ich dann auch schon zwischendrin mal eine Gehpause machen müssen. Am schlimmsten war aber eigentlich der lange Berg am Ende der Strecke. Der kommt einem wirklich endlos vor. Aber wenn man den hat, gehen die letzten Kilometer ruck zuck vorbei.“ Während des Laufs erhielt er auch immer wieder tatkräftige Unterstützung von seiner Familie.

Während sein Vater als Fahrradbegleitung die meiste Zeit in seiner Nähe war und die restliche Familie bei der Motivation half, twitterte sein Bruder von zu Hause aus die aktuellen Geschehnisse im Liveticker auf Felix’ Homepage „felix100km.de“. Ums Gewinnen ging es dem Schüler bei dem Lauf nicht. „Es gibt nichts tolleres, als nach 100 Kilometern ins Ziel zu laufen“, erklärt er stolz. Sein Lauf diente außerdem einem guten Zweck: er „verkaufte“ die Kilometer vorher an Lehrer und Eltern und spendete den Erlös von 250 Euro an den Förderverein des St. Anna Gymnasiums.

Auch in Zukunft will Felix sportlich aktiv bleiben, sogar in der Schule. „Mein Praxis-Seminar behandelt die Planung und Durchführung einer Transalpin mit dem Mountainbike. Und meine Seminararbeit werde ich über meine Erlebnisse in Biel schreiben“, erklärt der Schüler. Das nächste sportliche Event, das bei ihm ansteht, ist der Berliner Marathon. Trotzdem reizt der Bieler Ultramarathon Felix noch immer. „Ich habe einen älteren Herren getroffen, der seit er 16 Jahre alt ist jedes Jahr dabei war. Nächstes Jahr schreibe ich aber genau während dieser Zeit mein Abitur. Ich muss noch schauen, ob ich das unter einen Hut bringe. Aber reizen würde es mich schon.“

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