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Volksfest Neusäß muss erneut Festwirt suchen und setzt Suche fort

Neusäß

Zum dritten Mal in vier Jahren: Das Volksfest in Neusäß steht wieder ohne Festwirt da

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    Viel los war im vergangenen Jahr bei der Eröffnung des Volksfests in Neusäß. Ob es in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden kann, ist offen. Die Festwirtsfamilie Werner Schmid hat abgesagt.
    Viel los war im vergangenen Jahr bei der Eröffnung des Volksfests in Neusäß. Ob es in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden kann, ist offen. Die Festwirtsfamilie Werner Schmid hat abgesagt. Foto: Marcus Merk

    Damit hat Bürgermeister Richard Greiner nicht gerechnet: Zum dritten Mal in vier Jahren muss die Stadt nach einem neuen Festwirt für das Volksfest im Spätsommer suchen. „Wir sind überrascht von der Situation“, so Bürgermeister Richard Greiner, nachdem Festwirt Werner Schmid junior aus Wortelstetten (Landkreis Dillingen) erklärt hat, den Bierzeltbetrieb in diesem Jahr nicht mehr übernehmen zu wollen. Bereits vor Weihnachten habe man sich „im Wesentlichen“, so Greiner weiter, auf eine zweite gemeinsame Runde geeinigt, auch der zuständige Kulturausschuss war einverstanden. Der Festwirt nennt nun zwei Gründe, die ihn zum Rückzug bewegt haben. In Neusäß ist indessen unklar, wie es weitergehen kann.

    Fest steht: Das Volksfest in Neusäß, das traditionell rund um den Schulstart im September stattfindet, ist seit vielen Jahren kein Selbstläufer mehr. Über viele Jahre hinweg hatte die Festwirtsfamilie Binswanger-Kempter aus Gersthofen das Festzelt betrieben. Im Jahr 2023 sagte das Unternehmen dann ab. Praktisch im letzten Moment übernahm Festwirt Kurt Paiser aus Scherstetten den Betrieb.

    Volksfest Neusäß: Bisheriger Festwirt Schmid betreibt auch mehrere Metzgereien

    Doch diese Verbindung hielt nur bis 2024. Wirklich zufrieden war man in Neusäß ohnehin nicht gewesen. Bedauert worden war unter anderem, dass es keinen Autoscooter oder ein anderes Fahrgeschäft gegeben habe. Bürgermeister Richard Greiner sagte damals, man wolle wieder einen Magneten unter den Schaustellern, um auch für Jugendliche attraktiver zu werden. Schon im vergangenen Jahr, zum 50-jährigen Bestehen des Volksfests, gab es deshalb wieder einen neuen Festwirt, eben die Festwirtsfamilie Schmid, die auch mit ihren Metzgereien in der Region und in Neusäß selbst bekannt ist.

    Die Übernahme des Volksfests kam für das Unternehmen Schmid zu einem kritischen Zeitpunkt. Die Metzgerei durchlebte damals gerade ein Insolvenzverfahren, im Zuge dessen die Geschäftsführung von Werner Schmid senior auf seinen Sohn gleichen Namens überging. Ende Oktober 2025 konnte das Insolvenzverfahren zwar erfolgreich abgeschlossen werden. Doch Werner Schmid junior sagte damals bereits unserer Redaktion, er überlege, ob er den Festzeltbetrieb weitermachen solle. Zum einen würden diese Veranstaltungen für ihn und sein Team einen großen Aufwand darstellen. Diese Zeit und Kraft fehlten dann für das Kerngeschäft, so Werner Schmid junior.

    Ein Grund für den Rückzug des Festwirts ist Personalmangel

    Den Grund Personalmangel hatte er jetzt auch bei der Stadt Neusäß als Grund für die Nicht-Verlängerung des Vertrags genannt, zumal das Volksfest in Neusäß mit dem Plärrer und dem Oktoberfest kollidiere und somit gutes Personal oft schon vergeben sei. Doch Schmid sagt noch etwas anderes. Er habe das Gefühl, dass die Menschen weniger oft ins Bierzelt gehen und dort auch weniger konsumieren.

    Tatsächlich war das Team des Festwirts im vergangenen Jahr auch vom Gegenteil überrascht worden. Vor allem am Eröffnungstag habe er „fünf oder sechs“ Servicekräfte zu wenig im Einsatz gehabt, wie er zugab, zudem seien die Abläufe nicht gut eingespielt gewesen. Die Folge war, dass Gäste teilweise bis zu eineinhalb Stunden auf ihr Essen warten mussten, wie sie unserer Redaktion berichteten. Die Kritik kam auch bei der Stadt an: „Der Service war teilweise völlig unbefriedigend“, sagte Bürgermeister Richard Greiner damals klipp und klar. Was sehr schade sei, denn die Qualität der Speisen sei ausgezeichnet gewesen.

    Wie geht es nun für das Volksfest 2026 in Neusäß weiter? Die Stadtspitze bringt ein gewisses Verständnis für den Festwirt auf. „Diese Beweggründe nehmen wir zu unserem Bedauern zur Kenntnis und hoffen, eventuell eine neue Lösung anbieten zu können“, so Greiner. Das Team des Kulturbüros suche bereits unter Hochdruck nach geeigneten Lösungen.

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