Beim TSV Meitingen geriet der Fußball am Wochenende in den Hintergrund. Vor dem Auswärtsspiel beim FC Horgau unterrichtete Trainer Andreas Wessig die Mannschaft, dass Abteilungsleiter Torsten Vrazic am Freitagabend einen Herzinfarkt erlitten hatte. „Wir wollten für Torsten spielen, aber das ist uns nicht gelungen. Bei uns wird gerade jeder Fehler bestraft“, berichtet Wessig von individuellen Missgeschicken, die zu zwei Elfmetern geführt hatten. Den ersten verwandelte Horgaus Torhüter Felix Häberl zu seinem insgesamt vierten Saisontreffer, beim zweiten scheiterte an seinem Gegenüber Niklas Schmitt. „Das Tor haben wir nach der anschließenden Szene dann doch kassiert“, ärgerte sich Wessig. Obwohl man mittlerweile seit fünf Spielen nicht mehr gewonnen hat, ist der TSV Meitingen nur drei Punkte von Platz zwei entfernt und erwartet am Sonntag den VfR Neuburg zum nächsten Spitzenspiel. Ein Sieg könnte zur weiteren Genesung des umtriebigen Meitinger Fußball-Bosses beitragen, der wohl die Nachfolge von Andreas Wessig, der am Saisonende trotz bereits gegebener Zusage aus persönlichen Gründen sein Traineramt ablegen wird, schon geregelt hat. „Es geht mir schon wieder ganz gut. Ich habe einen Stent eingesetzt bekommen und werde mich an die Anweisungen der Ärzte halten“, ließ der 53-Jährige gegenüber unserer Redaktion wissen. Bessere Nachrichten gibt es aus Gersthofen.
Gersthofens Torjäger Fabian Bühler beendet seine Torflaute
War der Titelkampf in der Bezirksliga Nord in den vergangenen Wochen eher ein Schneckenrennen, ist der TSV Gersthofen rechtzeitig zum Saisonfinale wieder in Fahrt gekommen. „Wir haben in dieser schweren Partie spielerisch sehr gute Lösungen gefunden. Es hat viel geklappt“, war Gersthofens Trainer Ajet Abazi zufrieden. Auch um seinen Torjäger Fabian Bühler, der mit einem letzten Kraftakt unter Schmerzen den Führungstreffer markierte und damit seine vier Spiele und insgesamt 514 Minuten anhaltende Torflaute beendete, macht er sich keine großen Sorgen. Auch wenn der 22-Jährige unmittelbar nach dem Tor verletzt ausscheiden musste. „Er hat sich bei dem Foul an der Mittellinie das Sprunggelenk überdehnt. Mit Kühlung und Zinkleim könnte man das bis zum Samstag hinbekommen“, so Abazi. Da erwartet der Spitzenreiter das Schlusslicht FC Maihingen in der Sportarena. Im Falle eines Sieges könnte der TSV Gersthofen bereits am Sonntag auf dem heimischen Sofa den Titel feiern, wenn der VfR Neuburg (in Meitingen) und der TSV Haunstetten (gegen den FC Horgau) ihre Spiele nicht gewinnen sollten.
„Nach der Ampelkarte gegen Daniel Wiener hat Gersthofen in Überzahl seine Klasse gezeigt“, hätte sich Dinkelscherbens Trainer Stefan Kauer in dieser Situation auch mit einer Zeitstrafe anfreunden können. Gar nicht anfreunden wollen sich die Lila-Weißen mit der drohenden Relegation. „Gegen Nördlingen II kommt es jetzt drauf an“, sagt Kauer vor dem anstehenden Duell mit dem direkten Mitkonkurrenten.
Im Aystetter Mannschaftsbus blieben viele Plätze frei
Im Mannschaftsbus des SV Cosmos Aystetten waren viele Plätze frei, als sich das Gefährt in Richtung Allgäu zum Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten 1. FC Sonthofen in Bewegung setzte. Neben einigen Langzeitverletzten fehlten auch Spieler aus verschiedenen privaten Gründen. „Ich hatte trotzdem die Hoffnung, dass wir hier etwas mitnehmen könnten“, sagt Trainer Thomas Hanselka. Diese wurde in der ersten Viertelstunde hart auf die Probe gestellt, als die neu formierte Viererkette mit dem in die Innenverteidigung gerückten Arlind Qarri sowie den neuen Außenbahnlern Dejan Durasinovic und Philipp Toth noch ein bisschen Orientierungsschwierigkeiten und Marcel Burda schon nach acht Minuten Gelb gesehen hatte. „Da haben wir Glück gehabt“, räumt der 40-Jährige ein. Auch den Rückstand habe man weggesteckt. Und wenn man meint, es geht nichts mehr, kommt irgendwo ein Elija Hanrieder her, der den Ausgleich erzielte. „Wir haben taktisch gut agiert, uns viel bewegt und geschickt die Räume zugelaufen. Deshalb war der Punkt am Ende absolut verdient“, zollt Hanselka seiner Rumpftruppe Respekt.
Ein Virus legt den TSV Herbertshofen lahm
Apropos Rumpftruppe. In den vergangenen Wochen tauchten in der Aufstellung des Kreisklassen-Aufsteigers TSV Herbertshofen mit Christian Kreisel (47), Stefan Rieder (44), Christoph Stadler (37) oder Alexander Brodkorb (48) mehrere Spieler aus der AH auf. „Wir haben derzeit sieben Langzeitverletzte“, klärt Abteilungsleiter Christoph Deisenhofer auf. „Am Wochenende wurden noch vier weitere Spieler von einem Virus flachgelegt. Weil wir auch nicht genügend Spieler aus der Zweiten nach oben schieben können, mussten wir das Spiel gegen den TSV Gersthofen II aus Personalmangel absagen“, so Deisenhofer, der mit seinem Wunsch nach einer Spielverlegung bei der Bezirksliga-Reserve auf taube Ohren gestoßen ist. „Wir sind in der Vergangenheit schon das eine oder andere Mal veräppelt worden“, ließ Trainer Christoph Reperger dazu verlauten. Eine Wertung wird jetzt vor dem Sportgericht erfolgen. „Wenn ich mir nicht im Trainig den Fuß so vertreten hätte, dass gleich der Sanka hat kommen müssen, wäre ich vielleicht noch selber aufgelaufen“, hat TSV-Trainer Markus Nowak Mitleid mit seinen Jungs und hofft, dass die restlichen Spiele noch durchgezogen werden können. Einen Nachfolger für Nowak, der nach 18 Jahren am Saisonende aufhört, gibt es laut Deisenhofer trotz diverser Gerüchte noch nicht.
Die Alternative zur Absage ist Antreten und Abbrechen. So geschehen beim Spiel der A-Klasse Süd, als der FC Königsbrunn II zum Auswärtsspiel bei der SG Lechfeld nur mit sieben Akteuren anreiste, von denen sich dann einer nur zwei Minuten nach dem Anpfiff verletzte. So hatte der Unparteiische keine Wahl, als das Spiel abzubrechen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren