Ein Richtungsstreit mit seinem Vater über die Bundespolitik habe dazu geführt, dass er die Fraktion Pro Stadtbergen verlässt. Das teilte Thomas W. Oppel am Dienstagnachmittag telefonisch mit. Sein Vater hatte die Partei gegründet, da war der Junior gerade elf Jahre alt. Seit der letzten Wahl sitzen beide Oppels für Pro Stadtbergen im Stadtrat. Jetzt wird die Fraktion der beiden aufgelöst.
Sein Mandat will Thomas Oppel behalten: „Ich habe schwer genug dafür gekämpft.“ Vor zwei Jahren hatten ihn zahlreiche Stadtratsmitglieder wegen „respektloser Gepflogenheiten“ zum Rücktritt aufgefordert. Den hatte Oppel damals mit den Worten ausgeschlossen: „Ich mache weiter, bis ich tot umfalle.“ Auch ein Kneippbecken hatte damals für Streit im Stadtrat gesorgt, nachdem sich Anwohner über Lärm beklagt hatten und Oppel das Projekt unter anderem als „Schwarzbau“ bezeichnet hatte.
Das sagt Stadtbergens Bürgermeister zu dem Schritt
Stadtbergens Bürgermeister Paulus Metz hatte mit Oppels Schritt nicht gerechnet, bis er am Dienstag schriftlich informiert worden war. Er habe keine Schwierigkeiten mit Oppel gehabt, sagt Metz. Manchmal habe dieser Stadträte persönlich angegriffen oder provoziert, in Summe aber vor allem seine Meinung und die seiner Fraktion vertreten.
Stadtbergens Verwaltungschef Holger Klug erklärte auf Nachfrage, Oppel habe ihm seinen Schritt mitgeteilt. Den Fraktionsaustritt müsse der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung zur Kenntnis nehmen, dann werde die Fraktion aufgelöst. Im Anschluss müssten die Ausschüsse neu besetzt werden; die Fraktion Pro Stadtbergen verliere ihre Sitze, diese würden laut Berechnungsverfahren der CSU zugeschlagen werden. In den Ausschüssen habe die CSU vier statt bislang drei Sitze, die Grünen weiterhin zwei, die SPD und die Freien Wähler jeweils einen Sitz.
Als Grund für seinen Parteiaustritt nannte Oppel, der einst stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Freien Wähler war, dass er sich politisch überregional und auf Landesebene engagieren will. Das sei mit Pro Stadtbergen nicht möglich. In welche Partei er wechselt, wollte er vorerst nicht verraten; er habe einen Aufnahmeantrag gestellt, über diesen sei aber noch nicht entschieden worden. Im Stadtrat wird er bis zur nächsten Wahl ebenso wie sein Vater fraktionslos sein.
In der nächsten Stadtberger Stadtratssitzung steht eine andere Personalie im Vordergrund
Die nächste Stadtratssitzung findet am 26. September statt. Dann steht eine besondere Personalie im Vordergrund: Nach rund 30 Jahren in der Kommunalpolitik, darunter auch viele Jahre im Kreistag, scheidet Paul Reisbacher von den Grünen aus.
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